Nordsee Tourismus Report 2025: Barrierefreiheit ist kein Nischenthema mehr

| Tourismus Tourismus

Die Ergebnisse des Nordsee Tourismus Report 2025 (NTR 2025) legen Erstaunliches zum Thema Barrierefreiheit offen: 34 Prozent der Gäste an der Nordsee erachten Barrierefreiheit als ein entscheidendes Kriterium zur Urlaubsplanung. Wobei nur 17 Prozent der Nordsee-Urlauber tatsächlich eine Einschränkung haben. Außerdem überrascht der Blick auf die Altersgruppe, die Barrierefreiheit besonders hoch priorisiert: Deren Durchschnittsalter beläuft sich auf 46 Jahre und liegt damit zwei Jahre unter dem Durchschnitt der Nordsee-Gäste von 48 Jahren. Auch sind 43 Prozent derjenigen, die auf Barrierefreiheit großen Wert legen, unter 40 Jahre alt.

„Die Zahlen der statistischen Erhebungen unseres Nordsee Tourismus Report 2025 verdeutlichen, dass es bei dem Thema Barrierefreiheit keineswegs nur um Menschen mit Einschränkung oder Senioren geht“, sagt Holger Herweg, Geschäftsführer Pathfinding AG und Herausgeber des Nordsee Tourismus Report. „Barrierefreiheit ist heute ein echtes Qualitätsmerkmal, das weit über die ursprüngliche Zielgruppe hinaus Relevanz entwickelt. Besonders Familien mit Kindern und qualitätsbewusste Gäste schätzen gut zugängliche Angebote.“

Gäste wollen mehr als Handläufe und Rampen

Herweg zufolge handelt es sich bei Barrierefreiheit um ein ganzheitliches Konzept, das „weit über Handläufe und Rampen hinausgeht“. Die hohe Priorisierung durch Nordsee-Urlauber spiegelt die Erwartungen einer modernen, digitalen Gesellschaft wider. „Dies umfasst nicht nur physisch barrierefreie Angebote, sondern auch das digitale Umfeld.“ Anbietern aus dem Bereich von Tourismus und Gastronomie rät Herweg, bereits den „First-Touch-Point“ digital zu gestalten, so dass Informationen zur Barrierefreiheit leicht auffindbar und mit Bildern gut dokumentiert sind sowie detailliert beschrieben und aktuell gehalten werden. Hier gibt es in Zukunft noch einiges zu tun, jedoch zeigen die Ergebnisse des Nordsee Tourismus Report 2025 bereits eine hohe Zufriedenheit von Gästen mit Einschränkungen: 79 Prozent davon fühlen sich bereits heute an der deutschen Nordseeküste willkommen.

Barrierefreiheit wird ab Juni Pflicht und öffnet neue Chancen

Ab dem 28. Juni 2025 wird Barrierefreiheit zur Pflicht, wenn das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Kraft tritt. Kleine und mittlere Unternehmen haben noch bis zum Juni 2027 Zeit, sind jedoch auch gut beraten sich jetzt schon damit zu beschäftigen, wie sie digitale Produkte und Dienstleistungen barrierefrei gestalten. Im Bereich des Tourismus betrifft das BFSG besonders Websites und mobile Anwendungen, Online-Buchungssysteme, digitale Bezahlvorgänge, elektronische Tickets sowie Check-in/Check-out-Systeme. „Das BFSG macht Barrierefreiheit zur Pflicht und die Zahlen des Nordsee Tourismus Report 2025 zeigen, dass diese längst kein Nischenthema mehr ist“, betont Herweg. „Vorreiter auf dem Gebiet der Barrierefreiheit können sich jetzt positionieren und Marktanteile sichern.“


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Fast zehn Jahre lang war der Besuch der Aussichtsplattform der Elbphilharmonie, der sogenannten Plaza, kostenlos. Von Oktober an kostet er Geld. Welche Auswirkungen das haben wird.

Erneut sind Mallorquiner gegen den Massentourismus auf die Straße gegangen. Nur zwei Wochen nach der großen Kundgebung in Palma gegen den aus Sicht vieler Insulaner überbordenden Tourismus, fand die neue Demo nun in der Stadt Sóller statt.

Die Robinson Club GmbH registriert eine Veränderung beim Luxusverständnis deutscher Reisender. Demnach definieren viele Befragte Luxus im Urlaub primär über Zeit, Erholung sowie die Entlastung von alltäglichen Pflichten.

Die weltweiten Ausgaben für Geschäftsreisen steigen im Jahr 2026 voraussichtlich auf den Rekordwert von 1,56 Billionen Euro, während die Zahl der Reisen nur leicht zunimmt.

Ob Spirituosen, Korallenschmuck oder Designer-Kopien: Wer Souvenirs aus dem Urlaub mitbringen möchte, sollte wissen, was er tut. Sonst kann es bei der Einreise Probleme geben.

Der Deutsche Alpenverein meldet auf zahlreichen Berghütten in den Alpen akute Wasserknappheit. Auf einzelnen Hütten muss Trinkwasser bereits per Hubschrauber geliefert werden, während der Verband zu umfassenden Sparmaßnahmen aufruft.

Lufthansa kämpft mit teurem Kerosin und Streiks. Chef Spohr hält nun sogar einen Gewinnrückgang im Gesamtjahr für möglich und kündigt weiterhin hohe Ticketpreise an.

Bahnreisen blieben für Fahrgäste im Juli eine Geduldsprobe: Mit 52,6 Prozent war lediglich etwas mehr als die Hälfte der Fernzüge ohne größere Verzögerungen unterwegs. Im Vergleich zum Vormonat blieb die Quote damit unverändert.

Am Mittelmeer werden für Schirme und Liegen teils horrende Preise verlangt. An einigen Stränden Italiens gehen die Behörden neuerdings dagegen vor, auch wegen der EU. Aber die alten Kräfte wehren sich.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus lädt Ende September zu einem hochrangigen Fachtreffen mit US-Entscheidern an den Bodensee ein, um Trends im amerikanischen Reisemarkt zu analysieren.