Nur fünf Prozent der Deutschen planen Urlaubsreisen nach Social-Media-Trends

| Tourismus Tourismus

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland orientiert sich bei der Auswahl ihrer Urlaubsziele an persönlichen Interessen statt an Trends aus den sozialen Netzwerken. Wie aus einer Umfrage der Buchungsplattform Omio hervorgeht, berücksichtigen lediglich fünf Prozent der Befragten aktuelle Inhalte aus sozialen Medien für ihre Urlaubsplanung. Die Erhebung wurde vom Meinungsforschungsinstitut YouGov unter 2.096 Personen in Deutschland durchgeführt, die eine Urlaubsreise planen.

Persönliche Interessen im Vordergrund

Für insgesamt 70 Prozent der Befragten zählen die eigenen Vorlieben zu den wichtigsten Faktoren bei der Auswahl des Reiseziels. Damit rangiert dieser Aspekt noch vor den Budgetfragen, die von 51 Prozent genannt werden, sowie vor praktischen Gesichtspunkten wie der Organisation oder Erreichbarkeit mit 40 Prozent. Diese Herangehensweise wirkt sich auch positiv auf das Reiseerlebnis aus. So äußerten 57 Prozent der Teilnehmer, dass sie mit ihrem vergangenen Urlaub zufrieden waren, weil die Planung auf eigenen Vorlieben basierte. Zudem gaben 48 Prozent an, dass die Reise dadurch als besonders bedeutungsvoll wahrgenommen wurde.

Geringe Bedeutung von Außenwirkung und sozialem Druck

Die Ergebnisse der Befragung verdeutlichen zudem, dass die Darstellung des Urlaubs in der Öffentlichkeit für die meisten Reisenden eine untergeordnete Rolle spielt. Lediglich vier Prozent der Umfrageteilnehmer verspüren den Druck, ihre Erlebnisse in den sozialen Medien zu teilen. Bei der Auswahl des Urlaubsortes gaben zehn Prozent an, eine Destination gewählt zu haben, um auf andere Personen beeindruckend oder aufregend zu wirken.

Insgesamt 65 Prozent der Deutschen verspüren laut der Umfrage hingegen wenig oder gar keinen Druck, bestimmte Orte zu besuchen, um im Nachgang darüber berichten zu können. Zudem gaben jeweils 15 Prozent der Befragten an, bewusst überlaufene Reiseziele zu meiden oder gezielt nach weniger besuchten Alternativen zu suchen.

Persönliche Empfehlungen wichtiger als Influencer

Obwohl digitale Plattformen zur Inspiration genutzt werden, bleibt ihr Einfluss auf die finale Entscheidung laut den Studienergebnissen gering. Nur sechs Prozent der Deutschen bezeichnen Influencer oder andere externe Online-Quellen als maßgeblich für ihre Reiseplanung. Demgegenüber steht das höhere Gewicht von direkten Ratschlägen aus dem Umfeld. Nach Angaben von 18 Prozent der Teilnehmer basierte die Wahl des Reiseziels auf Empfehlungen von Freunden, Familienmitgliedern oder Kollegen. Diese Ratschläge gehörten damit zu den drei wichtigsten Faktoren bei der Gestaltung der letzten Reise.

Die Daten zeigen regionale und altersbedingte Unterschiede im Umgang mit dem Einfluss sozialer Medien. Innerhalb der sogenannten Generation Z berichten 23 Prozent der Befragten von spürbaren sozialen Erwartungen, bestimmte Orte zu bereisen oder die Reise für digitale Netzwerke aufzubereiten. In der Gruppe der Babyboomer liegt dieser Wert hingegen bei lediglich zwei Prozent. Ein verändertes Verhalten zeigt sich ebenfalls primär bei den jüngeren Reisenden. So wählten 19 Prozent der Generation Z ein Reiseziel aufgrund der Außenwirkung, 14 Prozent stimmten Besuchszeiten auf Fotomotive ab und 11 Prozent bezogen die digitale Wirkung direkt in ihre Planung ein.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Tui spürt weiterhin die Folgen des Iran-Kriegs, viele Menschen buchen ihren Urlaub zudem später. Doch es gibt auch Lichtblicke. Was erwartet Europas größter Reisekonzern für die Wintersaison?

Wandern ist nicht nur eine beliebte Freizeitaktivität in der Natur. Es bringt auch Geld in ländliche Regionen. Touristiker ersinnen daher neue Angebote rund ums Wandern - auch in extremen Varianten.

Eine aktuelle YouGov-Studie im Auftrag von Evaneos beleuchtet das Reiseverhalten der Deutschen in den kommenden Jahren und zeigt auf, welche Aktivitäten und Kriterien die Urlaubsplanung prägen.

Fast 44 Prozent für die als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD bei der Landtagswahl. Schreckt das Touristen ab? Diese Stimmen kommen aus dem Harz.

Eine neue Auswertung von Fit Reisen zeigt, welche deutschen Berge auf Instagram am häufigsten geteilt werden und wo Wanderer noch Ruhe finden.

Dertour hat das Reiseverhalten für den Sommer 2026 analysiert und verzeichnet einen gestiegenen Last-Minute-Anteil sowie stabile Präferenzen bei Luxus- und All-inclusive-Reisen.

Wald, Wartburg, Weimar - das verbinden viele Touristen mit Thüringen. Doch der Tourismus im Freistaat hat sich in den vergangenen zehn Jahren nur verhalten entwickelt. Wie sich das ändern soll.

Alltours verzeichnet seit fünf Jahren ein jährliches Wachstum der bis September eingegangenen Fernreisebuchungen. Als Reaktion erweitert der Veranstalter sein Programm für die Wintersaison mit neuen Hotels, Flugverbindungen und ausgebauten Rundreisen.

Eine aktuelle Auswertung zeigt die häufigsten Reisebeschwerden österreichischer Urlauber im Sommer 2026, wobei vor allem die Themen Flugreisen, Unterkünfte und Mietwagen mit Frust verbunden waren.

Wieder einmal darf sich der Europa-Park über die Auszeichnung zum «besten Freizeitpark der Welt» freuen. Dabei setzt er sich erneut gegen namhafte Konkurrenz durch.