Küstenurlaub in Zeiten von Corona - was erlaubt ist und was nicht

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Touristen dürfen nach und nach wieder auf die Inseln und an die Strände an Nord- und Ostsee. Einiges ist wie immer. Doch wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen wird der Urlaub dieses Jahr anders werden als sonst. «Einen Sylturlaub, wie ihn viele aus den vergangenen Jahren gewohnt sind, kann und wird es diesen Sommer nicht geben», sagt etwa der Leiter der Sylt Marketing, Moritz Luft. Worauf müssen sich die Urlauber einstellen und was müssen sie mitbringen? Ein Corona-Knigge:

MASKEN: Eine Mund-Nase-Bedeckung wird auch im Urlaub zum ständigen Begleiter gehören - egal, ob beim Stöbern in der Lieblingsboutique, beim Einkauf im Supermarkt oder bei der Busfahrt über die Inseln. Das Tragen einer Alltagsmaske ist in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern im ÖPNV und in Geschäften Pflicht.

ABSTAND: «Das ist auf dem Festland eingeübt und das bringen die Gäste mit», sagt Göran Sell, Geschäftsführer der Touristik-Gesellschaft auf Borkum, der größten ostfriesischen Insel. Viele Orte haben eigene Plakate und Infomaterial mit den geltenden Corona-Regeln erstellt oder Einbahnstraßensysteme am Strandaufgang entwickelt, um die «mit Abstand besten Gäste der Welt» - wie es etwa in Sankt Peter-Ording heißt - an die Gebote der Stunde zu erinnern. Und wenn es an Strand und Promenade ein bisschen zu eng wird? «Geht auf Entdeckungstour, denn: Hinterm Strand geht's weiter!», empfiehlt die Tourismus-Agentur Lübecker Bucht. Julia Lund von Sylt Marketing hat folgenden Tipp: «Ruhe suchen und Hotspots meiden.»

ANREISE: Einbahnstraßenregeln an Bord, eine Sitzplatzampel mit rot und grün markierten Sitzplätzen, Maskenpflicht oder Kapazitätsbeschränkungen: Die Fährschiffreedereien, die zu den nord- und ostfriesischen Inseln fahren, haben sich einiges überlegt, um ihre Gäste sicher in den Urlaub zu bringen. Wer möchte, darf beispielsweise bei der Überfahrt nach Föhr und Amrum anders als in Vor-Corona-Zeiten im Auto sitzen bleiben. Bei der Anreise mit der Bahn gelten die gleichen Regeln wie zu Hause.

GEDULD und RÜCKSICHTNAHME: Sind Tugenden, die Urlauber an ihre Reiseziele von Usedom bis Borkum mitbringen sollten. Auch für Hoteliers, Einzelhändler und Restaurantbetreiber ist die Situation ungewohnt und neu, wie Touristiker vielerorts betonen. Und auch auf andere Urlauber sollte Rücksicht genommen werden - egal ob bei der Warteschlange beim Bäcker, beim Strandspaziergang oder indem man den Restaurantbesuch bei begrenzten Kapazitäten nicht zu lang werden lässt, damit auch andere Gäste noch eine Chance auf einen Sitzplatz bekommen.

UNTERKUNFT: Im Hotel oder der Ferienwohnung angekommen wird vieles anders sein. Infomappen auf dem Zimmer, Zeitungen im Foyer und andere schlecht zu reinigende Utensilien, die oft von verschiedenen Menschen in die Hand genommen werden, dürfen in Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise nicht ausliegen. Frühstücksbuffets wird es ebenfalls nicht geben, auch die Wellnessbereiche sind in vielen Hotels aktuell noch geschlossen.

RESTAURANTBESUCH: Mal eben spontan was Essen gehen, vielleicht sogar mit der netten Familie aus der Ferienwohnung nebenan? Wird so einfach nicht sein. In Mecklenburg-Vorpommern etwa dürfen sich nicht mehr als sechs Gäste an einem Tisch aufhalten. Und auch die Reservierung wird in den Küstenländern empfohlen, auch dort, wo sie nicht verbindlich vorgeschrieben ist. Denn wer reserviert, entgeht dem Risiko, aufgrund mangelnder Kapazitäten abgewiesen zu werden, heißt es etwa bei der Tourismus GmbH auf Föhr.

VERANSTALTUNGEN: «Das Programm liegt in der Natur», sagt der Geschäftsführer von Borkum, Göran Sell, und beschreibt damit, was derzeit die aktuelle Lage nicht nur auf der größten ostfriesischen Insel ist. Vielerorts sind größere und kleinere Veranstaltungen bis weit in den Sommer hinein abgesagt worden. Geführte Wattwanderungen oder Sport am Strand sind oftmals aber möglich, wenn auch unter den mittlerweile bekannten Einschränkungen. Urlauber sollten sich zudem vor Ort genau erkundigen, was geht und was nicht. So dürfen beispielsweise Freibäder und Freizeitparks in Niedersachsen am 25. Mai wieder öffnen, in Mecklenburg-Vorpommern am selben Tag nur die Freibäder. Öffnungsdaten für solche Einrichtungen in Schleswig-Holstein gab es indes noch nicht.

STRANDLEBEN: Baden im Meer geht immer - «die Nordsee hat immer geöffnet», heißt es auf Helgoland, wo das öffentliche Freibad ebenfalls noch zu ist. Vielerorts sind die Rettungsschwimmer schon im Einsatz. Aber auch bei Schwimmen gilt ebenso wie beim Sonnenbaden, Strandspaziergang und Sport: Die bekannten Hygieneregeln und Mindestabstände müssen eingehalten werden, wie der Marketing-Koordinator der Ostfriesische Inseln GmbH, Marc Klinke, sagt. Um den Mindestabstand in den Strandkörben an Nord- und Ostseestrand einhalten zu können, wurden diese entsprechend platziert. Vor der Nutzung müssen diese zudem desinfiziert werden, wie es etwa in Binz auf Rügen und auf Sylt heißt. Zudem ist das Aufstellen oder Ablegen von anderen Gegenständen zwischen den Strandkörben beispielsweise in Binz nicht erlaubt.

(dpa)


 

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