Lufthansa kritisiert Quarantänepläne für Reiserückkehrer

| Tourismus Tourismus

Die Lufthansa fürchtet neue Unsicherheit und Buchungsrückgänge, sollten Corona-Tests für Reiserückkehrer durch eine Quarantänepflicht ersetzt werden. «Wenn wir die Tests abschaffen und jeden direkt in Quarantäne schicken, droht uns ein zweiter Lockdown, und das, obwohl wir uns große Mühe gegeben haben, diese Testzentren innerhalb kürzester Zeit aufzubauen», sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister dem «Spiegel» (Donnerstag).

Auch Reisewarnungen führten regelmäßig zu Buchungseinbrüchen. «Deshalb sind wir auch für den September und Oktober nicht mehr so optimistisch, wie wir das noch vor Kurzem waren», so Hohmeister. Der aktuelle Plan der Bundesregierung bringe «nicht mehr Sicherheit, sondern zusätzliche Unsicherheit». Es sei nicht nachzuvollziehen, warum man die umfangreichen Teststrukturen an Flughäfen nun gefährde. Stattdessen sollten die Tests über den Winter ausgebaut werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte vorgeschlagen, die kostenlosen Corona-Tests nach der Sommerreisesaison abzuschaffen und stattdessen auf eine vorübergehende verpflichtende Quarantäne für Rückkehrer aus Risikogebieten zu setzen.

Über das Thema berät auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder. Merkel will die kostenlosen Corona-Tests für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten am Ende der Sommerferien aller Bundesländer mit dem 15. September beenden, hieß es nach Informationen der dpa in einer Beschlussvorlage des Bundes (Tageskarte berichtete). Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollten in jedem Fall verpflichtet sein, sich für 14 Tage nach ihrer Einreise in Quarantäne zu begeben.

Auch der Betreiber des Frankfurter Flughafens hatte die Quarantäne-Pläne der Bundesregierung kritisiert. «Eine pauschal angeordnete Quarantäne bedeutet faktisch einen zweiten Lockdown für die Luftverkehrs- und Tourismusbranche und für alle Menschen, die über Ländergrenzen hinweg unterwegs sein müssen», hatte der Fraport-Vorstandsvorsitzende Stefan Schulte am Mittwoch moniert. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Rund sechs Millionen Menschen besuchen jährlich die wohl berühmteste deutsche Kirche, den Kölner Dom. Bislang war das kostenlos. Für Besucher ändert sich das jetzt - doch es gibt Ausnahmen.

Eine aktuelle Studie von Booking.com verdeutlicht Diskrepanzen zwischen dem Wunsch nach nachhaltigem Reisen und dem tatsächlichen Handeln der verschiedenen Generationen.

Der Tourismus in Rheinland-Pfalz ist mit steigenden Gäste- und Übernachtungszahlen in das Jahr 2026 gestartet. Besonders die Regionen Rheinhessen, Mosel-Saar und Ahr legten im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr zu.

Der Deutsche Reiseverband hat die Bewerbungsphase für den Umweltpreis Ecotrophea 2026 eröffnet. Im Mittelpunkt der diesjährigen Auszeichnung steht die Zusammenarbeit zwischen Tourismusunternehmen und lokalen Gemeinden.

Eine neue Umfrage belegt, dass 34 Prozent der Deutschen ihren Sommerurlaub aufgrund begrenzter Budgets einschränken oder ganz darauf verzichten müssen. Dabei spielt die laufende Kostenkontrolle für die Mehrheit der Reisenden eine entscheidende Rolle.

Fertitta Entertainment hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Caesars Entertainment geschlossen. Der Kaufpreis beläuft sich laut Unternehmensangaben auf 17,6 Milliarden US-Dollar einschließlich übernommener Schulden.

Tourismusunternehmen rund um den Bodensee ziehen überwiegend eine positive Zwischenbilanz zum Saisonstart 2026. Vor allem Schifffahrt, Freizeitziele und Bergbahnen melden stabile oder steigende Besucherzahlen.

Die Engpässe bei der Kerosinversorgung durch die Straße von Hormus sollen für Passagiere in Deutschland ohne Folgen bleiben. Der Flug in den Urlaub sei garantiert, versichern verschiedene Anbieter.

Trotz Rekord-Übernachtungszahlen 2025 steckt die Tourismuswirtschaft in Niedersachsen in einem Stimmungstief: Vor allem hohe Kosten für Energie und Lebensmittel sorgen viele Betriebe – doch es gibt Ausnahmen.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 83 Prozent der Briten Interesse an Reisen zu literarischen Schauplätzen oder Filmdrehorten haben. Dabei spielen besonders die Identifikation mit Charakteren und die visuelle Präsenz in Medien eine Rolle für die Reiseentscheidung.