Die meistbesuchten Länder der Welt

| Tourismus Tourismus

Der weltweite Tourismus hat nach fünf Jahren wieder das Level des Jahres vor der Corona-Pandemie erreicht. Rund 1,47 Milliarden internationale Ankünfte wurden im vergangenen Jahr gezählt.

Das geht aus Daten der Welttourismusorganisation UN Tourism hervor (früher UNWTO; Sitz in Madrid), die regelmäßig Statistiken zum globalen Reiseverhalten veröffentlicht. 

Ein Ranking gibt Einblick, welche Länder im Trend liegen oder immer noch angesagt sind - und auch, welche weniger gefragt sind als früher.

Die neueste Liste basiert auf Zahlen für das Jahr 2024. Sie zeigt: Die globale Reiselust ist nach der Pandemie zurück. Weltweit scheinen Schlagwörter wie Flugscham keine große Rolle zu spielen. Hunderte Millionen Menschen fliegen.

Die Liste der meistbesuchten Länder führt seit Jahrzehnten Frankreich an, Spanien ist seinem Nachbarland aber auf den Fersen. Doch welche Länder sind noch in den Top 20? Und wo steht Deutschland? Der Countdown:

Die Plätze 20 bis 11

Auf Platz 20 befindet sich Indien - dort wurden 20,6 Millionen internationale Ankünfte registriert. Die Niederlande zählten 21,3 Millionen Besucherinnen und Besucher. Platz 18 geht dieser Statistik zufolge an Hongkong in China, das hier noch eigenständig geführt wird. Die Plätze 17 und 16: Malaysia und Portugal. 

Rang 15 hat der Aufsteiger Saudi-Arabien inne, wo 29,7 Millionen Ankünfte aus dem Ausland gezählt wurden, während es 2019 erst 17,5 Millionen waren. Auf dem 14. Platz liegen die Vereinigten Arabischen Emirate.

Deutschlands südlicher Nachbar Österreich zählte im vergangenen Jahr 32,2 Millionen Ankünfte (plus 4,2 Prozent im Vergleich zum Jahr davor) und steht auf Position 13. Platz zwölf geht an Thailand (35,5 Millionen; plus 26,3 Prozent), Rang elf an Griechenland (36 Millionen; plus 9,8 Prozent).

Es folgen die Top Ten, wobei UN Tourism betont: «Tatsächlich haben weder China noch Großbritannien Daten zu internationalen Touristenankünften für 2024 veröffentlicht.» Man warte darauf, dass die beiden Länder diese Infos in den kommenden Wochen veröffentlichen. Ihre vorläufige Platzierung im Ranking - Platz acht und sieben - basiere auf Schätzungen.

10. Japan 

Das Land der aufgehenden Sonne - und vor allem Tokio - hatte lange Zeit den Ruf, ein teures Reiseziel zu sein. Doch die Schwäche des Yens hat Ferien in Japan für viele erschwinglich gemacht - und das zeigte sich vergangenes Jahr gewaltig. Nach 25 Millionen Besuchern im Jahr 2023 gab es plötzlich ein Plus von 47 Prozent - und 36,9 Millionen ausländische Touristen. Eine ganz neue Erfahrung für Japaner, plötzlich eine Art Billigreiseland zu sein.

9. Deutschland 

Mit 37,5 Millionen Besuchern (plus 7,8 Prozent) schafft es Deutschland in die Top Ten der meistbesuchten Länder (auch wenn die Zahl noch unter der von 2019 liegt). Die Bundesrepublik punktet etwa mit Vielseitigkeit für Städte- und Kulturreisende - von Hamburg bis München, Köln bis Berlin, Heidelberg bis Dresden, Lübeck bis Weimar. Berühmte Events wie das Oktoberfest in München, Museen, deftiges Essen und geschichtsträchtige Bauten wie der Kölner Dom, die Wartburg oder Schloss Neuschwanstein begeistern.

8. Großbritannien beziehungsweise United Kingdom

Obwohl noch keine offiziellen Daten vorliegen, liegt das Vereinigte Königreich - basierend auf Schätzungen - auf Platz acht. Wohl um die 39 Millionen Besucher gab es - allein London zieht viele Fans an, auch historische Städte wie Edinburgh, Oxford, Cambridge oder Bath sind populär.

7. China

Obwohl noch keine offiziellen Daten vorliegen, soll China - basierend auf Schätzungen - auf Platz sieben liegen. Highlights bei Besuchern sind die Verbotene Stadt in Peking, die Chinesische Mauer, die Terrakotta-Armee in Xi'an sowie natürlich die vielseitige Gastronomie.

6. Mexiko

Reise-Influencer haben das vielseitige Land als Hotspot für sich entdeckt. Ob die faszinierende Metropole Mexiko-Stadt oder traumhafte Strände: Mexiko ist angesagt, auch wenn es dort öfter mal Anti-Tourismus-Proteste gibt. 45 Millionen (plus 7,4 Prozent) reisten vergangenes Jahr an.

5. Italien

Bella Italia: Niemanden dürfte wundern, dass Italien mit seiner Küche, den Hügeln der Toskana oder den Bergen der Dolomiten zu den meistbesuchten Ländern der Welt zählt. 57,7 Millionen kamen letztes Jahr (2019 waren es noch fast 65 Millionen).

