Mehr Geld und deutsches Steuerrecht für Ryanair-Piloten

| Tourismus Tourismus

Nach mehreren Streikwellen und langwierigen Verhandlungen erhalten die in Deutschland stationierten Piloten des Billigfliegers Ryanair erstmals einen Gehaltstarifvertrag. Das teilte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mit. Vorgesehen seien höhere Fixgehälter und ab dem kommenden Jahr auch erhöhte Netto-Einkommen, weil dann die rund 400 Beschäftigten unter deutschem Recht Einkommenssteuer zahlen können.

Bislang wurde die Steuer mit höheren Sätzen in Irland eingezogen, wo sich der Sitz des Unternehmens befindet. Um deutsches Recht anwenden zu können, überträgt Ryanair die in Deutschland stationierten Flugzeuge auf das Tochterunternehmen «Malta Air». Das dortige Steuerrecht erlaubt Einkommenssteuerzahlungen im EU-Ausland. Die VC hatte ursprünglich gefordert, einen eigenständigen Flugbetrieb in Deutschland zu gründen.

Bereits im Dezember hatten sich die Parteien auf Eckpunkte geeinigt. Co-Piloten konnten mit einer Verdoppelung ihres Brutto-Fixgehalts auf 50 000 Euro pro Jahr rechnen, hieß es in Papieren der Tarifkommission. Für Kapitäne ging es um bis zu 33 Prozent auf zunächst 100 000 Euro hoch. Weil gleichzeitig flexible Lohnanteile abgeschmolzen werden, bleiben unter dem Strich nur leichte Steigerungen des Gesamtgehalts, die nicht näher beziffert wurden. Weitere jährliche Steigerungen bis zum Ende der Laufzeit im März 2023 wurden ebenfalls vereinbart.

Mit dem Abschluss ist auch eine Vereinbarung über einen Sozialplan bei Schließung oder Reduzierung von Basen verbunden. Noch offen sind hingegen Verhandlungen über die Bildung eines Betriebsrates und den Manteltarif. Weiter laufen bei Ryanair auch Pilotenstreiks in anderen europäischen Ländern, wie zuletzt in Großbritannien. Ryanair äußerte sich zunächst nicht zu dem Abschluss, über den die VC-Mitglieder noch eine Urabstimmung halten müssen. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Airbnb führt in zehn europäischen Ländern einen sogenannten „Wetterschutz“ ein. Die Versicherung greift, wenn der Niederschlag am Standort der Unterkunft eine festgelegte Schwelle erreicht oder überschreitet.

Für den Wettbewerb „NaturMomente“ von Airbnb und dem Deutschen Tourismusverband sind 521 gültige Bewerbungen eingegangen, mehr als die Hälfte davon aus Ostdeutschland. Insgesamt steht eine Million Euro zur Unterstützung ländlicher Tourismusprojekte bereit.

Ryanair will ab April 2027 alle Bremen-Flüge einstellen und im Winter 2026 sein Sitzplatzangebot in Berlin halbieren. Insgesamt kündigt die Fluggesellschaft für Deutschland 700.000 Sitzplätze weniger als im Vorjahreswinter an.

Tagesgäste trugen 2025 einer dwif-Studie zufolge rund 2,72 Milliarden Euro und damit etwa die Hälfte zum touristischen Bruttoumsatz in Brandenburg bei. Insgesamt erzielte die Tourismus- und Freizeitwirtschaft des Landes 5,46 Milliarden Euro.

Soziale Medien beeinflussen die Reiseplanung der Deutschen zunehmend. Gleichzeitig posten sie seltener beschönigende Beiträge und verzichten im Urlaub häufiger vollständig auf soziale Netzwerke als Reisende in den übrigen untersuchten Ländern.

Reisepässe und Personalausweise haben persönliche Informationen nicht nur aufgedruckt, sondern auch auf einem Chip gespeichert. Manche Reisende machen sich Sorgen, ob genau dieser Chip nicht heimlich ausgelesen werden könnte.

Airbnb hat die Entwicklung der Suchanfragen nach naturnahen Reisezielen in Deutschland für den Herbst 2026 ausgewertet. Besonders stark gestiegen ist das Interesse an Orten im Schwarzwald, in der Eifel und an der Ostseeküste.

Der Flughafen Münster/Osnabrück führt 2026 das deutsche Flughafen-Ranking von Fit Reisen an. Auch im europäischen Vergleich schneiden kleinere Airports vielfach besser ab als große Drehkreuze.

Das Erstarken der AfD nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat Folgen für das Urlaubsland. Das zeigen Rückmeldungen von Gästen. Wie Touristiker darauf reagieren.

Die Nordseeküste meldet stabile Nachfrage, Usedom eine gute bis sehr gute Buchungslage. Im Harz fällt die Nachfrage regional schwächer aus. Nach Angaben der von dpa befragten Touristiker sind weiterhin Unterkünfte verfügbar.