Herbstgeschäft in NRW: Ferienwohnungen gefragt, Hotellerie ringt mit Kosten

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Die touristische Branche in Nordrhein-Westfalen blickt mit gemischten Erwartungen auf die anstehenden Herbstferien. Eine gemeinsame Betriebsbefragung von Tourismus NRW und dem DEHOGA NRW zeigt, dass die Nachfrage momentan heterogen ist, wobei insbesondere Ferienwohnungen und -häuser überdurchschnittlich gut gebucht sind.

Hohe Zufriedenheit bei Ferienunterkünften

Insgesamt zeigten sich 37 Prozent der befragten Betriebe zufrieden oder sehr zufrieden mit der erwarteten Auslastung und Nachfrage. Ein knappes Drittel gab sich neutral. Die höchste Zufriedenheit registrieren Anbieter von Ferienwohnungen und -häusern, von denen sich 55 Prozent positiv oder sehr positiv äußerten.

Demgegenüber äußerten sich knapp 26 Prozent aller Teilnehmer unzufrieden und knapp 6 Prozent sogar sehr unzufrieden. Betroffen waren hiervon vor allem sonstige Unterkünfte jenseits von Hotels und Campingplätzen. Auch Business-Hotels verzeichneten überdurchschnittlich niedrige Zufriedenheitswerte, was traditionell jedoch auf die Ferienzeit zurückzuführen ist.

Zuwachs für Camping und Freizeit, Stagnation in der Breite

Beim Vergleich der aktuellen Nachfrage mit dem Vorjahr melden vor allem Campingplätze und Freizeiteinrichtungen eine steigende Nachfrage. Hotels und sonstige touristische Dienstleistungen sehen hingegen häufiger eine gesunkene Nachfrage. Insgesamt registrieren 42 Prozent der Betriebe eine sinkende Nachfrage oder Auslastung, während 41 Prozent von einem gleichbleibenden Niveau berichten. Eine leicht oder stark gestiegene Nachfrage vermeldeten 17 Prozent. Die Erfahrung der Verbände zeigt jedoch, dass die Buchungszahlen in den Ferien zumeist noch kurzfristig anziehen.

Betriebskosten und Konsumzurückhaltung als größte Hürden

Die Betriebe nannten die schlechte wirtschaftliche Lage der Gäste am häufigsten als Grund für eine niedrigere Nachfrage. Als größte unmittelbare Herausforderungen für das eigene Geschäft sehen die Teilnehmer der Umfrage in erster Linie steigende Betriebskosten, die von 42 Prozent genannt wurden. Dicht darauf folgt die Konsumzurückhaltung der Gäste mit 34 Prozent.

Trotz dieser operativen Herausforderungen schätzt eine Mehrheit von 54 Prozent der Befragten die kommenden drei Monate eher positiv ein.

DEHOGA-Präsident fordert dringende politische Rahmenbedingungen

Angesichts der angespannten Wirtschaftslage betonte Patrick Rothkopf, Präsident des DEHOGA Nordrhein-Westfalen, die Notwendigkeit politischer Unterstützung über unternehmerisches Geschick hinaus:

„Gastronomen und Hoteliers beeinflussen die betrieblichen Faktoren, die sie beeinflussen können, um die wirtschaftlich anspruchsvolle Situation unternehmerisch zu meistern. Zusätzlich brauchen wir aber dringend verbesserte politische Rahmenbedingungen wie den reduzierten Mehrwertsteuersatz auf Speisen, flexiblere Arbeitszeiten, eine erleichterte Zuwanderung und weniger Bürokratie, um die Branche zukunftsfest zu machen. Unternehmerisches Geschick allein reicht vielfach nicht mehr aus.“

Langfristiger Trend und Sommerbilanz stimmen optimistisch

Dr. Heike Döll-König, Geschäftsführerin von Tourismus NRW, äußerte sich optimistisch zum Herbstgeschäft. Sie verwies auf die gestiegene Beliebtheit Nordrhein-Westfalens als Reiseziel: „Ihre Übernachtungszahlen haben zwischen 2019 und 2024 um 41 Prozent zugelegt!“ Sie erwartet starke Herbstferien, sowohl bei Übernachtungen als auch im Bereich der Tagesausflüge, da NRW viele Angebote für Familien bereithalte.

Die Erwartungshaltung der Touristiker wird durch die jüngste Vergangenheit untermauert: Eine Umfrage vor den Sommerferien hatte nur 21 Prozent der Betriebe eine gestiegene Nachfrage gemeldet, dennoch stand für den Juli letztlich ein Plus von 2,3 Prozent bei den Übernachtungen in den meldepflichtigen Beherbergungsbetrieben.

Die Online-Befragung zum Herbstgeschäft wurde vom 19. September bis 5. Oktober durchgeführt, an der sich 571 touristische Betriebe aus Nordrhein-Westfalen beteiligten.


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