Perseiden: 10 Reiseziele für Sterngucker

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In lauen Sommernächten die Sterne beobachten und Sternschnuppen zählen - das zählen viele zu ihren Lieblingsbeschäftigungen im August, denn in keinem anderen Monat treten sie in so hoher Anzahl auf. Bereits seit Mitte Juli ist der Meteorschauer der Perseiden aktiv, doch In der Nacht vom 12. auf den 13. August erreicht er seinen Höhepunkt und hunderte Sternschnuppen sausen pro Stunde über den Himmel. Nicht überall lassen sie sich bei klarem Himmel so gut erkennen, denn im lichtverschmutzten Europa gibt es kaum noch Orte, an denen absolute Dunkelheit herrscht.

Holidu hat eine Liste von zehn europäischen Reisezielen zusammengestellt, die besonders dunkel und damit optimal für das Beobachten von Sternschnuppen geeignet sind. Kein Teleskop vorhanden? Kein Problem! Um das Spektakel genießen zu können, reicht das bloße Auge. Wer mag, nimmt ein Fernglas mit und taucht tief in den romantischen Nachthimmel ein. Am besten gelingt dies an den folgenden Orten:

1. Naturpark Westhavelland, Brandenburg, Deutschland
 

Etwa 80 Kilometer von Berlin entfernt liegt der Naturpark Westhavelland, der im Jahr 2014 von der Internationalen Dark-Sky Association (IDA) als erster Sternenpark innerhalb Deutschlands ausgewiesen wurde. Die IDA zeichnet Gebiete mit “dunklem Himmel” aus. In diesen ist die Verschmutzung durch menschengemachtes, künstliches Licht besonders gering und es werden Maßnahmen getroffen, sie niedrig zu halten bzw. weiter zu verringern. Im Sternenpark Westhavelland können Hobbyastronomen die nahezu vollkommene Dunkelheit an neun ausgewiesenen Beobachtungsplätzen zu jeder (Nacht-)Zeit ungestört genießen. Wer mehr über das Lichtschutzgebiet erfahren möchten, bucht eine private Führung. Wem das nicht reicht, der ist herzlich dazu eingeladen, am jährlichen WestHavelländer AstroTreff teilzunehmen. Doch für dieses Jahr sind die Plätze bereits ausgebucht.


2. Winklmoosalm, Bayern, Deutschland

Ein weiterer deutscher IDA-zertifizierter Sternenpark, und der erste in den Alpen, ist die sich im Privatbesitz befindliche Winklmoosalm bei Reit im Winkl, nahe der österreichischen Grenze. Was die Alm so besonders macht, ist ein annähernd uneingeschränktes 360-Grad-Panorama auf 1.200 Meter Höhe. Das hat zur Folge, dass Sternengucker bei klaren Nächten feine Details am Himmel erkennen können und der Anblick der etwa 3.000 Sterne sowie der Milchstraße (sichtbar im Sommer und Herbst) einen regelrecht vor Ehrfurcht erstarren lässt. Genießen lässt sich der beeindruckende Rundblick auf den Himmelsliegen, oberhalb des Parkplatzes an der Winklmoosalm. Es finden außerdem wöchentlich Sternführungen statt, aber die Gegend kann auch alleine erkundet werden. Unterkünfte gibt es direkt im Park oder im nur 15 Minuten entfernten Reit im Winkl.


3. La Palma, Kanaren, Spanien

Ein besonders überwältigender Ort für die Sternenbeobachtung ist die kanarische Insel La Palma. Nicht nur sind große Teile der Insel ein von der UNESCO ausgezeichnetes Biosphärenreservat, sondern im Jahr 2012 wurde La Palma zusätzlich zum ersten “StarlightReservat” der Welt erklärt. Die Lage im Atlantik sowie die geologische Beschaffenheit der Insel haben ein Paradies für Sterngucker erschaffen, denn die Dunkelheit der Nacht wird hier kaum durch Lichtquellen gestört. Auf dem Gipfel des Roque de los Muchachos, auf einer Höhe von 2.396 Metern, die höchste Erhebung der Insel, befindet sich das Observatorium, in dem Interessierte alles über das Universum lernen und Touren buchen können. Zusätzlich verteilen sich über die ganze Insel Aussichtspunkte, die Sternenkarten und Erläuterungen bieten und nachts den Blick auf den weiten Sternenhimmel ermöglichen.


