Österreich wird zur Ganzjahresdestination

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Österreich nutzt die internationale Tourismusbörse ITB Berlin vom 3. bis 5. März 2026, um die Transformation des heimischen Tourismus hin zu einer ganzjährigen Destination zu untermauern. Im Zentrum der aktuellen Präsentation stehen statistische Belege für eine zunehmende Entzerrung der Besucherströme sowie die strategische Weiterentwicklung unter dem Titel Vision T. Ziel ist es, die Wertschöpfung über alle vier Jahreszeiten hinweg zu stabilisieren und die Abhängigkeit von klassischen Hochsaisons zu reduzieren.

Statistische Verschiebung der Übernachtungszahlen

Die im Rahmen der Eröffnung des Österreich-Standes vorgelegten Daten verdeutlichen eine strukturelle Veränderung im Reiseverhalten. Das Jahr 2025 markierte nicht nur einen Höchststand bei den Nächtigungen, sondern wies auch eine deutlich ausgewogenere Verteilung auf. Demnach entfallen bereits 28,1 Prozent aller Übernachtungen auf die Monate April, Mai, September, Oktober und November. Diese Entwicklung unterstreicht, dass fast ein Drittel der touristischen Nachfrage mittlerweile in den traditionellen Nebensaisonen generiert wird.

Besonders die verstärkte Ansprache internationaler Fernmärkte trägt zu dieser Glättung der Nachfragekurve bei, da Reisende aus diesen Regionen oft saisonunabhängig agieren. Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner betonte die wirtschaftliche Relevanz dieser Entwicklung: „Der Tourismus ist eine tragende Säule unseres Wirtschaftsstandorts und ein zentraler Arbeitgeber in den Regionen. Mit der Weiterentwicklung unserer nationalen Tourismusstrategie stärken wir Wettbewerbsfähigkeit und Qualität und treiben den Ganzjahrestourismus konsequent voran.“

Investitionen in Qualität und saisonale Unabhängigkeit

Für die Umsetzung der Ganzjahresstrategie spielen laut Branchenvertretern sowohl die Beherbergungsbetriebe als auch die kulturellen Sehenswürdigkeiten eine Schlüsselrolle. Durch Investitionen in Qualitätsverbesserungen und die Erweiterung der Angebote für das Frühjahr und den Herbst soll eine konstante Auslastung sichergestellt werden. Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, sieht darin die Basis für verlässliche Arbeitsplätze.

Auch der Kulturbereich fungiert als stabilisierendes Element. Klaus Panholzer, Präsident der Austrian Leading Sights, verwies darauf, dass die meisten Mitgliedsbetriebe ganzjährig geöffnet sind. „Kultur hat immer Saison“, so Panholzer. Ergänzt wird dies durch den Fokus auf das Kongresswesen sowie sportliche und kulturelle Veranstaltungsformate, die insbesondere in Bundesländern wie Tirol die Transformation weg vom rein saisonalen Tourismus vorantreiben. Astrid Steharnig-Staudinger, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, konstatierte dazu: „Österreich ist kein Saisonartikel, sondern die richtige Wahl 365 Tage im Jahr.“

Technologische Inszenierung und Imagekampagne

Auf der Messe in Berlin präsentiert sich Österreich zudem mit der neuen Imagekampagne The Austrian Synapse. Unter dem Motto Austria – won’t get it out of your head wird seit Februar 2026 in zehn europäischen Märkten, darunter Deutschland, die Niederlande und Großbritannien, für das Reiseland geworben. Die Kampagne rückt die emotionale Langzeitwirkung von Urlaubserlebnissen in den Fokus.

Technisch wird dieses Thema am 979 Quadratmeter großen Messestand durch Installationen der Ars Electronica Solutions visualisiert. Besucher können mittels einer Gehirn-Computer-Schnittstelle ihre unbewussten Urlaubsmotive sichtbar machen oder durch eine Anwendung auf Basis von künstlicher Intelligenz eine individuelle Landschaft ihrer Sehnsüchte erstellen lassen. Insgesamt sind 76 Partner aus den Bereichen Regionaltourismus, Kultur und Hotellerie auf der Messe vertreten, um internationale Geschäftskontakte zu pflegen.


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