DZT sieht Wachstumschancen für deutsche Bustouristik durch internationale Vermarktung

| Tourismus Tourismus

Die internationale Vermarktung des Reiselandes Deutschland bietet der mittelständisch geprägten Bustouristik erhebliche Wachstums- und Ertragsmöglichkeiten. Diese Analyse präsentierte Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), in ihrer Keynote zum 43. Tag der Bustouristik in Garmisch-Partenkirchen. Laut DZT ist der Reisebus im globalen Reisemarkt fest etabliert und gewinnt insbesondere durch Gäste aus Übersee an Bedeutung.

Stabile Marktanteile und starke Quellmärkte in Europa

Daten des World Travel Monitor von IPK International belegen, dass in den vergangenen zehn Jahren – die Pandemiezeit ausgenommen – jährlich mehr als vier Millionen Europäer den Reisebus für Fahrten nach Deutschland nutzten. Dies entspricht einem stabilen Marktanteil zwischen sieben und acht Prozent. Zu den wichtigsten Quellmärkten für die Busanreise zählen die Nachbarländer Polen, Frankreich, die Schweiz, die Niederlande und Österreich.

Potenzial durch Gäste aus Übersee und Rundreisen

Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist die Gruppe der Überseegäste. Rund 37 Prozent dieser Urlauber unternehmen nach ihrer Landung an den internationalen Flughäfen Rundreisen innerhalb Deutschlands, wobei der Reisebus das bevorzugte Verkehrsmittel darstellt.

Diese Zielgruppe ist für die Branche von hoher wirtschaftlicher Relevanz, da Gäste aus Übersee im Jahr 2024 laut Statistischem Bundesamt 22,9 Prozent aller Ausländerübernachtungen generierten. Nach Angaben von IPK entfielen auf sie zudem 35 Prozent der gesamten Reiseumsätze. Ein weiterer Faktor für die Planungssicherheit ist die hohe Quote an Wiederholungsbesuchern, die bei fast 70 Prozent liegt. Busrundreisen bieten laut Hedorfer eine Möglichkeit, diese Gäste durch Service und Qualität langfristig zu binden.

Digitale Transformation und Einsatz von Künstlicher Intelligenz

Die DZT setzt verstärkt auf die digitale Transformation, um Deutschland als Busdestination zu positionieren. Ein zentrales Element ist dabei die Implementierung von Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI). So soll der KI-generierte „Travel Companion“ Emma künftig als digitale Markenbotschafterin für Busreisen nach Deutschland fungieren und potenzielle Gäste unterstützen.

Kooperation zur Verbesserung der Infrastruktur und Sichtbarkeit

Um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern, arbeitet die DZT mit dem Bus Power Monitor (BPM) des RDA Internationaler Bustouristik Verband zusammen. Die DZT stellt hierfür Daten aus ihrem weltweiten Netzwerk bereit, die als Basis für die Kapazitätsplanung der Ladeinfrastruktur dienen sollen.

Zusätzlich werden touristische Daten zu Busreisezielen in Deutschland künftig semantisch strukturiert im DZT-Knowledge Graph aufbereitet. Dieses Verfahren verbessert die Sichtbarkeit und Buchbarkeit der Angebote auf globalen Vermarktungsplattformen und KI-gestützten Suchmaschinen, was die internationale Positionierung der deutschen Bustouristik stärken soll.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 83 Prozent der Briten Interesse an Reisen zu literarischen Schauplätzen oder Filmdrehorten haben. Dabei spielen besonders die Identifikation mit Charakteren und die visuelle Präsenz in Medien eine Rolle für die Reiseentscheidung.

Urlaub in Schleswig-Holstein steht bei vielen Deutschen weiter hoch im Kurs. Doch wegen der höheren Lebenshaltungskosten zögern viele mit einer Buchung. Die Touristiker beobachten das mit Sorge.

Neue Reiseformate wie Zero-Day-Trips, regionale Meetings und hybride Veranstaltungen verändern nach Angaben der Initiative Chefsache Business Travel die Planung von Geschäftsreisen. Unternehmen bündeln Reisen stärker und richten sie gezielter auf konkrete geschäftliche Ziele aus.

Mehr als dreimal so viele Touristen wie griechische Einwohner strömten 2025 in das Urlaubsland. Auf Jetset-Inseln wie Santorini oder Mykonos bringt der Rekord-Tourismus die Infrastruktur ans Limit.

Eine aktuelle Auswertung von Fit Reisen analysiert das Suchinteresse für Ayurveda-Angebote in Europa. Dabei zeigt sich eine starke Präferenz für deutsche Regionen sowie eine Verschiebung hin zu mediterranen Zielen infolge der Iran-Krise.

Eine Studie des Technologieunternehmens Amadeus sieht weltweit eine hohe Offenheit vieler Reisender gegenüber künstlicher Intelligenz und digitalen Mobilitätsdiensten. Gleichzeitig bleiben Sprachbarrieren, Zusatzkosten und unzureichende Informationen häufig genannte Probleme im Reiseverkehr.

Fast die Hälfte der Passagierflüge, die auf deutschen Hauptverkehrsflughäfen starten oder landen, sind auf Kurzstrecken unterwegs. Die häufigste Verbindung war 2025 die zwischen Frankfurt/Main und London-Heathrow.

Wenn Eltern oder Großeltern mit Kindern auf Reisen gehen, heißt das Ziel besonders oft Schleswig-Holstein: Bei Urlaubern mit kleinen Kindern lag das nördlichste Bundesland in den Jahren 2023 bis 2025 in Deutschland an erster Stelle vor Mecklenburg-Vorpommern.

Der Plattformbetreiber Airbnb plant den Ausbau zu einem umfassenden Dienstleistungsmarktplatz nach dem Vorbild von Amazon und integriert im Sommer 2026 neben tausenden Boutique-Hotels auch Mietwagen, Gastronomieangebote zur Fußball-Weltmeisterschaft sowie neue KI-Werkzeuge in seine Anwendung.

Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des BTW zeigt, dass wirtschaftliche Sorgen und steigende Kosten das Reiseverhalten der Bundesbürger belasten. Der Verband fordert angesichts sinkender Buchungsbereitschaft politische Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftswachstums.