Flixbus und Blablabus nehmen Betrieb wieder auf

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Nach gut zwei Monaten Corona-Stillstand fahren von Donnerstag an auf innerdeutschen Verbindungen wieder die ersten Fernbusse des Anbieters Flixbus. Zunächst sollen die Fahrzeuge knapp 50 Halte ansteuern. Das entspricht etwa zehn Prozent der üblichen Ziele. Um eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu vermeiden, sollen Fahrgäste an den Haltestellen und beim Einsteigen Abstand halten sowie auch während der Fahrt Mundschutz tragen.

Flixbus appellierte an die Kunden, nur zu reisen, wenn sie beschwerdefrei sind. Aus wirtschaftlichen Gründen ist aber nicht vorgesehen, Sitzplätze zu sperren. Flixbus-Konkurrent Blablabus hatte am Mittwoch angekündigt, nach seinem für Ende Juni geplanten Betriebsstart zunächst höchstens jeden zweiten Platz anzubieten.

Blablabus fährt ab Ende Juni wieder

Der Fernbus-Anbieter Blablabus will in vier Wochen den Betrieb wieder aufnehmen. Ab dem 24. Juni seien die Busse auf Inlandsstrecken wieder unterwegs, wie das Unternehmen am Mittwoch ankündigte. Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, soll zunächst pro Bus höchstens jeder zweite Sitzplatz besetzt werden. Fahrgäste müssen Mund- und Nasenschutz tragen.

Fahrkarten seien ab 12. Juni buchbar. Im Laufe des Sommers werde das Angebot je nach Nachfrage und Gesundheitssituation angepasst. Blablabus ist im vergangenen Jahr in Deutschland an den Start gegangen und gegen den Marktführer Flixbus angetreten. In der Coronakrise stellten beide Mitte März den Betrieb ein. Flixbus startet an diesem Donnerstag wieder.

«Wir wollen auch in diesen Corona-Zeiten sicheres Reisen ermöglichen», sagte Flixbus-Geschäftsführer André Schwämmlein der Deutschen Presse-Agentur. Dazu habe man ein Hygienekonzept erarbeitet. Busse werden nach jeder Fahrt desinfiziert. Es gilt der Sicherheitsabstand von 1,50 Metern an Haltestellen und beim Ein- und Aussteigen. Fahrkarten würden berührungslos kontrolliert, Desinfektionsmittel stehe bereit.

Wie bei der Bahn sollen Sitzplätze aber nicht gesperrt werden, wie Schwämmlein sagte. «Das ist wirtschaftlich nicht darstellbar.» Fahrgäste müssen aber während der gesamten Fahrt Mundschutz tragen. Hier sei auch Eigenverantwortung gefragt, sagte Schwämmlein. «Wir appellieren an unsere Fahrgäste, ihre Reise nur dann anzutreten, wenn sie beschwerdefrei sind.»

Teurer sollen die Fahrten trotz des höheren Aufwands nicht werden. «Wir gehen davon aus, dass wir das Preisniveau halten können, das wir vor der Krise hatten.»

Angefahren werden neben Großstädten wie Berlin, Leipzig, Nürnberg, Hamburg, Frankfurt am Main und München auch kleinere Städte wie Bayreuth, Himmelkron, Titisee-Neustadt, Weimar und Wolpertshausen, wie Flixbus mitteilte. Auch in Österreich, Polen, Tschechien und Dänemark sei man wieder im Einsatz. Toiletten werden nicht geöffnet, damit sich Fahrgäste im Bus nicht begegnen. Die Busse führen aber regelmäßig auf Rastplätze, hieß es vom Unternehmen.

«Wir werden diese Krise überstehen», sagte Schwämmlein. Das Unternehmen sei sehr gut finanziert. Flixbus hat keine eigenen Busse, sondern vermittelt die Buchung an mittelständische Busfirmen. «Es ist eine dramatische Situation in der Branche», sagte Schwämmlein. «Aber unsere Partner sind alle noch da.»

Weltweit beförderte Flixbus 2019 mehr als 62 Millionen Fahrgäste, dieses Jahr sollte die Expansion im Ausland weiter gehen. Nun geht es darum, erst einmal wieder in Fahrt zu kommen. Wann das Zugangebot Flixtrain wieder buchbar ist, steht noch nicht fest.

«Es fühlt sich ein bisschen an wie das Flixbus-Netz von 2013», sagte Schwämmlein. 26 Busse werden nächste Woche in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs sein. Flixbus setzt darauf, bald auch wieder grenzüberschreitend fahren zu können. «Wir hoffen, dass sich in den nächsten Wochen eine verantwortungsvolle europäische Lösung etabliert.»

Flixbus unterstützt Forderungen der Busbranche nach staatlicher Hilfe. «Drei Monate übersteht jeder, aber wir müssen überlegen, wie man in den nächsten 12 bis 18 Monaten hilft», sagte Schwämmlein. «Sonst werden es viele nicht überleben.» Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte kürzlich für die Busbranche Hilfen von rund 170 Millionen Euro angekündigt.

Zugleich ist milliardenschwere Hilfe für die Deutsche Bahn und die Lufthansa geplant. «Man muss natürlich handeln, Verkehr ist wichtig», sagte Schwämmlein dazu. «Aber es kommt darauf an, dass man Corona nicht als Ausrede für Wettbewerbsverzerrung nutzt.» Darauf müsse die EU-Kommission ihre Augen richten. (dpa)


 

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