Lufthansa will Staatshilfe mit Kapitalerhöhung zurückzahlen

| Tourismus Tourismus

Die Lufthansa stellt kurz vor der Bundestagswahl die Weichen für die Rückzahlung der deutschen Staatshilfen. Zu diesem Zweck will das Unternehmen neue Aktien im Gesamtwert von gut 2,1 Milliarden Euro ausgeben, wie es am Sonntagabend in Frankfurt mitteilte. Das Geld soll in die Rückzahlung der Stillen Einlagen fließen, mit denen der deutsche Staat den Luftfahrtkonzern in der Corona-Krise im vergangenen Jahr vor dem wirtschaftlichen Aus gerettet hatte.

An der Börse kamen die Neuigkeiten nach anfänglicher Irritation gut an. Der Kurs der Lufthansa-Aktie sackte nach Handelsstart am Montag zunächst ins Minus, drehte dann aber in die Gewinnzone. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier allerdings mehr als ein Fünftel an Wert eingebüßt. Luftfahrtexperte Daniel Roeska vom Analysehaus Bernstein zeigte sich über den Zeitpunkt der Kapitalerhöhung verwundert. Möglicherweise wäre es besser gewesen, auf deutlichere Anzeichen einer Erholung auf den Fernstrecken und bei Geschäftsreisen zu warten.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr zeigte sich stolz, dass die Lufthansa die Hilfsgelder jetzt zurückzahlen kann. «Wir haben immer deutlich gemacht, dass wir das Stabilitätspaket nur so lange in Anspruch nehmen werden, wie es notwendig ist.» Die Nettoverschuldung des Konzerns soll durch die Kapitalerhöhung deutlich sinken. «Wir können uns nun voll auf die weitere Transformation der Lufthansa Group konzentrieren», sagte Spohr. Der Konzern hat in der Krise zigtausende Arbeitsplätze abgebaut. Zuletzt zählte er mit rund 110 000 Beschäftigten rund 30 000 weniger als vor Corona.

Bis die Kapitalerhöhung vollzogen und das Geld bei der Lufthansa eingegangen ist, wird es nun bis nach der Bundestagswahl dauern, die am 26. September stattfindet. So sollen die neuen Anteilsscheine den Aktionären vom 22. September bis 5. Oktober im Bezugsverhältnis 1:1 zu einem Bezugspreis von 3,58 Euro angeboten werden. Damit können sie für jede bestehende Aktie eine neue Aktie zum Bezugspreis erhalten.

Deutschland, Österreich, die Schweiz und Belgien hatten dem Lufthansa-Konzern nach dem Zusammenbruch des Luftverkehrs infolge der Corona-Pandemie mit milliardenschweren Finanzhilfen unter die Arme gegriffen. Insgesamt sagten sie dem Konzern neun Milliarden Euro zu, der Löwenanteil der Summe stammt aus Deutschland, dem Heimatland der Lufthansa. Die Nachbarländer stellten Kredite zur Verfügung, um die Konzerntöchter Austrian, Swiss und Brussels zu stärken.

Der deutsche Staat stieg über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) zudem als Anteilseigner mit 20 Prozent bei der Lufthansa ein. Außerdem stellte der WSF zwei Stille Einlagen als Eigenkapital bereit, von denen die Lufthansa bisher insgesamt 2,5 Milliarden Euro in Anspruch genommen hat. Das Geld aus der Kapitalerhöhung will sie zur Rückzahlung dieser Einlagen nutzen - erst 1,5 Milliarden, dann die restliche Milliarde bis zum Jahresende. Ein Kredit der Staatsbank KfW von einer Milliarde Euro wurde bereits zurückgezahlt.

Der WSF begrüßte die geplante Kapitalerhöhung als «Einstieg in den Ausstieg» des Staates bei der Lufthansa. Er werde den Konzern weiterhin entsprechend seiner Position als «wesentlicher Aktionär» begleiten. Dabei hält sich der WSF offen, ob er bei der Kapitalerhöhung mitzieht. Man werde sich erst nach Abschluss der Kapitalmaßnahme dazu äußern, sagte eine Sprecherin der Finanzagentur des Bundes am Montag.

Der WSF hat seine Aktienbeteiligung bereits zurückgefahren und Anteile an der Börse verkauft. Nach Angaben der Lufthansa ist er derzeit noch mit knapp 16 Prozent am Grundkapital des Konzerns beteiligt. Falls der WSF an der nun angeschobenen Kapitalerhöhung teilnimmt, werde er frühestens ein halbes Jahr danach mit dem Verkauf seiner Anteile beginnen, hieß es. Dann müsse er seine Anteile spätestens zwei Jahre nach der Kapitalerhöhung komplett verkauft haben, sofern der Konzern die Stillen Einlagen wie geplant zurückzahlt. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Stiftung Deutsche Sporthilfe und Aldiana setzen ihre Zusammenarbeit im Jahr 2026 fort. Im September findet die traditionelle Ehrung der erfolgreichsten deutschen Olympia- und Paralympics-Teilnehmer im ägyptischen Aldiana Club Naga Bay statt.

Mit mehreren Neuheiten startet der Europa-Park in Rust in die neue Saison. Ein neuer Themenbereich sowie neue gastronomische Angebote winken Besucherinnen und Besuchern zum offiziellen Saisonstart am 28. März.

Sie zählt zu den eindrucksvollsten Naturerlebnissen am Bodensee: Ab Samstag soll die Marienschlucht wieder begehbar sein. Was Familien, Wanderer und Naturliebhaber dort erwartet.

Die Schwarzwald Tourismus GmbH entwickelt ein dezentrales Hotelkonzept, das bestehende Dorfstrukturen nutzt und Leerstände reduzieren soll. Das vom Land Baden-Württemberg geförderte Projekt verzichtet auf Neubauten und integriert lokale Betriebe in die touristische Wertschöpfung.

Die Schweiz plant eine zusätzliche Gebühr für Autofahrer, die das Land nur durchqueren. Das Parlament hat einer entsprechenden Transitabgabe für ausländische Reisende zugestimmt. Ein konkreter Zeitpunkt für die Einführung der Transitgebühr steht derzeit noch nicht fest.

Der Nahost-Krieg bringt Bewegung in den Reisemarkt: Urlauber meiden einzelne Regionen, wählen andere Ziele und müssen sich womöglich auf steigende Preise einstellen.

Eine aktuelle Analyse des Reiseportals Opodo belegt für das Frühjahr 2026 eine starke Nachfrage nach Reisen zwischen Deutschland und Südeuropa. Während Spanien das Hauptziel deutscher Urlauber bleibt, stellen Spanier gleichzeitig die größte Gruppe internationaler Gäste in deutschen Metropolen dar.

Eine aktuelle Auswertung von 1,7 Millionen Online-Rezensionen kürt das Frankenlagune Wellness-Center zur beliebtesten Therme Deutschlands. Während bayerische und norddeutsche Saunen die Spitzenplätze belegen, bilden Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern und Hessen das Schlusslicht des Rankings.

Eine aktuelle Umfrage von Holidu unter 2.500 europäischen Gastgebern weist Deutschland als Spitzenreiter bei der Gästetreue aus. Knapp 70 Prozent der heimischen Vermieter setzen auf Stammkunden und priorisieren dabei den persönlichen Kontakt gegenüber Preisrabatten.

Alltours erweitert seine Eigenmarke Alltoura Club Hotels zur Sommersaison 2026 um zwei neue Anlagen auf Kos und Rhodos. Die Hotels setzen auf ein umfassendes All-inclusive-Konzept mit Fokus auf Sport, Wellness und Kinderbetreuung.