4. Albanyà, Girona, Spanien

Die Gemeinde Albanyá, in der spanischen Provinz Girona gelegen, befindet sich in ländlicher Lage in den Pyrenäen und ist damit abseits jeglicher Ballungsräume, die die Luft verschmutzen. Folglich sind die Nächte hier besonders dunkel und Albanyá seit 2017 ein weiterer von der IDA ausgezeichneter “Dark-Sky Park”. Astro-Touristen suchen insbesondere den Campingplatz Bassegoda Park im Naturschutzgebiet Alta Garrotxa auf. Ein Teleskop und zahlreiche nächtliche Veranstaltungen, die den Wissensdurst stillen, ziehen vor allem im Sommer hunderte Besucher an. Eine eigens errichtete Tribüne mit Leinwand lädt zum gemeinsamen Beobachten des Nachthimmels ein. Hier, inmitten der Natur, umgeben nur von Bäumen und Bergen, und unter tausenden von Sternen, lässt sich der Alltag vergessen und der Moment auskosten!


5. Südliche Toskana, Italien

Es gibt kaum eine romantischere Gegend als die Hügel der Toskana. Umgeben von Zypressen, Weinbergen und mittelalterlichen Dörfern reist man hier nicht nur in die Natur, sondern auch in die Vergangenheit. Vor allem der Süden der Toskana ist geprägt von malerischen, weiten Landschaften und kleinen Orten, die in die Hügel eingebettet sind und teilweise recht weit auseinander liegen. Kein Wunder also, dass die Lichtverschmutzung gering ist und sich in der Toskana die Sterne perfekt beobachten lassen.

Sei es auf einem Liegestuhl am Pool der Ferienunterkunft, an recht unbelebten, aber wunderschönen Stränden wie dem am Golf von Baratti, oder direkt am Observatorium im Chianti-Gebiet - Gelegenheiten gibt es mehr als genug! Besonders lohnenswert ist der Besuch eines der dunkelsten Orte in ganz Italien: des Monte Amiata. In silbernem Glanz erstrahlt die Milchstraße über einem und im August jagt eine Sternschnuppe nach der anderen über das Himmelszelt.


6. Liparische Inseln, Italien

Ebenfalls hervorragende Bedingungen für alle, die nach den Sternen greifen wollen, herrschen auf den liparischen Inseln, nördlich von Sizilien, vor. Auf Lipari befindet sich der Aussichtspunkt “Belvedere Quattrocchi” (dt.: “Aussichtspunkt Vier Augen”), der nicht nur tagsüber ein tolles Panorama bietet, sondern einem auch nachts den Atem verschlägt, wenn unzählige Sterne direkt über einem strahlen.

Die Insel Stromboli, die hauptsächlich aus dem gleichnamigen Vulkan besteht, ist ebenfalls ein absolutes Juwel für Sterngucker. Hier wird besonders auf Dunkelheit geachtet und unbeleuchtete Gegenden zu finden ist nicht schwer. Sie möchten ein unvergessliches Erlebnis? Dann buchen Sie eine nächtliche Tour auf den Stromboli und lassen sich von dem phänomenalen Ausblick über den schier endlosen Horizont verzaubern.


