Immer mehr rauchfreie Zonen an Stränden in Norddeutschland

| Tourismus Tourismus

In Schleswig-Holstein wächst die Zahl der Strandabschnitte, an denen nicht geraucht werden darf. Immer mehr Kommunen würden über die Einrichtung von Nichtraucherzonen am Strand nachdenken, sagt Stefan Borgmann, Tourismus-Direktor von Eckernförde und Vorsitzender des Marketingbeirates im Dachverband Ostsee-Holstein-Tourismus.

«Alle bekommen mit, dass das Thema immer relevanter wird», sagte Borgmann der dpa. Die Stadt Eckernförde habe bereits im Jahr 2022 ein Rauchverbot am Hauptstrand erlassen. Bei der jährlichen Müllsammelaktion am Strand habe man vor dem Verbot 4.000 Kippen an einem bestimmten Strandabschnitt gefunden, nach dem Verbot seien es 1.000 gewesen.

«Das ist ein klares Argument dafür, dass ein Verbot etwas bewirkt. Wir sehen das als großen Erfolg.» Auch Fehmarn und Heiligenhafen würden aktuell über die Einrichtung von Nichtraucherzonen nachdenken, ebenso wie andere Orte in Ostholstein, so Borgmann. In Scharbeutz gibt es einen Abschnitt für Nichtraucher, in Grömitz soll ein Strandabschnitt rauchfrei werden. 

Föhr hat Rauchen am Strand untersagt - mit Ausnahmen

Die Insel Föhr hat bereits speziell ausgewiesene Zonen eingerichtet. Im Hauptort Wyk auf Föhr sei Rauchen am Strand seit 2020 grundsätzlich untersagt - ausgenommen sind besonders ausgewiesene Raucherbereiche in einzelnen Strandabschnitten, sagt Sprecherin Ann-Kathrin Meyerhof. «Damit gibt es wesentlich mehr Raum für nichtrauchende als für rauchende Personen am Wyker Strand», sagt sie. 

Auch die Orte Utersum und Nieblum auf Föhr hätten Nichtraucherstrände. Es habe keine Beschwerden seitens der Gäste gegeben – weder von rauchenden noch von nichtrauchenden Personen, erklärt Meyerhof. In Wyk auf Föhr würden über die Strandkorbwärter für die entsprechenden Raucherzonen kostenlose Strandaschenbecher ausgegeben. 

In Lübeck sei die Einrichtung rauchfreier Strandabschnitte derzeit nicht vorgesehen, sagt Sprecherin Nicole Dorel. Das Wegwerfen von Zigarettenstummeln gelte als Verschmutzung und werde als Ordnungswidrigkeit geahndet. «Der Kurbetrieb verteilt sogenannte Strandaschenbecher, um den Rauchern die Möglichkeit zu geben, ihre Nikotinreste ordnungsgemäß zu entsorgen», sagt Dorel.

Kiel setzt auf gegenseitige Rücksichtnahme

Auch in der Landeshauptstadt Kiel ist das Rauchen an Stränden nicht verboten, auch speziell ausgewiesene Abschnitte für Raucher gebe es nicht, sagt Sprecherin Eske Marie Hansen. «Das Wegwerfen von Zigarettenstummeln im öffentlichen Raum, also auch am Strand, ist eine Ordnungswidrigkeit. Es droht ein Bußgeld von 25 Euro», erklärt sie. 

Durch gegenseitige Rücksichtnahme und die eigenverantwortliche Entsorgung aller Abfälle könne die Aufenthaltsqualität am Strand für alle Gäste nachhaltig gesichert werden, sagt Hansen. Ein respektvoller Umgang miteinander und mit der Umwelt trage wesentlich dazu bei, den Strand als gemeinsamen Erholungsraum zu erhalten.

Als Umweltschutzverband befürworte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) alle Maßnahmen, die dazu führen, dass Zigarettenkippen nicht mehr in der Umwelt landen, sagt die Landessprecherin Sina Clorius. «Viele Menschen sind sich der Katastrophe gar nicht bewusst, die sie damit anrichten. Kleine Kinder und Hunde, die im Sand spielen, können sich daran vergiften», sagt sie. 

