Freunde für Napa: Neue Bären für Arosa

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In Arosa in der Schweiz gibt es auf dem Berg über dem Ort ein außergewöhnliches Bärengehege, das inzwischen zu einer echten Touristenattraktion geworden ist und für den Anstieg der Gästezahlen in dem Ort sorgen soll. Bisher fand hier der Bär Napa, der letzte serbische Zirkusbär, nach Rettung seine neue Bleibe. Jetzt kamen zwei albanische „Restaurant-Bären“ dazu.

Amelia und Meimo lebten vorher in der albanischen Stadt Shkoder, wo die Tiere nicht artgerecht in einem 60 Quadratmeter großen Metallkäfig gehalten wurden. Dort konnten die Bären nicht länger bleiben, da ihre Haltung zunehmend in die Kritik geraten war und der Besitzer den Mini-Zoo Ende Januar schloss.

Nach einer langen Transportreise, die vom Dienstag bis Freitag dauerte und durch fünf Länder führte, sind die beiden neuen Bären im Arosa Bärenland angekommen. Die Reise ging ohne Verzögerungen und Überraschungen über die Bühne und das neue Zuhause von Amelia (Weibchen) und Meimo (Männchen) scheint den beiden zu gefallen. Napa beobachtete die Ankunft interessiert und ruhig. 

Bereits am Montag reiste die Crew vom Tiertransport nach Albanien, um die letzten Vorbereitungen für die 2.436 Kilometer lange Reise zu treffen. Diese startete am Dienstagmorgen mit der Betäubung der beiden Bären, damit sie veterinärmedizinisch untersucht und in die Transportkisten verladen werden konnten. Als die Bären wieder wach waren, startete die große Reise von Albanien über Mazedonien nach Griechenland, wo sie anschließend mit der Fähre nach Italien transportiert wurden. In Italien angekommen ging die Reise weiter via Bergamo zum Grenzübergang in Chiasso und schließlich hoch nach Arosa. Im tiefverschneiten Arosa wurden die beiden Bären mit der Gondel hoch zur Mittelstation und dann mit dem Pistenbully weiter zum Arosa Bärenland befördert. 

Begleitet wurde der anspruchsvolle Transfer von einem Transportteam bestehend aus Vertretern vom Arosa Bärenland, den Arosa Bergbahnen, Mitarbeitenden von „Vier Pfoten“ und dem Tierarzt Dr. Frank Göritz vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW). Der ganze Transport verlief reibungslos und die Bären sind wohlbehütet im Arosa Bärenland angekommen. Pascal Jenny, Präsident der Stiftung Arosa Bären zeigt sich dankbar und stolz: „Wir durften uns nur erhoffen, dass in dieser doch so jungen Zusammenarbeit ein komplexer Transport in solch hoher Qualität und Professionalität über die Bühne geht. Wir freuen uns sehr über die neuen Gspänli von Napa und sind überzeugt, dass sie sich rasch in ihrem neuen Zuhause einleben“.

Auch Napa staunte nicht schlecht, als plötzlich zwei neue Besucher vor seiner Tür standen. Er beobachtete die Ankunft neugierig und ruhig von seinem abgetrennten Bereich des Geheges aus und ließ seine Artgenossen keine Sekunde aus den Augen. Napa und die beiden Neuankömmlinge werden nun die Möglichkeit haben, sich durch den Zaun zu beschnuppern. Im Frühjahr wird die Vergesellschaftung im Außengehege angestrebt, wobei das Arosa Bärenland mit drei Hektar jederzeit große Rückzugsmöglichkeiten für jeden einzelnen Bär zulässt.

Die neuen Bewohner des Arosas Bärenlandes heissen Meimo und Amelia
Die beiden Braunbären hatten bisher keine offiziellen Namen. Laut den ehemaligen Besitzern wurden die Bären immer wieder unterschiedlich genannt. Deshalb haben sich Vier Pfoten und die Stiftung Arosa Bären dafür entschieden, für die beiden Bären einen neuen Namen zu suchen. „Damit beginnt für die Bären auch gleichzeitig ein neues Leben und ein neuer Lebensabschnitt im Arosa Bärenland“ begründet die Länderchefin von Vier Pfoten Schweiz den Entscheid, Alexandra Mandoki. Das Männchen heisst „Meimo“ und das Weibchen hat den Namen „Amelia“ erhalten. Die Stiftung Arosa Bären ist dankbar, dass sowohl für Meimo als auch für Amelia bereits Namenspaten gefunden werden konnten, welche das Arosa Bärenland grosszügig unterstützen.

Ausblick: Wie wird es weitergehen?
Die beiden Bären werden im Innengehege ihre Eingewöhnungsphase haben, da aufgrund der aktuellen Schneehöhe das Aussengehege bis auf weiteres geschlossen ist. Die Tierpflegerinnen und Tierpfleger vom Arosa Bärenland erhoffen sich, dass die beiden Neuankömmlinge in wenigen Tagen auch in die Winterruhe gehen werden. Der wissenschaftliche Leiter Hans Schmid basiert diese Hoffnung auf dem festgelegten Futterkonzept: „Wir werden in den ersten Tagen die Futtermenge regelmässig reduzieren und erwarten, dass die bereits gut ernährten Bären ganz natürlich den Entscheid zur Winterruhe treffen“.

Seit August 2018 betreibt die Gemeinde Arosa gemeinsam mit Vier Pfoten im Herzen der Bergwelt von Graubünden das Arosa Bärenland. Im Juli 2018 ist Napa, ein ehemaliger serbischer Zirkusbär, als erster Bewohner eingezogen. Das Arosa Bärenland bietet Platz für bis zu fünf Bären und wird im Frühling 2019 weitere Bären aufnehmen. Dort können sie ihren natürlichen Instinkten nachgehen und nach einem Leben in Gefangenschaft ein kleines Stückchen Freiheit wiederentdecken. Egal ob beim Herumstreifen durch die Wälder, beim Planschen in den Teichen oder beim Graben von Höhlen – im Arosa Bärenland gibt es ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten für jeden Bären.
 

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