EU-Kommission genehmigt deutsche Garantie für Reise-Gutscheine

| Tourismus Tourismus

Die Garantie des Bundes für Reisegutscheine bei Stornierungen wegen Corona hat die Genehmigung aus Brüssel. Die EU-Kommission billigte die staatlichen Beihilfen in Höhe von 840 Millionen Euro am Freitag. Die Regelung soll die Gutscheine als Alternative zur Erstattung der Reisekosten attraktiver machen und so der Reisebranche helfen. Trotzdem haben Kunden das Recht auf Entschädigung, wenn ihnen das lieber ist.

Die Bundesregierung hatte - wie andere EU-Staaten - zunächst erwogen, Gutscheine zur Pflicht zu machen. Denn die Reisebranche fürchtet milliardenschwere Rückerstattungen für Urlaube, die wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt werden mussten. Doch die EU-Kommission erhob Einwände. Deshalb entschloss sich die Bundesregierung zu der Garantie. So müssen die Kunden nicht fürchten, dass sie bei einer Pleite des Veranstalters auf wertlosen Gutscheinen sitzen bleiben.

Die jetzt von der EU-Kommission genehmigte deutsche Regelung bezieht sich auf Gutscheine für annullierte Pauschalreisen, die vor dem 8. März gebucht wurden. Nach Angaben der Brüsseler Behörde hatten diese - Stand Ende April - einen Wert von sechs Milliarden Euro. Da für einen Großteil der stornierten Buchungen bereits der Preis erstattet oder eine Ersatzbuchung angeboten worden sei, gehe es Schätzungen zufolge noch um abgesicherte Gutscheine im Wert von 1,5 Milliarden Euro.

Mit der Regelung werde der deutsche Staat dafür sorgen, dass Empfänger die Gutscheine entweder bis 31. Dezember 2021 nutzen oder dann den vollständigen für die Reise gezahlten Betrag zurückbekommen könnten. Das sei im Sinne der Empfehlung der Kommission von Mitte Mai, Gutscheinlösungen attraktiv zu machen. Die Regelung sei notwendig, angemessen und verhältnismäßig und somit genehmigt worden, betonte die Behörde weiter. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Fast zehn Jahre lang war der Besuch der Aussichtsplattform der Elbphilharmonie, der sogenannten Plaza, kostenlos. Von Oktober an kostet er Geld. Welche Auswirkungen das haben wird.

Erneut sind Mallorquiner gegen den Massentourismus auf die Straße gegangen. Nur zwei Wochen nach der großen Kundgebung in Palma gegen den aus Sicht vieler Insulaner überbordenden Tourismus, fand die neue Demo nun in der Stadt Sóller statt.

Die Robinson Club GmbH registriert eine Veränderung beim Luxusverständnis deutscher Reisender. Demnach definieren viele Befragte Luxus im Urlaub primär über Zeit, Erholung sowie die Entlastung von alltäglichen Pflichten.

Die weltweiten Ausgaben für Geschäftsreisen steigen im Jahr 2026 voraussichtlich auf den Rekordwert von 1,56 Billionen Euro, während die Zahl der Reisen nur leicht zunimmt.

Ob Spirituosen, Korallenschmuck oder Designer-Kopien: Wer Souvenirs aus dem Urlaub mitbringen möchte, sollte wissen, was er tut. Sonst kann es bei der Einreise Probleme geben.

Der Deutsche Alpenverein meldet auf zahlreichen Berghütten in den Alpen akute Wasserknappheit. Auf einzelnen Hütten muss Trinkwasser bereits per Hubschrauber geliefert werden, während der Verband zu umfassenden Sparmaßnahmen aufruft.

Lufthansa kämpft mit teurem Kerosin und Streiks. Chef Spohr hält nun sogar einen Gewinnrückgang im Gesamtjahr für möglich und kündigt weiterhin hohe Ticketpreise an.

Bahnreisen blieben für Fahrgäste im Juli eine Geduldsprobe: Mit 52,6 Prozent war lediglich etwas mehr als die Hälfte der Fernzüge ohne größere Verzögerungen unterwegs. Im Vergleich zum Vormonat blieb die Quote damit unverändert.

Am Mittelmeer werden für Schirme und Liegen teils horrende Preise verlangt. An einigen Stränden Italiens gehen die Behörden neuerdings dagegen vor, auch wegen der EU. Aber die alten Kräfte wehren sich.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus lädt Ende September zu einem hochrangigen Fachtreffen mit US-Entscheidern an den Bodensee ein, um Trends im amerikanischen Reisemarkt zu analysieren.