Mehrheit der Deutschen plant Urlaub im Sommer

| Tourismus Tourismus

Das Deutsche Institut für Tourismusforschung und der Deutsche Tourismusverband haben erstmals den sogenannten Urlaubsplanungsindex veröffentlicht. Nach den Ergebnissen dieser ersten Erhebung beabsichtigen 62 Prozent der Deutschen, in den kommenden drei Monaten mindestens eine Urlaubsreise durchzuführen. Die gestiegenen Kerosin- und Spritpreise beeinflussen die kurzfristigen Planungen der Bundesbürger dabei kaum.

Kurzfristige Reiseabsichten gemessen

Der neu eingeführte Index misst die Absichten für die jeweils folgenden drei Monate und nutzt den Herbst 2025 mit einem Wert von 100 Punkten als Referenzwert. Für den Sommer 2026 weist die Statistik einen Gesamtwert von 106 Punkten aus. Vergleichswerte aus dem Vorjahr existieren aufgrund der erstmaligen Erhebung für diese Jahreszeit noch nicht, sodass die Entwicklung im Vergleich zu anderen Quartalen indiziert wird.

Bei den konkreten Destinationswünschen zeigt sich eine Differenzierung zwischen dem In- und Ausland. Für Auslandsreisen wird ein UPI-Ausland von 111 Punkten ausgewiesen, während der Wert für Reisen innerhalb der Bundesrepublik bei 101 Punkten liegt. Den Angaben zufolge planen 42 Prozent der Befragten einen Urlaub im Inland, während 40 Prozent eine Reise über die Landesgrenzen hinweg anstreben.

Treibstoffkosten führen selten zu Stornierung

Der Direktor des Deutschen Instituts für Tourismusforschung, Bernd Eisenstein, erklärt, dass der Index viermal im Jahr erhoben werde: „Zusammen mit dem DTV entwickeln wir mit dem UPI ein Instrument, das die kurzfristigen Urlaubsreiseabsichten der Deutschen misst. Angelehnt an die Jahreszeiten zeigt der UPI viermal im Jahr auf, wie viele Urlaubsreisen die Deutschen beabsichtigen, in den nächsten drei Monaten zu unternehmen. Beginnend mit einem indizierten Referenzwert von 100 für die Urlaubsreiseabsichten für den Herbst 2025 kann für den Sommer 2026 ein UPI-Wert von 106 ermittelt werden."

"Erwartungsgemäß wird im Vergleich zu den anderen Jahreszeiten im Sommer die Nachfrage nach Urlaubsreisen ins Ausland deutlich zunehmen. Insgesamt überwiegt jedoch auch im Sommer die Zahl der inländischen Urlaubsreisen. Insbesondere die Nachfrage nach Reisezielen in Küsten- und Mittelgebirgsregionen liegt noch höher als in den anderen Jahreszeiten. Und ganz aktuell: Für 87 Prozent der Befragten haben die erhöhten Kerosin- und Spritpreise keine Auswirkung auf ihre kurzfristige Urlaubsreiseplanung für den Sommer 2026. Dies verdeutlicht die hohe Konsumpriorität, die sommerliche Urlaubsreisen bei den Deutschen genießen“, so Eisenstein.

Lediglich 13 Prozent haben ihre Urlaubsplanungen aufgrund der veränderten Preissituation modifiziert. Innerhalb dieser Gruppe werden zumeist das Reiseziel oder die Anzahl der Reisen angepasst, wohingegen lediglich zwei Prozent aller Befragten eine komplette Stornierung beabsichtigen.

Verlässliche Investitionen in die Infrastruktur

Der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, Reinhard Meyer, sieht in den Zahlen eine Bestätigung für die regionalen Tourismusgebiete, mahnt jedoch politische Weichenstellungen an. „Die Ergebnisse zeigen, dass die touristischen Regionen in Deutschland weiterhin auf eine starke Nachfrage bauen können. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ist das ein wichtiges Signal für Städte, Gemeinden und Unternehmen vor Ort."

Die hohe Reisebereitschaft dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der Deutschlandtourismus auf diesen guten Voraussetzungen nicht ausruhen könne. Damit die Destinationen ihre Attraktivität langfristig sichern könnten, brauche es verlässliche Investitionen in Infrastruktur, Mobilität und touristische Angebote. Die Wettbewerbsfähigkeit des Deutschlandtourismus entscheide sich nicht zuletzt an den Rahmenbedingungen, die Bund, Länder und Kommunen schaffen.

Das zugrunde liegende Forschungsprojekt basiert auf regelmäßigen, repräsentativen Befragungen und soll künftig viermal pro Jahr über die touristische Nachfrageentwicklung informieren.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Am Mittelmeer werden für Schirme und Liegen teils horrende Preise verlangt. An einigen Stränden Italiens gehen die Behörden neuerdings dagegen vor, auch wegen der EU. Aber die alten Kräfte wehren sich.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus lädt Ende September zu einem hochrangigen Fachtreffen mit US-Entscheidern an den Bodensee ein, um Trends im amerikanischen Reisemarkt zu analysieren.

Der Sächsische Weinwanderweg verbindet die Betriebe der zweitkleinsten deutschen Weinregion, die nach schwierigen Jahren zu DDR-Zeiten eine Renaissance feiert. Vor allem der Schaumwein startet durch.

Der Edersee ist mitten in den Ferien nur noch zu rund einem Fünftel gefüllt. Wassersport geht kaum noch, Betriebe melden teils 50 Prozent Umsatzminus. Entspannung ist vorerst nicht in Sicht.

Über Airbnb, Booking.com und Expedia wurden 2025 insgesamt 68,3 Millionen Übernachtungen in deutschen Ferienwohnungen und -häusern gebucht. Die Daten ergänzen die amtliche Tourismusstatistik insbesondere um kleinere Anbieter.

Mitten in der Hauptreisezeit fordern Tausende auf Mallorca ein Ende des Massentourismus. Es ist nicht der erste Protest. Warum die Inselbewohner auf die Barrikaden gehen.

Die Lagunenstadt macht 2026 mit Tagesbesuchern Einnahmen in Rekordhöhe. Nächstes Jahr geht es wohl weiter mit der Gebühr. Der neue Bürgermeister spricht sogar schon von noch höheren Preisen und bringt bis zu 50 Euro ins Gespräch.

Karls hat kürzlich sein erstes Erlebnisdorf in Nordrhein-Westfalen eröffnet. Der neue Standort in Oberhausen verbindet bekannte Attraktionen des Unternehmens mit eigens für das Ruhrgebiet entwickelten Angeboten.

Der österreichische Tourismussektor meldet zum Auftakt der warmen Jahreszeit historische Höchstwerte. Wie Statistik Austria mitteilte, belaufe sich die Gesamtzahl der Übernachtungen in den Monaten Mai und Juni auf exakt 22,35 Millionen.

Geschäfte und Tourismus in Dubai leben nicht zuletzt vom Image der Metropole als sicherer Hafen. Nach schweren Umsatzeinbrüchen im Iran-Krieg versucht die Stadt, wieder mehr Touristen anzuziehen.