Hohe Reisebereitschaft in Österreich trotz globaler Krisenherde

| Tourismus Tourismus

Trotz bewaffneter Konflikte und einer anhaltend hohen Inflation bleibt die Reiselust in Österreich im Jahr 2026 auf einem stabilen Niveau. Wie aus der 25. Ausgabe des Europ Assistance Urlaubsbarometers hervorgeht, bezeichnen sich 80 Prozent der Österreicher als reisebegeistert. Weltweit planen laut der Studie acht von zehn Befragten, in diesem Jahr zu verreisen. Die Erhebung verdeutlicht, dass die Entscheidung für ein bestimmtes Ziel zunehmend von Sicherheitsaspekten und finanziellen Erwägungen beeinflusst wird.

Sicherheit und Kosten bestimmen Destination

Nach Angaben des Unternehmens nennen 29 Prozent der österreichischen Reisenden die Sicherheit als einen der ausschlaggebenden Gründe für die Wahl ihres Urlaubsziels. Dieser Wert korrespondiert mit dem europäischen Durchschnitt von 30 Prozent. Aufgrund der geopolitischen Lage, insbesondere durch die Krise im Nahen Osten, werden bestimmte Länder von den Befragten gemieden. Laut der Erhebung kommen für österreichische Urlauber insbesondere Afghanistan mit 18 Prozent, der Iran mit 16 Prozent sowie die USA und Israel mit jeweils 14 Prozent nicht als Reiseziel infrage. Auch Russland mit 9 Prozent und die Vereinigten Arabischen Emirate mit 6 Prozent werden als Ziele ausgeschlossen.

In Gesamteuropa verliert die Region Asien an Bedeutung. Nur noch 7 Prozent der Befragten nennen diesen Kontinent als Ziel, was einem Rückgang um acht Prozentpunkte entspricht. Wie der Veranstalter mitteilt, hängt diese Entwicklung mit den Konflikten im Iran und den damit verbundenen Störungen an großen Flughafen-Drehkreuzen am Golf zusammen.

Mittelmeerländer und Inlandstourismus führen Statistik

Bei der konkreten Reiseplanung setzen mehr als ein Drittel der Österreicher, genau 36 Prozent, auf einen Urlaub im Inland. Für Auslandsreisen bleiben die klassischen Ziele am Mittelmeer bevorzugt. Nach Angaben von Europ Assistance planen 23 Prozent der Befragten eine Reise nach Italien, gefolgt von Kroatien mit 15 Prozent und Griechenland mit 12 Prozent. Das Meer bleibt mit 63 Prozent der Nennungen der meistgesuchte Erholungsraum, während Berge, das Land und Städte deutlich seltener als Idealziel angegeben wurden.

Urlaubsbudget übersteigt europäischen Mittelwert

Das geplante Budget für Urlaubsreisen liegt in Österreich im Jahr 2026 bei durchschnittlich 2.489 Euro. Damit geben die Österreicher deutlich mehr aus als der europäische Durchschnitt, der bei 2.089 Euro liegt. Obwohl das Budget im Vergleich zum Vorjahr, als es noch 2.584 Euro betrug, leicht gesunken ist, rechnen 51 Prozent der Befragten mit höheren tatsächlichen Ausgaben. Finanzielle Gründe werden zudem als Hauptfaktor genannt, falls ein Sommerurlaub gänzlich entfällt.

Künstliche Intelligenz als Werkzeug der Reiseplanung

Ein deutlicher Zuwachs ist bei der Nutzung technologischer Hilfsmittel zu verzeichnen. Während im Jahr 2025 lediglich 13 Prozent der Österreicher Künstliche Intelligenz für die Planung nutzten, stieg dieser Anteil im Jahr 2026 auf 27 Prozent an. Die Technologie dient dabei vorrangig der Recherche von Routen oder Aktivitäten. Eine vollständige Automatisierung der Buchung lehnt die Mehrheit jedoch ab: Nur 10 Prozent der Befragten würden ihren Urlaub komplett von einer KI buchen lassen.

