Harzer Tourismusbranche stellt sich verstärkt auf grüne Winter ein

| Tourismus Tourismus

Die Tourismusbranche im Harz stellt sich verstärkt auf Angebote ohne Schnee ein. «Der Harz hat sich seit Jahren erfolgreich zu einer Ganzjahresdestination entwickelt», sagte die Sprecherin des Harzer Tourismusverbands, Christin Wohlgemuth, im niedersächsischen Goslar. Die Wintersaison spiele zwar noch eine bedeutende Rolle. Aber: «Stornierungen aufgrund von ausbleibendem Schnee sind selten», so Wohlgemuth weiter. Statt Wintersport stünden ausreichend Alternativen bereit wie Bergwerke, Schlösser oder Erlebnisbäder, Thermen und Saunen.

Tatsächlich ist es nicht mehr so winterlich in dem Mittelgebirge wie noch vor 20 Jahren: Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurden im Winter 1999/2000 noch an 105 Tagen auf dem höchsten Berg des Harzes, dem Brocken, Schneehöhen von mehr als 50 Zentimetern gemeldet. Im zurückliegenden Winter war das nur noch an fünf Tagen der Fall, wie DWD-Meteorologe Ralph Hasse mit Blick auf die jeweiligen Zeiträume zwischen Dezember und März erklärte.

Auch die Temperaturen stiegen in den vergangenen Jahren im Harz an. Im Januar 2000 wurden laut Hasse im Schnitt minus 3,9 Grad auf dem Brocken gemessen. Im Januar dieses Jahres war es hingegen ganze 3,7 Grad wärmer, sprich nur noch minus 0,2 Grad kalt.

Auf die Buchungslage hat der Schneemangel jedoch kaum Auswirkungen. So wurden im sachsen-anhaltischen Teil des Harzes und des Harzer Vorlands im Jahr 2016 noch 2,93 Millionen Übernachtungen nach Angaben des Statistischen Landesamts gezählt. Vier Jahre später gab es bereits 3,34 Millionen Übernachtungen. Auch auf niedersächsischer Seite gehen die Übernachtungszahlen laut Landesamt für Statistik seit Jahren nach oben. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die dänische Hauptstadt will nachhaltigen Tourismus fördern. Dafür wurde das Programm CopenPay entwickelt, das es nach zwei Sommerdurchläufen künftig ganzjährig gibt. Wie kann man profitieren?

Kaum öffnet Terminal 3 am Frankfurter Flughafen, schließt Terminal 2. Der Bereich wird grundlegend erneuert und bleibt für einige Jahre außer Betrieb. Für Passagiere soll sich dann viel ändern.

Der Merian Verlag hat in München erstmals seine neuen Branchenpreise an sieben ausgewählte Destinationen, Hotels und Akteure der internationalen Tourismuswirtschaft verliehen. Unter den Preisträgern befinden sich unter anderem die Stadt Göteborg, das Brenners Park-Hotel und die MSC Group.

Eine Umfrage zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Generationen bei der Bewertung der Flugetikette. Während jüngere Passagiere bei Körperhygiene und Smartphone-Nutzung an Bord weitaus toleranter sind, weisen ältere Reisende eine wesentlich geringere Akzeptanz für dieses Verhalten auf.

Eine Auswertung der Gästebefragung T-MONA zeigt, wer im Sommer nach Österreich reist, wie hoch die Ausgaben ausfallen und welche Faktoren bei der Wahl von Reiseziel und Unterkunft eine Rolle spielen.

Schöne Marineschiffe, tolle Flugzeuge, imposanter Zug? Schnell ein Foto gemacht - und dann klicken die Handschellen? Warum Touristen Verbotsschilder im Urlaub unbedingt erst nehmen sollten.

Neue Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen deutliche Unterschiede bei den Kosten für Restaurant- und Hoteldienstleistungen in Europa. Besonders in mehreren südeuropäischen Ländern liegt das Preisniveau deutlich unter dem deutschen Vergleichswert.

Brandgeruch im Tower, Nachtflugverbot ausgesetzt: Am Flughafen München brauchen Reisende zum Ende der Pfingstferien Geduld.

Die Kreuzfahrt ist ein Massengeschäft geworden, auch dank der Rostocker Reederei Aida Cruises. Die Passagierzahlen steigen und steigen. Gleichzeitig setzen neue Auflagen die Branche unter Druck.

UN Tourism registrierte im ersten Quartal 2026 weltweit 307 Millionen internationale Touristenankünfte. Gleichzeitig erwartet die Organisation aufgrund des Nahostkonflikts und steigender Reisekosten eine Abschwächung des Wachstums im weiteren Jahresverlauf.