Osterurlauber drängen auf die Nordseeinseln

| Tourismus Tourismus

Strandkörbe werden rausgestellt, Strände gesäubert: Die Nordesseeküste putzt sich für den Saisonstart raus. Fährbetriebe setzen zusätzliche Fähren zu den Inseln ein – denn die Hotels sind gut gebucht. Es ist der erste weitgehend reguläre Saisonstart seit Beginn der Corona-Pandemie 2020.

Viele Urlauber haben sich zu Beginn der Osterferien auf den Weg an die Küste und auf die Ostfriesischen Inseln gemacht. Bemerkbar wurde das zunächst auf den Straßen im Norden: So staute sich der Anreiseverkehr auf der Autobahn 31 vor dem Emstunnel bei Leer in Richtung Norden am Samstag auf bis zu acht Kilometern, wie eine Polizeisprecherin sagte. Am Sonntag gab es mit zwei bis drei Kilometern dann etwas weniger Stau.

Die Fährbetriebe in Ostfriesland hatten sich zum Ferienstart auf viele Gäste eingestellt und deswegen teils zusätzliche Fährverbindungen eingeplant - dennoch war der Andrang so groß, dass sich etwa am Fährterminal für die Fähren nach Langeoog in Bensersiel am Samstag lange Schlangen bildeten. 

«Für uns ist Ostern der Saisonstart», sagte Langeoogs Bürgermeisterin Heike Horn (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur. Auch wenn die Maskenpflicht vielerorts nicht mehr vorgeschrieben ist, appellierte Horn an Gäste und Insulaner, dennoch weiter freiwillig Mund-Nasen-Masken zu tragen, etwa an Orten, wo Abstände nur schwer eingehalten werden können wie im Einzelhandel. Horn verwies auf ein aktuell hohes Infektionsgeschehen im Kreis Wittmund und auf der Insel. Mit 3159,4 hatte der Kreis am Freitag bundesweit die zweithöchste Sieben-Tage-Inzidenz.

Die Reiselust vieler, besonders für einen Kurzurlaub über die Ostertage an der Küste, ist laut Tourismusverbänden groß. «Wir verzeichnen über die Osterferien eine starke Nachfrage nach Urlaubsangeboten und dies trotz der momentanen ungünstigen Wetterlage. Die Quartiere an der Küste sind zu 90 Prozent bereits ausgebucht», sagte die Geschäftsführerin der Tourismusgesellschaft Die Nordsee GmbH, Sonja Janßen. «Daher empfehlen wir den Gästen, auch vermehrt die interessanten Urlaubsorte im Hinterland zu besuchen.»

Für die Tourismusbetriebe an der niedersächsischen Nordseeküste ist es der erste weitgehend reguläre Saisonstart seit Beginn der Corona-Pandemie 2020. Im friesischen Wangerland sind in den vergangenen Tagen die rund 1500 Strandkörbe aus ihren Winterlagern an die Strände von Hooksiel und Schillig gebracht worden. Trotz der noch wenig frühlingshaften Temperaturen stünden diese Arbeiten an, sagte Dieter Luikenga von der Wangerland Touristik - denn spätestens zum offiziellen Saisonstart am 15. April müsse alles vorbereitet sein.

Auf einigen Ostfriesischen Inseln müssen nach den teils schweren Wintersturmfluten abgetragene Badestrände erst noch wieder aufgeschüttet werden, bevor die Strandkörbe wieder an ihre Plätze kommen können. «Aktuell laufen die Bemühungen auf Hochtouren», sagte etwa Baltrums Inselbürgermeister Harm Olchers (parteilos). «Mit den Sandtransporten vom Ostende zum Badestrandbereich soll schnellstmöglich nach Ostern begonnen werden können.»

Im Wangerland werden in diesen Tagen in der dritten Saison die Strandkörbe zudem wieder mit einem digitalen Schließsystem ausgerüstet. Ein Team des Herstellers aus Baden-Württemberg bestückt die Körbe dafür mit speziellen Schlössern. Urlaubsgäste können diese mit der Handy-App «BeachBuddy» im Voraus buchen und vor Ort per Bluetooth entsperren - wer kein Smartphone hat oder es nicht mit an den Strand nehmen will, kann an den Strandkassen auch eine Chipkarte, ähnlich einer Hotelzimmerkarte, bekommen.

