Geschäftsreisen mit Freizeitanteil gewinnen an Bedeutung

| Tourismus Tourismus

Die Kombination von beruflichen Reisen mit privaten Aufenthalten gewinnt bei deutschen Geschäftsreisenden an Bedeutung. Nach einer Untersuchung des Bayerischen Zentrums für Tourismus haben zwei Drittel der Befragten bereits entsprechende Erfahrungen gesammelt. Die Erhebung, die in Kooperation mit dem GCB German Convention Bureau und dem Verband Deutsches Reisemanagement durchgeführt wurde, analysiert erstmals die Motive und Strukturen dieser Reiseform.

Für die Erhebung befragte das Marktforschungsunternehmen NIQ insgesamt 3.000 Geschäftsreisende in einer zweistufigen Online-Studie. Die Ergebnisse zeigen, dass im Jahr 2025 insgesamt 56 Prozent der Teilnehmer ein- oder zweimal beruflich unterwegs waren. Ein Drittel absolvierte drei bis fünf Reisen, während 11 Prozent noch häufiger reisten. Ein größerer Anteil von 67 Prozent der Geschäftsreisenden verfüge bereits über generelle Erfahrung mit der privaten Verlängerung von Dienstreisen.

Hohe Affinität bei häufig reisenden Personen

Der Leiter des Zentrums, Alfred Bauer, erklärte, dass die Neigung zur privaten Verlängerung mit der Häufigkeit der dienstlichen Termine steige. Diese Affinität nehme erst bei sehr mobilen Reisenden wieder ab. Im Jahr 2025 kombinierten 53 Prozent der Befragten mit entsprechender Erfahrung eine Reise mit einem Freizeitaufenthalt, während 25 Prozent dies bei zwei Reisen taten. Im Durchschnitt unternahm jede dieser Personen 1,8 Bleisure-Reisen im vergangenen Jahr.

Die zeitliche Gestaltung zeige eine klare Struktur, da die private Verlängerung in 78 Prozent der Fälle im Anschluss an den geschäftlichen Teil stattfinde. Das Durchschnittsalter der Akteure beläufe sich auf 36,7 Jahre, wobei eine Mehrheit von 65 Prozent allein reise. Demgegenüber stehe eine Gruppe von rund 24 Prozent der bisherigen Nicht-Nutzer, die eine direkte Trennung von Beruf und Privatleben anstrebe.

Inländische Destinationen im Fokus

Als wichtigstes Zielgebiet erweise sich das Inland, da 38 Prozent der Befragten ihren privaten Aufenthalt in Deutschland verbrachten. Bei den internationalen Zielen folgen Spanien mit acht Prozent, Italien mit sieben Prozent und Frankreich mit sechs Prozent. Auf Ebene der Städte verzeichnen Berlin, Hamburg und München die stärkste Nachfrage, während im europäischen Ausland London, Paris, Wien und Rom an der Spitze liegen.

Die Verlängerung umfasse im Durchschnitt 3,1 Nächte zusätzlich zum geschäftlichen Aufenthalt. Die finanziellen Aufwendungen beziffert die Untersuchung auf durchschnittlich 1.642 Euro pro Gesamtreise, wovon ein Betrag von 616 Euro auf den privaten Freizeitanteil entfalle. Als Hauptmotive für die Verlängerung nennen die Befragten Erholung und Entspannung mit 30 Prozent sowie Abwechslung vom Alltag und das Entdecken neuer Orte mit jeweils 26 Prozent.

Die Freizeitgestaltung der Geschäftsreisenden unterscheide sich laut den Verantwortlichen kaum von klassischen Touristen. Für den weiteren Verlauf planen 76 Prozent der erfahrenen Befragten mindestens eine entsprechende Reise. Zudem erwäge rund ein Drittel der bisherigen Nicht-Nutzer, künftig eine Dienstzeit privat zu verlängern. Die methodische Basis bildete eine repräsentative Vorbefragung von 4.029 Personen im November und Dezember 2025 sowie die Hauptbefragung im März und April 2026.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Brandgeruch im Tower, Nachtflugverbot ausgesetzt: Am Flughafen München brauchen Reisende zum Ende der Pfingstferien Geduld.

Die Kreuzfahrt ist ein Massengeschäft geworden, auch dank der Rostocker Reederei Aida Cruises. Die Passagierzahlen steigen und steigen. Gleichzeitig setzen neue Auflagen die Branche unter Druck.

UN Tourism registrierte im ersten Quartal 2026 weltweit 307 Millionen internationale Touristenankünfte. Gleichzeitig erwartet die Organisation aufgrund des Nahostkonflikts und steigender Reisekosten eine Abschwächung des Wachstums im weiteren Jahresverlauf.

Eine aktuelle Airbnb-Analyse zeigt, welche naturnahen Ziele in Deutschland im Sommer 2026 bei Reisenden besonders an Beliebtheit gewonnen haben. Dabei dominieren Regionen am Bodensee sowie Standorte an Nord- und Ostsee.

Rund sechs Millionen Menschen besuchen jährlich die wohl berühmteste deutsche Kirche, den Kölner Dom. Bislang war das kostenlos. Für Besucher ändert sich das jetzt - doch es gibt Ausnahmen.

Eine aktuelle Studie von Booking.com verdeutlicht Diskrepanzen zwischen dem Wunsch nach nachhaltigem Reisen und dem tatsächlichen Handeln der verschiedenen Generationen.

Der Tourismus in Rheinland-Pfalz ist mit steigenden Gäste- und Übernachtungszahlen in das Jahr 2026 gestartet. Besonders die Regionen Rheinhessen, Mosel-Saar und Ahr legten im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr zu.

Der Deutsche Reiseverband hat die Bewerbungsphase für den Umweltpreis Ecotrophea 2026 eröffnet. Im Mittelpunkt der diesjährigen Auszeichnung steht die Zusammenarbeit zwischen Tourismusunternehmen und lokalen Gemeinden.

Eine neue Umfrage belegt, dass 34 Prozent der Deutschen ihren Sommerurlaub aufgrund begrenzter Budgets einschränken oder ganz darauf verzichten müssen. Dabei spielt die laufende Kostenkontrolle für die Mehrheit der Reisenden eine entscheidende Rolle.

Fertitta Entertainment hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Caesars Entertainment geschlossen. Der Kaufpreis beläuft sich laut Unternehmensangaben auf 17,6 Milliarden US-Dollar einschließlich übernommener Schulden.