HolidayCheck-Studie zeigt Deutsche im Alltag nachhaltig, im Urlaub nachlässig

| Tourismus Tourismus

Die aktuelle HolidayCheck-Nachhaltigkeitsstudie belegt einen signifikanten Unterschied zwischen dem Umweltbewusstsein im Alltag und dem tatsächlichen Verhalten während einer Reise. Wie die Erhebung zeigt, geben 69 Prozent der Befragten an, in ihrem Alltag nachhaltig zu handeln, während dieser Anteil im Urlaub auf 56 Prozent sinkt. Ein Drittel der Teilnehmer räumt ein, sich während der schönsten Wochen des Jahres weniger umweltbewusst zu verhalten als zu Hause.

Lücke zwischen Anspruch und Handeln

Die Studie verdeutlicht, dass das sogenannte "Say-Do-Gap" vor allem die jüngere Altersgruppe betrifft. Unter den Befragten der Generation Z, welche die Altersspanne von 16 bis 31 Jahren umfasst, geben 39 Prozent ein weniger nachhaltiges Handeln im Urlaub an, was über dem Gesamtdurchschnitt von 31 Prozent liegt. Als Hauptursache für diese Verhaltensänderung führt der Bericht infrastrukturelle Defizite an den Reisezielen an. Reisende vermissen dort häufig Möglichkeiten zur Mülltrennung oder klare Regeln für ein umweltschonendes Verhalten, was die Umsetzung gewohnter Standards erschwert.
 

Bequemlichkeit und fehlende Infrastruktur 

Neben infrastrukturellen Hindernissen spielen psychologische Aspekte eine wesentliche Rolle bei der Abkehr von gewohnten Maßstäben. Drei von zehn Befragten erklären, dass sie sich während ihres Urlaubs bewusst nicht mit Nachhaltigkeitsthemen beschäftigen möchten. Dennoch verdeutlicht die Datenauswertung ein vorhandenes Unbehagen: Mehr als die Hälfte derjenigen, die eine geringere Nachhaltigkeit einräumen, verspürt nach eigenen Angaben ein schlechtes Gewissen. Der Wunsch nach Bequemlichkeit sowie die emotionale Motivation, sich im Urlaub etwas zu gönnen, führen dazu, dass praktische Lösungen in der Urlaubszeit priorisiert werden.

Anreize durch Hotellerie 

Die Untersuchung zeigt zudem auf, welche Maßnahmen die Reisenden zu einer Verhaltensanpassung motivieren könnten. 44 Prozent der Befragten geben an, dass sie ihr Verhalten ändern würden, wenn Hotels entsprechende Anreize schaffen, beispielsweise in Form von Rabatten für die Wiederverwendung von Handtüchern. Über ein Drittel der Befragten wünscht sich zudem praktische Tipps für ein nachhaltiges Verhalten vor Ort. Ebenso äußert ein Anteil von über einem Drittel den Wunsch nach günstigeren nachhaltigen Angeboten, um die persönliche Entscheidung für umweltfreundliche Reiseoptionen zu erleichtern.

Wie die Reiseexpertin Nina Hammer betont, müsse Nachhaltigkeit im Urlaub nicht perfekt sein. Die Summe vieler kleiner Entscheidungen, wie etwa das Vermeiden von Bechern für unterwegs oder der bewusste Verzicht auf Fleisch, könne in der Masse einen echten Effekt erzeugen. 

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine aktuelle YouGov-Studie zeigt eine deutliche Zurückhaltung deutscher Reisender beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Zwar können sich viele Befragte den Einsatz von KI-Anwendungen im Reisebereich grundsätzlich vorstellen, die tatsächliche Nutzung bleibt laut den erhobenen Daten jedoch meist im einstelligen Prozentbereich.

Zugfahrten ins Ausland werden bei Reisenden beliebter. Die Bahn will davon profitieren und stärkt gerade im Sommer ihr Programm. Bei manchen Verbindungen in Metropolen gibt es aber noch hohe Hürden.

Die Tripadvisor Group hat im ersten Quartal 2026 einen Umsatzrückgang von 4 Prozent gemeldet. Wachstum verzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben vor allem im Bereich Experiences sowie bei der Restaurantplattform TheFork.

Deutschland bleibt laut aktuellen Marktdaten das weltweit wichtigste Ziel für internationale Geschäftsreisen. Während klassische Geschäftsreisen zurückgehen, bleiben Veranstaltungen und Bleisure-Reisen auf stabilem Niveau.

Eine aktuelle Erhebung des Portals Holidu prognostiziert für die Saison 2026 eine hohe Auslastung bei Ferienhäusern an den deutschen Küsten bei weitgehend stabilen Mietpreisen. Insbesondere an der Nordsee planen Urlauber ihren Aufenthalt langfristig.

Nach mehreren Hantavirus-Fällen und drei Todesopfern darf das Kreuzfahrtschiff «Hondius» einen Hafen auf den Kanaren anlaufen. Was Spanien und internationale Behörden nun planen.

Es ist nicht immer leicht, sich im Urlaub die Sonnenliegen am Hotelpool zu sichern, oft sind sie mit Handtüchern reserviert. Das will sich ein Reisender nicht gefallen lassen - er fordert Geld zurück.

Eine aktuelle Studie belegt, dass die geopolitische Lage im Nahen Osten die Reiseplanung von 70 Prozent der Deutschen beeinflusst. Trotz aufgehobener Reisewarnungen für Golfstaaten wie Katar und die VAE bleiben Urlauber vorsichtig.

Die Lufthansa startet ihr neues Servicekonzept FOX auf der Langstrecke. Mit einer Investition von 70 Millionen Euro werden die kulinarischen Angebote und die Ausstattung in allen Reiseklassen, von der Business Class bis zur Economy Class, umfassend erneuert.

Die WHO meldet mehrere Fälle einer Atemwegserkrankung auf einer Atlantik-Kreuzfahrt. Der Virus wird durch Nagetier-Kot übertragen, in seltenen Fällen auch von Mensch zu Mensch.