Nach ein paar Startschwierigkeiten 2020 laufe das System einwandfrei und sei bei den Gästen sehr beliebt, sagte Luikenga. «Das Schöne daran ist das Spontane.» Abends zum Sonnenuntergang noch ein Glas Rotwein im Strandkorb genießen, wenn sonst die Strandkassen längt geschlossen hätten, sei ohne Probleme möglich. Auch viele junge Leute, die sonst eher weniger Strandkörbe gebucht hätten, mieteten sich nun welche. Seit 2020 habe die Zahl der Strandkorbbuchungen mit der Technik um 30 Prozent zugelegt.

Infolge von Preissteigerungen etwa bei Kraftstoffen, Gas und Strom müssen sich Osterurlauber auf höhere Reisekosten einstellen: Reedereien und auch Vermieter hätten ihre Preise angehoben, berichtete der NDR in Niedersachsen am Samstag. Die Vizepräsidentin des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga in Niedersachsen, Birgit Kolb-Binder, sagte dem Sender, sie erwarte in der Gastronomie einen Preisaufschlag von bis zu 30 Prozent. Grund seien gestiegene Lebensmittelpreise sowie Personalmangel. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

TUI hält trotz geopolitischer Belastungen an seiner Jahresprognose fest. Insbesondere der Iran-Krieg und Sonderfaktoren beeinträchtigten die Ergebnisse in den einzelnen Geschäftsfeldern.

Anstatt auf Reiseverzicht zu setzen, bevorzugen Reisende zunehmend nachhaltigere Alternativen innerhalb ihrer Reiseplanung. Die Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Angebote wächst, Nachhaltigkeitssiegel gewinnen an Bedeutung.

Airbnb und die Tripadvisor Group kooperieren bei Touren, Aktivitäten und Attraktionen. Noch 2026 soll eine Auswahl aus dem Bestand von mehr als 425.000 Erlebnissen der Tripadvisor Group über Airbnb buchbar werden.

Wer verreist, lässt mehr zurück als den Arbeitsalltag. Das zeigt eine repräsentative Befragung von HolidayCheck. 86 Prozent der Befragten fassen während einer Reise konkrete Vorsätze für die Zeit danach. Besonders häufig geht es dabei um Erholung und Selbstfürsorge.

Der deutsche Incoming-Tourismus kann in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 trotz schwieriger Marktbedingungen Zugewinne erzielen. In der zweiten Jahreshälfte ist nach Einschätzung der Deutschen Zentrale für Tourismus weiteres Wachstum möglich.

Stark riechendes Essen, Videos ohne Kopfhörer und Selfie-Aktionen am Fenster: Für viele Flugreisende bedeuten nicht erst mögliche Flugverspätungen Stress, sondern auch das Verhalten der Mitreisenden an Bord, so eine neue Umfrage im Auftrag von Booking.com.

Die Beherbergungsbetriebe in Deutschland haben im Juni 2,9 Prozent weniger Übernachtungen verbucht als ein Jahr zuvor. Im gesamten ersten Halbjahr 2026 wurde mit 223,8 Millionen Übernachtungen dennoch ein neuer Höchststand für diesen Zeitraum erreicht.

Die Bahn registrierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 989 Übergriffe auf Mitarbeiter und reagiert mit der Einführung von Tonaufzeichnungen bei Bodycams sowie verstärkten Schutzmaßnahmen.

Die Heinz Sielmann Stiftung und der Deutsche Wanderverband haben die Wahl zum Naturwunder des Jahres 2026 gestartet. Bis Ende September stehen neun Naturschauplätze aus sieben Bundesländern zur Online-Abstimmung.

In allen Bundesländern sind Sommerferien, und in Mecklenburg-Vorpommern sind Tausende Urlauber unterwegs. Die landeseigene MV Tourismus GmbH zieht eine positive Zwischenbilanz der bisherigen Hauptsaison - mit ein paar Wolken am Ferienhimmel.