Deutsche Reisende nutzen KI-Anwendungen bislang nur selten

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Eine aktuelle YouGov-Studie zeigt eine deutliche Zurückhaltung deutscher Reisender beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Zwar können sich viele Befragte den Einsatz von KI-Anwendungen im Reisebereich grundsätzlich vorstellen, die tatsächliche Nutzung bleibt laut den erhobenen Daten jedoch meist im einstelligen Prozentbereich.

Wie YouGov mitteilt, basiert die Untersuchung auf einer Online-Befragung von 12.389 Personen in Deutschland, die zwischen September 2024 und August 2025 gereist sind. Die Befragung wurde im November 2025 durchgeführt.

Viele Reisende zeigen Interesse an KI-gestützten Reisehilfen

Nach Angaben des Unternehmens können sich 40 Prozent der Befragten vorstellen, KI für Kommunikation und Übersetzungen auf Reisen zu nutzen. Tatsächlich verwenden solche Anwendungen derzeit jedoch nur acht Prozent. Auch bei maßgeschneiderten Empfehlungen für Reiseziele oder Aktivitäten zeigt sich eine Differenz zwischen Interesse und Nutzung: 38 Prozent halten entsprechende Anwendungen für vorstellbar, genutzt werden sie laut Studie von 6 Prozent der Reisenden.

Ähnlich fällt das Bild bei individuellen Reiseplänen aus. Während sich 33 Prozent eine KI-gestützte Planung anhand persönlicher Vorlieben vorstellen können, liegt die tatsächliche Nutzung bei vier Prozent.

KI-Anwendungen stoßen vor allem am Reiseziel auf Zustimmung

Laut der Studie variiert die Akzeptanz von KI je nach Reisephase. Während der Reiseplanung interessieren sich Befragte insbesondere für personalisierte Empfehlungen zu Reisezielen, Routen und Sehenswürdigkeiten. 21 Prozent halten solche Anwendungen für vorstellbar. Individuelle Reisepläne finden bei 17 Prozent Zustimmung, automatische Zusammenfassungen von Bewertungen bei 13 Prozent. Die tatsächliche Nutzung dieser Anwendungen liegt laut YouGov jeweils zwischen zwei und fünf Prozent.

Bei der Reisebuchung fällt die Zustimmung geringer aus. 14 Prozent der Befragten können sich eine persönliche KI-Unterstützung bei der Buchung von Unterkünften, Verkehrsmitteln oder Aktivitäten vorstellen. Zwölf Prozent interessieren sich für maßgeschneiderte Empfehlungen, Zehn Prozent für Unterstützung bei spontanen Änderungen des Reiseplans. Die Nutzung solcher Anwendungen liegt laut Studie bei maximal 1 Prozent.

Die höchste Zustimmung verzeichnet die Studie für Anwendungen direkt am Reiseziel. 36 Prozent der Befragten zeigen Interesse an KI-Lösungen für Übersetzung und Kommunikation. Automatische Erinnerungen und Benachrichtigungen, etwa zu Check-in- oder Abfahrtszeiten, halten 27 Prozent für vorstellbar. Standortbezogene Informationen zu Besucheraufkommen oder Wetter interessieren 20 Prozent der Reisenden.

Nach Angaben von YouGov liegt die tatsächliche Nutzung von KI-Anwendungen am Reiseziel bei bis zu sechs Prozent und damit höher als in anderen Reisephasen.

Ältere und einkommensschwächere Gruppen zeigen größere Vorbehalte

Die Untersuchung weist zudem auf Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen hin. Jüngere Reisende seien laut Studie offener gegenüber KI-Anwendungen und würden diese häufiger nutzen.

Demgegenüber lehnen 34 Prozent der Befragten ab 65 Jahren KI-Anwendungen beim Reisen grundsätzlich ab. Bei Personen mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von unter 2.000 Euro liegt dieser Anteil laut YouGov bei 36 Prozent.

Christoph Zeh, Account Director bei YouGov, erklärte laut Mitteilung: „Unsere Ergebnisse zeigen deutlich: Das Potenzial von KI im Reisebereich ist enorm, aber wir stehen noch ganz am Anfang. Die große Lücke zwischen Interesse und tatsächlicher Nutzung deutet darauf hin, dass viele Reisende die verfügbaren KI-Tools noch nicht kennen oder ihnen nicht vertrauen. Hier ist die Branche gefragt, nutzerfreundliche und transparente Lösungen zu entwickeln, die echten Mehrwert bieten."

YouGov befragte mehr als 12.000 Reisende in Deutschland

Wie das Unternehmen mitteilt, stammen die Daten aus dem YouGov MobilitätsMonitor. Befragt wurden Personen ab 14 Jahren in Deutschland, die im Zeitraum zwischen September 2024 und August 2025 mindestens eine Reise unternommen hatten.


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