„Aufbauend auf den Rekordwerten des Vorjahres ist die Reiselust trotz schwieriger Abwägungen und der weiterhin hohen Lebenshaltungskosten, die weltweit eine zentrale Rolle spielen, ungebrochen. Was sich jedoch verändert, ist die Reiselandschaft selbst. Sicherheitsaspekte beeinflussen die Wahl des Reiseziels immer stärker und Risikobewertungen bestimmen zunehmend die Entscheidungen. Gleichzeitig ist künstliche Intelligenz für einen wachsenden Anteil der Reisenden weltweit zu einem echten Planungsinstrument geworden und verzeichnet insbesondere in Schwellenländern und Wachstumsmärkten ein rasantes Wachstum“, sagt Virginie Babinet, CEO Travel Insurance & Assistance bei Europ Assistance, laut Mitteilung.

Nachhaltigkeit tritt zurück

Obwohl das ökologische Bewusstsein vorhanden ist, rangiert der Einfluss des Reisens auf die Umwelt mit 38 Prozent deutlich hinter Sorgen über die Inflation mit 73 Prozent sowie Kriegen und bewaffneten Konflikten mit 63 Prozent. Bei den Verkehrsmitteln dominieren das Flugzeug mit 50 Prozent und das eigene Auto mit 46 Prozent. Dennoch gibt jeder fünfte Befragte an, die Bahn für die Urlaubsreise zu nutzen. Zur Absicherung gegen Risiken wie Unfälle oder Krankheiten schließen 72 Prozent der Österreicher eine Reiseversicherung ab.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Obwohl sie pünktlich zwei Stunden vor Abflugzeit am Flughafen waren, verpassten zwei Reisende ihren Flug - weil die Schlangen am Check-in zu lang waren. Nicht ihre Schuld, sagt ein Gericht.

Die Zahl der Camping-Übernachtungen in Deutschland ist 2025 laut Destatis auf 44,7 Millionen gestiegen. Besonders gefragt bleiben Ostsee und Schwarzwald, während auch die Preise deutlich zugelegt haben.

Lonely Planet hat eine neue App und buchbare Reiseangebote vorgestellt. Das Unternehmen baut damit laut eigenen Angaben seine Ausrichtung auf eine digitale Reiseplattform weiter aus.

Seit Beginn des Iran-Kriegs zieht es mehr Urlauber nach Westeuropa. Eurowings stockt das Angebot kräftig auf – ein Klassiker ist besonders gefragt. Aus Spanien kommen aber schlechte News.

Die Stiftung Deutsche Sporthilfe und Aldiana setzen ihre Zusammenarbeit im Jahr 2026 fort. Im September findet die traditionelle Ehrung der erfolgreichsten deutschen Olympia- und Paralympics-Teilnehmer im ägyptischen Aldiana Club Naga Bay statt.

Mit mehreren Neuheiten startet der Europa-Park in Rust in die neue Saison. Ein neuer Themenbereich sowie neue gastronomische Angebote winken Besucherinnen und Besuchern zum offiziellen Saisonstart am 28. März.

Sie zählt zu den eindrucksvollsten Naturerlebnissen am Bodensee: Ab Samstag soll die Marienschlucht wieder begehbar sein. Was Familien, Wanderer und Naturliebhaber dort erwartet.

Die Schwarzwald Tourismus GmbH entwickelt ein dezentrales Hotelkonzept, das bestehende Dorfstrukturen nutzt und Leerstände reduzieren soll. Das vom Land Baden-Württemberg geförderte Projekt verzichtet auf Neubauten und integriert lokale Betriebe in die touristische Wertschöpfung.

Die Schweiz plant eine zusätzliche Gebühr für Autofahrer, die das Land nur durchqueren. Das Parlament hat einer entsprechenden Transitabgabe für ausländische Reisende zugestimmt. Ein konkreter Zeitpunkt für die Einführung der Transitgebühr steht derzeit noch nicht fest.

Der Nahost-Krieg bringt Bewegung in den Reisemarkt: Urlauber meiden einzelne Regionen, wählen andere Ziele und müssen sich womöglich auf steigende Preise einstellen.