DZT berichtet regelmäßig über Auswirkungen des Iran-Konflikts auf Tourismus nach Deutschland

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Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) stellt laut Mitteilung fortlaufend Berichte und Analysen zu den Auswirkungen des militärischen Konflikts im Nahen Osten auf den Tourismus nach Deutschland bereit. Grundlage ist ein wöchentliches Monitoring, das von einer eigens eingerichteten Krisen-Taskforce koordiniert wird. Die Ergebnisse dienen dem Austausch mit Partnern aus Tourismuswirtschaft, Politik und internationalen Organisationen.

DZT richtet Krisen-Taskforce ein und passt Maßnahmen an

Nach Angaben der DZT hat die Organisation unmittelbar nach Ausbruch des Konflikts operative Maßnahmen ergriffen. Dazu zählen das Einfrieren von Marketingbudgets in betroffenen Märkten sowie die Anpassung und Verschiebung geplanter Kampagnen.

Strategisch richtet die DZT ihren Fokus während des Konflikts verstärkt auf Europa. Laut Mitteilung entfallen 77 Prozent der Übernachtungen aus dem Ausland auf europäische Gäste. Budgets für Märkte im Nahen Osten, insbesondere Israel und die Golfstaaten, werden neu verteilt.

Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstands der DZT, erklärte laut Mitteilung: „Heute ist bereits absehbar, dass die möglichen Folgen der militärischen Konflikte weit über die unmittelbaren Kriegsschauplätze und die Dauer der Auseinandersetzung hinaus reichen werden.“

Flugverkehr über Golf-Drehkreuze deutlich eingeschränkt

Ein zentraler Bestandteil der Berichte betrifft laut DZT die Entwicklung im Luftverkehr. Mit Beginn des Konflikts seien Flugverbindungen über wichtige Drehkreuze in den Golfstaaten unterbrochen worden und hätten sich bislang nicht vollständig erholt.

Nach Analysen von Tourism Economics laufen rund 14 Prozent des internationalen Transitverkehrs über diese Drehkreuze, etwa 28 Millionen Reisen aus dem Nahen Osten seien betroffen. Für Deutschland zeigt sich laut Mitteilung ein deutlicher Rückgang: Im März 2026 sank die Zahl der Flugankünfte über Golf-Drehkreuze um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr.

2025 entfielen nach Angaben der DZT 4,2 Prozent aller Flugankünfte nach Deutschland auf diese Verbindungen. Besonders hoch ist die Abhängigkeit bei Reisenden aus den Golfstaaten, von denen 73,2 Prozent über diese Drehkreuze einreisen.

Steigende Energiepreise erhöhen Kosten für Reisen weltweit

Die DZT weist in ihren Analysen zudem auf wirtschaftliche Auswirkungen hin. Bereits seit Jahresbeginn seien die Preise für Economy-Flüge im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent gestiegen. Mit Beginn des Konflikts hätten steigende Öl- und Kerosinpreise diesen Trend verstärkt.

Die Organisation Airports Council International Europe warnte laut Mitteilung in einem Schreiben an die Europäische Kommission vor möglichen Kerosinengpässen in Europa, sollte die Blockade der Straße von Hormus anhalten.

Trotz eines Anstiegs der Rohölpreise um 64 Prozent im März 2026 erwarten Analysten von Tourism Economics laut Mitteilung einen moderateren Effekt auf Flugpreise. Demnach könnten sich die Basispreise für Flugtickets um fünf bis zehn Prozent erhöhen.

Auch der Straßenverkehr ist betroffen: Mit einem Anteil von 44 Prozent ist der Pkw das wichtigste Verkehrsmittel für europäische Gäste auf dem Weg nach Deutschland.

Europäische Märkte zeigen stabile Nachfrage und steigende Reiseabsichten

Die DZT berichtet zudem über Entwicklungen bei der Nachfrage. Nach Angaben der European Travel Commission haben sich die Reiseabsichten innerhalb Europas um fünf Prozentpunkte erhöht.

Eine Studie von Appinio im Auftrag der DZT zeigt laut Mitteilung steigende Reiseabsichten aus den Niederlanden und Belgien. Diese Märkte tragen nach Einschätzung der DZT zur Stabilisierung des Tourismus nach Deutschland bei.

Tourism Economics prognostiziert im Basisszenario für 2026 ein Wachstum der internationalen Übernachtungen in Deutschland von 1,9 Prozent. Bei längerer Dauer des Konflikts könnte sich dieses Wachstum auf 0,3 Prozent verringern.

Rückgänge in Nahostmärkten und angepasste Prognosen für 2026

Für Märkte im Nahen Osten erwartet die DZT laut Mitteilung deutliche Rückgänge. Die Prognose für die Golfstaaten wurde von ursprünglich plus fünf Prozent auf minus 14 Prozent angepasst. Für Israel wird ein Rückgang von rund 18 Prozent erwartet.

2025 generierten Israel 0,6 Millionen Übernachtungen und die Golfstaaten 1,2 Millionen Übernachtungen in Deutschland. Trotz vergleichsweise geringer Marktanteile hätten diese Märkte laut DZT aufgrund hoher Reiseausgaben eine überdurchschnittliche wirtschaftliche Bedeutung.

Für Überseemärkte insgesamt prognostiziert Tourism Economics im Basisszenario ein Wachstum von 4,5 Prozent, während im Negativszenario ein Rückgang von 9,3 Prozent möglich sei.

Buchungszahlen entwickeln sich stabil trotz geopolitischer Unsicherheiten

Nach Analysen von TripAdvisor hat sich die Nachfrage nach Reisen nach Deutschland laut Mitteilung nach einem kurzfristigen Rückgang wieder stabilisiert. Expedia verzeichnete demnach einen Rückgang der Suchanfragen um 1,5 Prozent, gleichzeitig jedoch einen Anstieg der Buchungen um 8,2 Prozent.

Aus Nordamerika meldet die European Tourism Association, dass rund 85 Prozent der Gruppenreisen nach Deutschland bereits fest gebucht sind. Auch aus Kanada wird ein Anstieg der Übernachtungen um sechs Prozent berichtet.

Die weitere Entwicklung hängt nach Angaben der DZT unter anderem von der Dauer des Konflikts, der Entwicklung der Energiepreise und möglichen wirtschaftlichen Folgen ab.


 

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