7. Pic du Midi de Bigorre, Haute-Pyrenées, Frankreich

Der Gipfel des Pic du Midi de Bigorre liegt nördlich vom Hauptkamm der Pyrenäen und wer dem Aussichtspunkt hier auf 2.877 Meter Höhe einen Besuch abstattet, wird mit einem spektakulären Panorama belohnt. Ob tagsüber zum Genießen der Weitsicht über die unglaubliche Hügelkette, zum Sonnenauf- oder untergang oder eben nachts zur Sternenbeobachtung, wenn das Wetter mitmacht. Ein Ausflug auf den Pic du Midi de Bigorre lohnt sich zu jeder Tageszeit - nicht nur für Gipfelstürmer! Ausgangspunkt zu dem seit 2013 als von der IDA ausgewiesenen “Dark-Sky Reserve” ist die Station de la Mongie und die Fahrt mit der Seilbahn dauert etwa 15 Minuten. Lassen Sie sich verzaubern von diesem Ausnahme-Ort und besuchen Sie den Pic du Midi und sein Observatorium im Zuge einer speziellen Sonnenuntergangsfahrt und nehmen an einer Sternenbeobachtung teil.


8. Naturschutzgebiet de Boschplaat, Terschelling, Niederlande

Saubere, frische Luft, Dünen, Salzwiesen und vollkommene Stille, die nur von dem Zwitschern der Vögel unterbrochen wird - willkommen im Naturschutzgebiet de Boschplaat auf der westfriesischen Insel Terschelling in den Niederlanden. Über 50 Quadratkilometer erstreckt sich das Gebiet im Osten der Insel und darf sich, dank seiner Lage abseits jeglicher Lichtquellen, seit dem Jahr 2015 “Dark-Sky Park” nennen. Nächtliche Besucher freuen sich über acht speziell eingerichtete Orte, die sich hervorragend für die Sternenbeobachtung eignen. Ein besonders großartiges Flair versprüht das Dünengebiet in der Nacht.


9. Iveragh-Halbinsel, Kerry, Irland

Eine weitere Region, die nicht nur ein ausgewiesenes Lichtschutzgebiet ist, sondern neben dem Grand Canyon und einigen Wüsten in Afrika zu den dunkelsten Orten der Erde überhaupt gehört, ist die Iveragh-Halbinsel im irischen County Kerry. Das “Dark-Sky Reservat“ umfasst etwa 700 Quadratkilometer und erstreckt sich entlang des bei Touristen sehr beliebten “Wild Atlantic Way”. Wer also eine Reise nach Irland plant, sollte unbedingt eine Nacht in Kerry einplanen, denn dieses Schutzgebiet ist das einzige auf der ganzen Nordhalbkugel, das von der IDA die maximale Dunkelheitsstufe zugesprochen bekommen hat.

In der Kernzone befindet sich ein kleines Dorf, The Glen, was ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal ist, denn normalerweise sind die ausgezeichneten Dark-Sky Reservate komplett unbewohnt. Obwohl im Sommer besonders viele Sternschnuppen über den Himmel flitzen, ist es eine Überlegung wert, Kerry eher im Herbst oder sogar Winter aufzusuchen, weil die Nächte dann deutlich länger sind und damit bessere Bedingungen für Himmelsbeobachtungen vorherrschen.


10. Rovinj, Istrien, Kroatien

Sterne beobachten funktioniert nur inmitten der Natur? Nein, es geht auch anders! Ein beliebter Ort für den Sommerurlaub ist die kroatische Stadt Rovinj an der Adriaküste. Wer meint, hier auf den Sternenschauer im August verzichten zu müssen, denkt falsch. Jedes Jahr wird zur Nacht des Heiligen Laurentius in der gesamten Stadt das Licht ausgemacht. Wie der Zufall es will, liegt der Gedenktag an den Heiligen in der Zeit, in der die Perseiden ihren Höhepunkt erreichen, weswegen die vom Himmel fallenden Sterne hier als “Tränen des Laurentius” bezeichnet werden. Diese Nacht in Rovinj zu verbringen ist schlichtweg magisch: Jegliches künstliche Licht wird ausgemacht und Kerzen und Fackeln werfen ein romantisches Licht auf die Straßen. Stimmungsvolle Musik sowie Aufführungen und das Rauschen des Meeres tragen ihr Übriges zu der märchenhaften Atmosphäre bei.


 

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