Deutsche Geschäftsreisende meiden zunehmend touristische Hotspots

| Tourismus Tourismus

Deutsche Geschäftsreisende weichen bei Dienstreisen nach eigenen Angaben zunehmend stark frequentierten Touristenzielen aus. Das geht aus der achten Global Business Travel Survey von SAP Concur und Wakefield Research hervor, die am 30. Juni 2026 veröffentlicht wurde. Demnach seien 72 Prozent der befragten deutschen Geschäftsreisenden bereits beruflich in einer Region unterwegs gewesen, die von Touristen stark besucht gewesen sei.

Nach Angaben der Studie reisten allein im ersten Quartal 2026 mehr als 130 Millionen Touristen nach Europa. Die hohe Besucherzahl wirke sich auch auf Geschäftsreisen aus, da überfüllte Innenstädte, hohe Preise und eine eingeschränkte Verfügbarkeit von Unterkünften und Verkehrsmitteln den Reisealltag erschwerten.

Umfrage zeigt Auswirkungen auf Planung und Ablauf von Geschäftsreisen

15 Prozent der befragten deutschen Geschäftsreisenden geben an, bereits erlebt zu haben, dass eine Dienstreise durch eine hohe Zahl von Touristen beeinträchtigt worden sei. Weltweit liege dieser Wert laut Studie bei 24 Prozent.

Als Reaktion darauf buchen 83 Prozent der deutschen Geschäftsreisenden nach eigenen Angaben Unterkünfte außerhalb touristischer Schwerpunkte. Als wichtigste Gründe nennen die Befragten höhere Kosten (39 Prozent), ein schlechteres Vorankommen (35 Prozent) sowie die eingeschränkte Verfügbarkeit bevorzugter Reiseoptionen (32 Prozent). Zudem äußern 17 Prozent die Sorge vor Anfeindungen durch Einheimische. Die Studie führt dies auf die zunehmende Kritik am Tourismus in einigen stark besuchten Reisezielen zurück.

Michael Schmitz, Head of SAP Concur MEE, erklärt: „Metropolen bieten gute Bedingungen für Geschäftsreisen: starke Infrastruktur, kurze Wege, internationale Anbindung. Wo aber Touristen die Innenstädte füllen, kostet jeder Termin mehr Zeit und Nerven. Wer Meetings gezielt abseits der Hotspots abhält und stark besuchte Ziele in der Hochsaison meidet, spart Kosten und die Mitarbeitenden reisen angenehmer.“

Komfort gewinnt laut Befragung bei Dienstreisen weiter an Bedeutung

Nach den Ergebnissen der Untersuchung meiden 18 Prozent der deutschen Geschäftsreisenden stark besuchte Reiseziele allein wegen des aus ihrer Sicht geringeren Komforts. Gleichzeitig erwarten 20 Prozent heute mehr Komfort auf Geschäftsreisen als noch vor einigen Jahren. Weltweit liege dieser Anteil laut Studie bei 36 Prozent.

Aus Sicht der befragten Unternehmen könne dies Folgen für die Reisebereitschaft haben. 39 Prozent der Geschäftsreiseverantwortlichen sehen laut Erhebung das Risiko, dass Mitarbeiter seltener Dienstreisen antreten, wenn die Rahmenbedingungen nicht den Erwartungen entsprechen.

Unternehmen messen Geschäftsreisen hohe strategische Bedeutung bei

Den Angaben der Studie zufolge halten 94 Prozent der befragten deutschen Finanzvorstände Geschäftsreisen für wichtig für die Wachstumsstrategie ihres Unternehmens. Als Gründe werden unter anderem der Aufbau von Kundenbeziehungen, regionale Markteinblicke sowie die berufliche Entwicklung von Mitarbeitern genannt.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Seit 2024 verlangt die Lagunenstadt in der Hauptsaison Eintritt von Touristen - anfangs an 29 Tagen. Nächstes Jahr werden es 72 sein. Mehr als zehn Euro pro Tag sollen es aber nicht werden.

Heidelberg in Deutschland, Rom in Europa – diese Reiseziele erreichen in einer Auswertung von Meininger Hotels die höchsten Durchschnittsbewertungen von fünf KI-Modellen. Alle 200 untersuchten Ziele mit Platzierung und Punktzahl im Überblick.

Die deutsche Reisewirtschaft hat im Sommer 2026 mehr Umsatz und Reisende verzeichnet als im Vorjahr. Während Mittelmeerziele und Kreuzfahrten zulegten, blieb das Fernreisegeschäft deutlich zurück.

Die Lufthansa steht vor dem Einstieg bei der portugiesischen Fluggesellschaft Tap. Die Regierung in Lissabon wählte den deutschen Luftfahrtkonzern als bevorzugten Partner für den Erwerb von 44,9 Prozent der staatlichen Airline aus, wie Ministerpräsident Luís Montenegro mitteilte.

Kultur ist für viele Deutsche Bestandteil des Urlaubs, aber nur selten der Hauptreisegrund. Eine Studie zeigt, welche kulturellen Angebote Reisende interessieren und welche Rolle das lokale Leben am Urlaubsort spielt.

Deutschland hat in den Sommermonaten 2026 mehr Übernachtungen ausländischer Gäste verzeichnet als im Vorjahr. Damit bestätige der Incoming-Tourismus seine Widerstandsfähigkeit in einem unsicheren Marktumfeld, zog die DZT nun Bilanz.

Ob ETA oder ESTA: Wer für die Einreise notwendige Dokumente online beantragt, sollte genau hinschauen. Wie Urlauber offizielle Seiten erkennen - und was man tun kann, wenn man hereingefallen ist.

Eine Auswertung von Fit Reisen vergleicht Instagram-Beiträge zu 403 zertifizierten Wanderwegen in Deutschland. Der Rothaarsteig führt das Ranking vor dem Moselsteig und dem Heidschnuckenweg an.

Ein Ehepaar verpasst wegen eines verspäteten Zugs seinen Flug. Nach einem Urteil steht fest: Es bleibt auf den Kosten für den Ersatzflug sitzen. Wieso entschied das Gericht so?

Airbnb führt in zehn europäischen Ländern einen sogenannten „Wetterschutz“ ein. Die Versicherung greift, wenn der Niederschlag am Standort der Unterkunft eine festgelegte Schwelle erreicht oder überschreitet.