BUND: Kippen sind Gift für Kleinstlebewesen

Was niemand außer Biologinnen und Biologen sehe, seien die vergiftenden Auswirkungen auf Kleinstlebewesen im Boden und im Meer. Bei Müllsammel-Aktionen am Strand stelle der BUND fest, dass Zigarettenkippen immer noch die häufigste Müll-Sorte sind. 

Nicht nur Tabak und Filter seien ein Problem. «Einweg-E-Zigaretten, deren Akkus hochgiftige Schwermetalle enthalten, sind bei Müllsammel-Aktionen inzwischen die zweithäufigste Müll-Sorte», sagt Clorius. Der BUND plädiere daher für ein Rauchverbot an Stränden und Spielplätzen und zum Beispiel Raucherzonen rund um die Mülleimer.

«Die Entscheidung über ein Rauchverbot an Stränden ist auf der kommunalen Ebene richtig aufgehoben», sagt Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne). Klar sei aber, dass Zigarettenkippen korrekt entsorgt werden müssen und weder am Strand noch im Wasser noch sonst irgendwo in der Natur etwas zu suchen hätten.

Rauchen am Strand? In Frankreich: Non!

Mit Blick auf die Brandung gemütlich eine Zigarette anzünden: In Frankreich ist das ab 1. Juli landesweit zumindest am Strand verboten. Denn in öffentlichen Bereichen, zu denen neben Stränden unter anderem auch Parks und Gärten zählen, greift dann eine Verordnung, die das Rauchen verbietet. Das hat Gesundheitsministerin Catherine Vautrin angekündigt. 

Der Ministerin geht es nach ihren Worten vor allem um den Schutz Heranwachsender: «Die Freiheit, zu rauchen, endet dort, wo das Recht der Kinder auf saubere Luft beginnt», sagte sie. Verstöße gegen das neue Rauchverbot können teuer werden: 135 Euro kostet es. (mit dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Untersuchung des Deutschen Tourismusverbandes und des Deutschen Instituts für Tourismusforschung zeigt eine hohe Reisebereitschaft für den Sommer. Trotz gestiegener Kraftstoff- und Kerosinpreise planen 62 Prozent der Deutschen eine Urlaubsreise.

Rund zwei Stunden ging nichts mehr bei der Deutschen Bahn. Welchen Grund der Konzern nannte, was Reisende erlebten und wie lange es wohl noch Verspätungen und Ausfälle geben wird.

Der große Freizeitpark-Check für das Jahr 2026 kürt den südbadischen Europa-Park zum besten Freizeitpark in Deutschland. Neben den Branchenriesen überzeugen im aktuellen Ranking vor allem regionale Familienparks und spezialisierte Anlagen.

Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen - und Verspätungen: Ist die Klimaanlage an Bord defekt, kann es in Flugzeugen schnell unangenehm werden. Was steht Passagieren zu, wenn sich die Kabine unerträglich aufheizt?

Braunwald beendet den klassischen Skibetrieb ab der Wintersaison 2026/27. Die Sportbahnen begründen den Schritt mit anhaltenden Verlusten und veränderten klimatischen Bedingungen, während ein gemeinsamer Zukunftsprozess die weitere touristische Entwicklung der Destination vorbereiten soll.

PiNCAMP meldet Veränderungen im Buchungsverhalten von Campern in Europa. Nach Daten der Plattform wachsen Buchungen im Frühjahr und Herbst stärker als in den klassischen Sommerferien, während nordeuropäische Reiseziele zulegen.

Pierre & Vacances-Center Parcs hat ein vollständig finanziertes Übernahmeangebot von Mubadala Capital erhalten. Die geplante Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung wesentlicher Aktionäre und weiterer Genehmigungen.

Mehr als eine Milliarde Euro liegen im Reisesicherungsfonds – Tui kritisiert eine fehlende Anlagestrategie und fordert spürbare Entlastung für die Branche, und damit für die Urlauber.

Der Sommer-Reisereport 2026 von Opodo zeigt eine anhaltend starke Nachfrage der deutschen Urlauber nach südeuropäischen Zielen, angeführt von Spanien. Gleichzeitig gewinnen Ziele wie Lanzarote und Podgorica stark an Beliebtheit.

Die Staatsanwaltschaft München hat das Ermittlungsverfahren zur Insolvenz der FTI Group eingestellt, da sich der Verdacht auf Insolvenzverschleppung oder Betrug nicht erhärtet hat.