Pasta statt Pauschal: Warum viele Veganer ihren Urlaub nach der Speisekarte wählen

| Tourismus Tourismus

Eine TUI-Studie, die in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut Appinio durchgeführt wurde, beleuchtet die Rolle der pflanzlichen Ernährung bei der Urlaubsplanung und -durchführung von Vegetariern und Veganern in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen, dass das kulinarische Angebot für diese Zielgruppe einen besonders hohen Stellenwert bei der Urlaubswahl einnimmt – oft wichtiger als das Pauschalangebot.

Gastronomie ist Top-Faktor bei der Destinationswahl

Der Wachstumstrend hin zur pflanzlichen Ernährung spiegelt sich auch im Reiseverhalten wider: Laut Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse 2024 leben in Deutschland 8,43 Millionen Menschen weitgehend vegetarisch oder verzichten auf Fleisch; 1,47 Millionen ernähren sich vegan.

Für 26,2 % der Veganer ist das kulinarische Angebot der entscheidendste Faktor bei der Auswahl des Urlaubsziels, im Vergleich zu 14,4 % der sogenannten Omnivoren (Menschen mit nicht-pflanzenbasierter Ernährung). Dies verdeutlicht, wie stark die Verfügbarkeit geeigneter pflanzlicher Optionen die Wahl des Urlaubsortes beeinflusst.

Obwohl die Küche so relevant ist, gaben nur 38,1 % der Veganer und 36,3 % der Vegetarier an, das meiste Geld vor Ort für "Essen und Trinken" auszugeben. Bei Omnivoren waren es 50,6 %. Trotzdem ist dieser Posten für alle Ernährungsformen der höchste. An zweiter Stelle folgen bei Vegetariern und Veganern "Touren und Ausflüge" (27,4 % bzw. 31,0 %).

Italien als favorisiertes Veggie-Paradies – Deutschland punktet bei Veganern

In puncto kulinarische Vorlieben im Urlaub führt Italien die Liste an: 43 % der Vegetarier und 24 % der Veganer nennen Bella Italia als Land mit der besten Küche. Dass auch Deutschland kulinarisch mehr zu bieten hat, schätzen 16,7 % der Veganer und setzen die Bundesrepublik auf Platz 1 der Länder mit der besten Küche.

Selbstversorgung statt All-inclusive: Präferenz für Unabhängigkeit

Die Studie zeigt eine deutliche Präferenz der Veganer für Unabhängigkeit bei der Verpflegung, was die Abneigung gegenüber Pauschalangeboten erklärt: 31,0 % bevorzugen im Urlaub die Selbstversorgung (auswärts essen gehen oder selbst kochen), während nur 11,9 % ein All-Inclusive-Angebot wählen.

Diese Neigung zur Unabhängigkeit spiegelt sich auch in der Wahl der Unterkunft wider: 23,8 % der Veganer buchen am liebsten ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung. Sogar 14,3 % verbringen ihre Urlaube primär auf dem Campingplatz – im Gegensatz zu nur 5,4 % der Omnivoren.

Abweichung von der Ernährungsform ist keine Seltenheit

Befragte Veganer und Vegetarier zeigen eine gewisse Zurückhaltung beim Probieren landestypischer Speisen im Urlaub: Nur 19,0 % der Veganer und 20,2 % der Vegetarier geben an, dies "immer" zu tun (Omnivore: 30,9 %). Die Herausforderung, in traditionellen Gerichten tierische Produkte zu vermeiden, spielt dabei eine Rolle.

Ein relevanter Anteil der Veganer weicht im Urlaub sogar von seiner gewohnten Ernährungsform ab: Für 38,1 % der Veganer ist dies Grund genug, im Urlaub "ein Auge zuzudrücken". 16,7 % geben an, sich im Urlaub grundsätzlich anders zu ernähren als zu Hause. Ein Drittel der Veganer achtet hingegen bereits bei der Wahl der Destination darauf, dass die lokale Küche ihren Anforderungen an pflanzlichen Alternativen entspricht.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Frankreich bleibt das meistbesuchte Urlaubsziel der Welt: 102 Millionen internationale Gäste sorgten 2025 für Rekordeinnahmen – doch beim Umsatz liegt ein Nachbarland vorn.

Trotz fehlender Großevents wie der Fußball-EM: Die Zahl der Gäste in Baden-Württemberg erreicht ein Rekordhoch. Die meisten Touristen im Südwesten kommen weiterhin aus Deutschland. Welche Rolle spielen Übernachtungen?

Absicherungen und 24-Stunden-Hotlines: Reiseveranstalter reagieren auf Pläne zu verschärften Einreisekontrollen. Obwohl die Details noch gar nicht feststehen, sind Touristen verunsichert. Zurecht?

In welchen deutschen Küstenregionen verbringen Urlauber am liebsten eine Auszeit? Schleswig-Holsteins Küsten liegen in der Reise-Gunst deutlich vorn. Doch es gibt etwas Bewegung bei den Marktanteilen.

Der HelloSafe Safety Index 2026 zeigt ein klares Bild der globalen Sicherheitslage: Europa bleibt die stabilste Region für den Tourismus, angeführt von Island und der Schweiz. Deutschland und Österreich sichern sich Plätze in den Top 15.

Eine aktuelle Postbank-Umfrage zeigt, dass zwei Drittel der Deutschen 2026 verreisen wollen, obwohl gestiegene Lebenshaltungskosten viele zum Sparen zwingen. Die Finanzierung erfolgt dabei überwiegend aus Ersparnissen, während Bargeld das bevorzugte Zahlungsmittel bleibt.

Eine aktuelle Analyse der Google-Maps-Bewertungen zeigt, welche europäischen Städte bei Touristen besonders hoch im Kurs stehen. Während Dresden das deutsche Ranking anführt, dominieren osteuropäische Städte wie Plowdiw und Prag den internationalen Vergleich.

Ein Spaziergang auf der zugefrorenen Ostsee, ein von Eis umschlossener Leuchtturm: Die extreme Kälte hat in diesem Jahr für eine ganz besondere Küstenkulisse gesorgt. Zieht das auch mehr Gäste an?

Eine YouGov-Studie im Auftrag des BTW belegt eine stabile Reiselust der Deutschen für 2026. Während klassische Urlaubsformen wie Bade- und Städtereisen dominieren, zeigt sich bei jüngeren Zielgruppen ein wachsendes Interesse an der Kombination von Arbeit und Urlaub. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist das entscheidende Kriterium bei der Buchung.

Tui überrascht zum Winteranfang mit starken Zahlen – und denkt um. Der Reisekonzern will wieder stärker ins Geschäft mit günstigen Pauschalreisen einsteigen. Geplant ist eine neue Marke.