Die sehenswerten Städte sind zahlreich: Rom, Venedig, Mailand, Florenz, Rimini, Pisa, Neapel, Bologna, Bergamo, Genua, Sanremo, Ravenna, Verona, Triest, Como, Palermo - um nur einige zu nennen. 

4. Türkei 

Das Land zwischen Europa und Asien ist beliebt. Es lockte 60,6 Millionen Besucherinnen und Besucher an (plus 9,8 Prozent). 

Zu den beliebten Sehenswürdigkeiten gehört das überwältigende Istanbul, eine der spannendsten Städte der Welt.

3. Vereinigten Staaten von Amerika

Als Land der unbegrenzten Möglichkeiten wurden die USA lange Zeit verehrt - und verklärt. New York, Los Angeles, San Francisco und Las Vegas sind Sehnsuchtsorte. 72,4 Millionen Ankünfte aus dem Ausland wurden 2024 registriert. 2019 gab es jedoch noch 79,4 Millionen Besucher. 

Die nicht gerade als Willkommenskultur erscheinende Einreisepolitik unter Präsident Donald Trump dürfte 2025 den Abwärtstrend beschleunigen. Wer will da noch hin, wenn er an der Grenze womöglich abgewiesen wird? 

2. Spanien 

Ein pulsierendes Land mit Städten wie Barcelona, Sevilla, Madrid, Málaga, Granada und San Sebastián - und beliebten Inseln wie Mallorca, Ibiza, Teneriffa und Gran Canaria. 

Der Tourismus boomt, zuletzt gab es aber öfter Demos gegen sogenannten Overtourism. 93,8 Millionen Gäste aus dem Ausland wurden 2024 gezählt, rund zehn Millionen mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019.

1. Frankreich 

Vive la France: Etwa 102 Millionen internationale Touristenankünfte gab es 2024 (plus zwei Prozent im Vergleich zu 2023). Allein die Hauptstadt Paris - glorifiziert als Stadt der Liebe und traditionell eine Hochburg edler Gastronomie - ist ein Magnet. Eiffelturm, Louvre, Triumphbogen und Versailles vor den Toren. 2024 fanden zudem bekanntlich die Olympischen Spiele und die Paralympics in Paris statt. 

Zu den Attraktionen Frankreichs gehören auch Lyon, die Loire-Schlösser und Marseille. Die Côte d'Azur mit Saint-Tropez, Cannes, Antibes und Nizza gilt als Wiege des Tourismus überhaupt. In Frankreich wurde der Fremdenverkehr sozusagen erfunden. Das Land ist immer noch die touristische Nummer eins. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Hilton hat seinen Trends Report 2027 veröffentlicht. Die Untersuchung beschreibt, wie sich das Reiseverhalten deutscher Urlauber im kommenden Jahr verändern könnte. Im Mittelpunkt stehen Flexibilität, Erholung, persönliche Entwicklung und Vertrauen.

Dass München für Deutschland ins Rennen um Olympische und Paralympische Spiele geht, hat im Freistaat eine Welle der Euphorie ausgelöst. Auch das Gastgewerbe begrüßte die Entscheidung als starkes Signal für die Landeshauptstadt und den Freistaat.

Die Deutschen planen für diesen Herbst weniger Urlaubsreisen als vor einem Jahr. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse des Urlaubsplanungsindex des Deutschen Instituts für Tourismusforschung in Kooperation mit dem Deutschen Tourismusverband.

Royal Caribbean Group hat eine Vereinbarung über eine 50-prozentige Beteiligung an Sandals und Beaches Resorts unterzeichnet. Der Abschluss der rund drei Milliarden US-Dollar teuren Transaktion wird für Anfang 2027 erwartet.

Das im Mai eröffnete temporäre Erlebnis-Dorf des Erdbeer-Unternehmens Karls in Wernigerode im Harz soll 2027 in die Verlängerung gehen. Zunächst wird es aber nach den Herbstferien Anfang November schließen.

Lonely Planet zählt Dessau zu seinen Reisezielen für 2027. Autor Anthony Ham stellt das Bauhaus und dessen Einfluss auf die Alltagsarchitektur in den Mittelpunkt.

Die Aktien mehrerer Reiseplattformen haben nach dem Start von Metas KI-Assistent Muse nachgegeben. Analysten befassen sich mit möglichen Folgen für das Geschäft mit Reisebuchungen.

Eine aktuelle Studie der Deutschen Zentrale für Tourismus bestätigt die Bedeutung der Vereinigten Staaten als wichtigsten Überseemarkt für den deutschen Tourismus. Trotz gestiegener Kostensensibilität bleiben die Ankünfte stabil auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Ferienparkkette Center Parcs prüft die Errichtung eines großen Ferienparks im Lausitzer Seenland. Das Projekt auf Brandenburger Seite solle zwischen Sedlitzer See und Partwitzer See auf rund 90 Hektar Fläche 500 bis 700 Ferienhäuser umfassen.

Tui spürt weiterhin die Folgen des Iran-Kriegs, viele Menschen buchen ihren Urlaub zudem später. Doch es gibt auch Lichtblicke. Was erwartet Europas größter Reisekonzern für die Wintersaison?