Europäer verändern Buchungsgewohnheiten

| Tourismus Tourismus

Der europäische Reisemarkt verzeichnet laut dem Europe Consumer Travel Report 2026 von Phocuswright zunehmende Unterschiede zwischen den nationalen Märkten. Die Annahme eines einheitlichen Reiseverhaltens in Großbritannien, Frankreich und Deutschland verliere an Bedeutung, da sich die Reisegewohnheiten der Bevölkerungsgruppen laut dem Bericht in der Ausgestaltung ihrer Reisen entkoppeln.

Britische Reisende unternahmen den Angaben zufolge eine gestiegene Zahl an Reisen. In Deutschland beobachteten die Analysten hingegen einen entgegengesetzten Trend, bei dem die Reisenden zwar weniger Reisen tätigten, jedoch einen höheren Geldbetrag ausgaben. Französische Reisende äußerten laut der Studie verstärkt den Wunsch nach Bahnreisen, Mietwagen und erlebnisorientierten Angeboten. Aufgrund dieser nationalen Differenzen seien pan-europäische Vermarktungsstrategien für Reiseanbieter zunehmend weniger effizient.

Dominanz der Online-Reisebüros

Die Rechercheintensität vor einer Buchung habe über alle drei untersuchten Märkte hinweg im Vergleich zum Vorjahr abgenommen. Online-Reisebüros fungierten dabei mittlerweile als primäre Anlaufstelle für die Informationssuche und hätten klassische Suchmaschinen überholt. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz nehme zwar bei der Reiseplanung zu, bleibe jedoch hinter herkömmlichen Methoden zurück. Zwischen 30 und 40 Prozent der Reisenden nutzten entsprechende technologische Hilfsmittel, wobei die Akzeptanz für KI-gestützte Buchungsprozesse bei lediglich etwa 30 Prozent der technikaffinen Reisenden liege.

Praktische Entscheidungskriterien dominieren

Bei der finalen Buchungsentscheidung priorisierten Reisende laut Phocuswright Faktoren wie Benutzerfreundlichkeit, praktische Erfahrungen und vertrauenswürdige Bewertungen vor technologischen Innovationen. In Deutschland dominierten bei der Buchung von Hotelübernachtungen und Flügen weiterhin indirekte Kanäle wie Online Reisebüros. In Frankreich zeichne sich dagegen ein Trend ab, der wieder vermehrt auf direkte Buchungswege setze. Menschliche Unterstützung erziele in den meisten Fällen nach wie vor eine höhere Wirksamkeit als automatisierte digitale Assistenten.

Externe Einflüsse wie geopolitische Spannungen beeinflussten das Komfortempfinden der Reisenden, besonders in Frankreich. Rund 40 Prozent der befragten Reisenden aus den drei Märkten gaben an, dass sie sich bei Besuchen in den Vereinigten Staaten im Vergleich zum Vorjahr unwohler fühlten. Trotz dieser Bedenken bilanzierte der Bericht eine hohe Marktresilienz. Die Mehrheit der Reisenden beabsichtige, die Frequenz, Dauer und Klasse ihrer Reisen in den kommenden 12 Monaten konstant zu halten.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Edersee ist mitten in den Ferien nur noch zu rund einem Fünftel gefüllt. Wassersport geht kaum noch, Betriebe melden teils 50 Prozent Umsatzminus. Entspannung ist vorerst nicht in Sicht.

Über Airbnb, Booking.com und Expedia wurden 2025 insgesamt 68,3 Millionen Übernachtungen in deutschen Ferienwohnungen und -häusern gebucht. Die Daten ergänzen die amtliche Tourismusstatistik insbesondere um kleinere Anbieter.

Mitten in der Hauptreisezeit fordern Tausende auf Mallorca ein Ende des Massentourismus. Es ist nicht der erste Protest. Warum die Inselbewohner auf die Barrikaden gehen.

Die Lagunenstadt macht 2026 mit Tagesbesuchern Einnahmen in Rekordhöhe. Nächstes Jahr geht es wohl weiter mit der Gebühr. Der neue Bürgermeister spricht sogar schon von noch höheren Preisen und bringt bis zu 50 Euro ins Gespräch.

Karls hat kürzlich sein erstes Erlebnisdorf in Nordrhein-Westfalen eröffnet. Der neue Standort in Oberhausen verbindet bekannte Attraktionen des Unternehmens mit eigens für das Ruhrgebiet entwickelten Angeboten.

Der österreichische Tourismussektor meldet zum Auftakt der warmen Jahreszeit historische Höchstwerte. Wie Statistik Austria mitteilte, belaufe sich die Gesamtzahl der Übernachtungen in den Monaten Mai und Juni auf exakt 22,35 Millionen.

Geschäfte und Tourismus in Dubai leben nicht zuletzt vom Image der Metropole als sicherer Hafen. Nach schweren Umsatzeinbrüchen im Iran-Krieg versucht die Stadt, wieder mehr Touristen anzuziehen.

Mubadala Capital treibt die Übernahme von Pierre et Vacances voran. Mehr als 80 Prozent der Aktionäre haben ihre Unterstützung zugesagt, der Abschluss der Transaktion wird für das erste Halbjahr 2027 angestrebt. Zu Pierre & Vacances gehören die Center Parcs und Adagio.

Deutsche Urlauber treffen in diesem Sommer in immer mehr Reisezielen auf KI-Helfer, die bei Orientierung, Planung und Alltagsfragen unterstützen sollen. Das ist praktisch, manchmal erstaunlich – und je nach Land ziemlich eigen im Ton und in der Art der Hilfe. Eine Auswahl.

Die Rheinkirmes in Düsseldorf feiert mit Start in die Kirmessaison 125 Jahre Jubiläum auf der Rheinwiese. Das Volksfest bietet immer noch Neuheiten: Der Veranstalter verspricht in diesem Jahr rund 30 neue Angebote.