Kaum Probleme zum Start der Winter-Fahrverbote in Tirol

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Die Neuauflage der regionalen Fahrverbote im österreichischen Bundesland Tirol ist ohne größere Probleme verlaufen. Zum Start der Weihnachtsferien am Wochenende beachteten laut Polizei fast alle Autofahrer die Vorschriften. «Im Vergleich zum Sommer war das Ausmaß der Zurückweisungen überschaubar», sagte der Leiter der Verkehrspolizei in Tirol, Markus Widmann, am Sonntag. Eine genauere Bilanz sollte am Montag vorliegen. 

Auch der Ferienreiseverkehr in Bayern lief weitgehend ohne größere Störungen. «Es gibt zwar viel Verkehr, aber es läuft», sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei Holzkirchen.

Nur vereinzelt hätten Urlauber versucht, im Raum Kufstein und auf der Fernpass-Strecke gesperrte Ausweichrouten zu nehmen, sagte Widmann. Generell waren die Alpen aber aufgrund des schlechten Wetters nach dem Eindruck der Polizei kein bevorzugtes Ziel für Tagesausflügler. Das habe zu einer Entschärfung der Verkehrslage beigetragen.

Schon im Sommer hatte Tirol solche Fahrverbote an Wochenenden verhängt, um Anwohnern mehr Ruhe zu verschaffen. Tausende Autofahrer wurden damals von der Polizei wieder auf die Autobahn geschickt. «Im Sommer waren viele unvorbereitet. Inzwischen hat sich das herumgesprochen», sagte Widmann.

Insgesamt zehn Strecken sind in Tirol für den Transitverkehr gesperrt. Wer ertappt wird, muss bis zu 60 Euro Strafe zahlen. Die Polizei kontrolliert an stationären Checkpoints und mit mobilen Streifen. Die Fahrverbote gelten bis Mitte April an Wochenenden und Feiertagen tagsüber - an Samstagen von 7.00 bis 19.00 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 8.00 bis 17.00 Uhr. Ausgenommen sind der Ziel-, Quell- und Anrainerverkehr. Die Regelung sei mit großen Tafeln deutlich ausgeschildert, sagte Widmann.

Von der Maßnahme sind wie im Sommer die Bezirke Innsbruck-Land, Kufstein und Reutte betroffen. Erstmals gibt es im Bezirk Schwaz ein Fahrverbot. Darüber hinaus kommen entlang der Transitrouten etwa in Ebbs, Gries am Brenner, Kufstein, Matrei am Brenner und Niederndorf Dosierampeln zum Einsatz. Sie werden bei Überlastung aktiviert.

Die Winter-Fahrverbote hatten zuletzt erneut zu massiver Kritik aus Bayern geführt. CSU-Ministerpräsident Markus Söder riet sogar vom Skiurlaub im Nachbarland ab.

In Tirol ist die Belastung von Mensch, Infrastruktur und Umwelt durch den Transitverkehr ein wichtiges Thema. Jährlich fahren rund 2,4 Millionen Lastwagen über den Grenzpass Brenner nach Italien - mehr als über andere Alpenpässe. Das von ÖVP und Grünen regierte Bundesland dringt auf eine einheitliche Maut für Lastwagen von München bis Verona.

Eine ebenfalls umstrittene Maßnahme ist die Blockabfertigung von Lastwagen an der Grenze bei Kufstein. Dann darf nur eine bestimmte Zahl von Transportern pro Stunde nach Österreich fahren, was zu kilometerlangen Staus auf deutschem Gebiet führt. Im ersten Halbjahr 2020 sollen die Lastwagen an 20 Tagen blockweise abgefertigt werden. (dpa)


 

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