DZT setzt 2026 auf vier Hauptkampagnen

| Tourismus Tourismus

Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) richtet ihre Vermarktungsstrategie für das Jahr 2026 neu aus. Mit vier weltweiten Kampagnen und drei ergänzenden Themenschwerpunkten will die Organisation das Reiseland Deutschland im internationalen Wettbewerb positionieren. Im Fokus stehen dabei die Bereiche Kultur, Kulinarik, Städtereisen und Natur. Ziel ist es, sowohl Neukunden aus Wachstumsmärkten zu gewinnen als auch Stammgäste zu wiederholten Besuchen zu animieren.

Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der DZT, erläutert die wirtschaftliche Bedeutung dieser Maßnahmen: „Das Reiseland Deutschland ist mit seiner ausgeprägten Gastgeberkultur und seinem hervorragenden Markenimage als serviceorientiertes Qualitätsreiseziel bestens aufgestellt. Unsere Kampagnen und Themenschwerpunkte greifen diese Stärken bewusst auf, um potenzielle Deutschlandurlauber in den Märkten zu begeistern. Damit sprechen wir neue Kunden aus Wachstumsmärkten an und geben zugleich Stammgästen Impulse, wieder nach Deutschland zu reisen. So trugen die Deutschlandurlauber aus dem Ausland 2025 mit Reiseausgaben von 78,5 Milliarden Euro zur wirtschaftlichen Wertschöpfung bei. Das wiederum unterstützt die mittelständische Tourismuswirtschaft.“

Fokus auf urbane Erlebnisse und kulinarische Identität

Laut einer Untersuchung von Appinio zählen Städtetrips zu den drei wichtigsten Reiseinteressen internationaler Gäste. Deutschland belegt in diesem Segment den Spitzenplatz bei europäischen Reisenden. Um diesen Vorsprung auszubauen, startet im März 2026 die Kampagne Your Next Stop: Travel Destination Germany. In drei Wellen sollen Metropolen und kleinere Städte über digitale Kanäle und Kooperationen mit Buchungsplattformen beworben werden.

Parallel dazu rückt die Gastronomie stärker in das Zentrum der Vermarktung. Die Analyse der DZT zeigt, dass das Erleben lokaler Speisen nach dem Besichtigen von Sehenswürdigkeiten die zweitwichtigste Aktivität für Kulturreisende darstellt. Die Kampagne Culinary Germany soll Deutschland als facettenreiches Genussland darstellen. Ein technisches Hilfsmittel, ein sogenanntes Widget, greift dabei auf den Wissensgraphen der DZT zu, um individuelle Empfehlungen für Restaurants, Weinfeste und regionale Spezialitäten auszuspielen.

Nachhaltigkeit und saisonale Höhepunkte

Ein weiterer Pfeiler der Strategie ist die Fortführung der Nachhaltigkeitskommunikation. Die bisherige Initiative wird unter dem neuen Namen Feel Good – Erlebnisse, die bleiben weitergeführt. Ziel ist es, zertifizierte nachhaltige Angebote in Stadt und Natur sichtbarer zu machen. Für das Jahresende setzt die DZT erneut auf die Zugkraft der Weihnachtsmärkte. Fast jede fünfte internationale Übernachtung entfällt auf die Monate November und Dezember. Unter dem Titel Season's Greetings from Germany wird gezielt für die Vorweihnachtszeit geworben. Dass dieser Sektor ein erheblicher Wirtschaftsfaktor ist, belegen Zahlen des Deutschen Schaustellerverbandes. Im Jahr 2024 generierten Besucher auf den Märkten einen Umsatz von 4,17 Milliarden Euro, ergänzt durch weitere 4,88 Milliarden Euro im Umfeld der Veranstaltungen.

Wagner-Jubiläum und Naturtourismus für Familien

Zusätzlich zu den Hauptkampagnen setzt die DZT 2026 auf drei spezifische Themen. Im Bereich des Kulturtourismus wird das 150. Jubiläum der Bayreuther Festspiele genutzt, um Orte in den Mittelpunkt zu rücken, die mit dem Leben und Werk von Richard Wagner verbunden sind, darunter Leipzig, Dresden und Eisenach. Da der Urlaub auf dem Land im Jahr 2025 ein Plus von vier Prozent verzeichnete, werden zudem gezielt Angebote für Familien wie Radfahren, Wandern und Urlaub auf dem Bauernhof beworben. Als Vorlauf zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 im Ruhrgebiet startet bereits 2026 die Bewerbung dieser Region, um die Aufenthaltsdauer der erwarteten 2,6 Millionen Besucher zu erhöhen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die GBTA erwartet für 2026 Geschäftsreiseausgaben von 404 Milliarden Euro in Europa. Während die Ausgaben um sieben Prozent steigen sollen, wächst die Zahl der Reisen laut Prognose lediglich um 0,7 Prozent. Deutschland bleibt der größte europäische Geschäftsreisemarkt.

Das Ferienhaus-Portal Holidu hat das Suchinteresse bei Google für deutsche Kleinstädte mit weniger als 20.000 Einwohnern ausgewertet. Dabei führen Füssen und Winterberg das aktuelle Ranking an.

Hunderttausende Touristen zieht es Jahr für Jahr an die gleichen Orte. Die Europäische Kommission will die Länder dabei unterstützen, Folgen auszugleichen - und Europas Tourismus stärken.

Booking.com hat seine Reiseprognosen für 2027 veröffentlicht. Eine Befragung in Deutschland zeigt veränderte Urlaubswünsche – von stimmungsbasierter Reiseplanung über unterschiedliche Budgetvorstellungen bis zum Einsatz künstlicher Intelligenz.

Der Fahrradtourismus hat 2025 in Deutschland einen Bruttoumsatz von 18,1 Milliarden Euro ausgelöst. Eine neue Untersuchung des Deutschen Tourismusverbandes zeigt zudem, wo weiteres Nachfragepotenzial besteht.

Regen statt Schnee und hohe Betriebskosten: Am Kolben in Oberammergau wird nach 15 Jahren der klassische Wintersportbetrieb eingestellt. Was die Betreiber zu dem Schritt sagen.

Nach dem Spatenstich für die Munich Arena in Freising prognostiziert eine Deloitte-Studie eine jährliche Bruttowertschöpfung von rund 355 Millionen Euro für die Region. Von zusätzlicher Nachfrage sollen auch Hotellerie und Gastronomie profitieren. Zum Projekt gehört ein Tempo by Hilton mit 199 Zimmern.

Center Parcs Deutschland steigerte im Geschäftsjahr 2025/26 die Auslastung seiner sechs Ferienparks auf 80,8 Prozent. Besonders die Nachfrage nach Aufenthalten außerhalb der Schulferien nahm zu.

Vor Flügen in die Vereinigten Staaten muss ab Mitte nächster Woche eine zusätzliche Erklärung abgegeben werden. Der Hintergrund ist der Ebola-Ausbruch im Kongo. Was US-Reisende wissen müssen.

Baden-Baden führt das Ranking der meistgesuchten deutschen Kurorte mit rund 451.000 monatlichen Suchanfragen an. Eine Auswertung von Fit Reisen zeigt außerdem regionale Unterschiede und abweichende Präferenzen in ausländischen Märkten.