Reiseanalyse 2021: Unsicherheit bei der Urlaubsplanung durch Corona

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Corona macht die Urlaubsplanung in diesem Jahr zu einer schwierigen Sache. An Zeit mangelt es den meisten nicht, auch nicht am Geld, wie eine aktuelle Studie ergeben hat. Die Lust auf Urlaub haben über die Monate der Pandemie hinweg auch nur wenige verloren - und trotzdem warten sie lieber ab. Dieses Jahr sei tatsächlich mal ganz anders als die anderen, sagte Tourismusforscher Martin Lohmann am Dienstag zum Auftakt der Stuttgarter Reisemesse CMT. Nicht nur, weil Lohmann die alljährliche «Reiseanalyse» der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) diesmal nur im Online-Livestream präsentieren konnte. Sondern auch, weil im Moment so gut wie niemand reist.

«Es gibt aktuell kaum Tourismus», sagte Lohmann. Was im Wesentlichen an den vielen Restriktionen zur Eindämmung der Pandemie liege und nicht bedeute, dass die Menschen in Deutschland nicht verreisen würden, wenn sie denn könnten. «Die Urlaubslust ist auf einem hohen Niveau», sagte Lohmann, der das Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) in Kiel leitet.

Es gibt laut Studie aber viel Unsicherheit und viele Bedenken. So würde zwar eine große Mehrheit im Frühjahr oder Sommer gerne in den Urlaub fahren. Nur 16 Prozent planen da definitiv keine Reise. Konkrete Pläne oder Ziele wiederum haben aber nur 22 Prozent. 24 Prozent wollen verreisen, wissen aber nicht, wohin. Und 38 Prozent schwanken generell noch. Die Zahlen sind aus dem November. Angesichts des seither erst verschärften und dann verlängerten Lockdowns dürfte die Unsicherheit aber kaum geringer geworden sein.

Ihre Präferenzen haben die Deutschen laut Lohmann in der Krise kaum geändert. Urlaub im eigenen Land bleibt der Favorit, der er auch schon vor Corona war. Die meisten wollen zudem weiterhin Strand- oder Badeurlaub, Familienferien und Erholung in der Natur. Der Trend zum Wohnmobil bekommt in der Krise noch mehr Rückenwind, war aber auch schon vorher da. «Die Großen bleiben groß», sagte Lohmann.

Allerdings kämen durch Corona andere Kriterien hinzu - zuvorderst die Frage, ob das Wunschziel überhaupt erreichbar sei. Dass die Tendenz zu Flug- und Fernreisen nachlasse, sei vor allem als realistische Einschätzung der Möglichkeiten zu sehen, nicht als generelle Abneigung gegen diese Art des Reisens, betonte er.

Mehr als jeder zweite künftige Urlauber will laut Studie zudem bei der Buchung besonders darauf achten, dass es Geld-zurück-Garantien und großzügige Stornobedingungen für den Fall der Fälle gibt. «Da sind viele gebrannte Kinder aus dem vergangenen Jahr», sagte Lohmann. Ähnlich vielen sind zudem die Hygienemaßnahmen am Urlaubsort und in der Unterkunft sehr wichtig.

Für die Reiseveranstalter seien diese zusätzlichen Bedingungen eine zusätzliche Herausforderung, erklärte der Tourismusforscher. Denn schön solle der Urlaub ja nach wie vor sein. «Niemand fährt irgendwo hin, nur weil man sich da nicht ansteckt», sagte Lohmann.

Wie sich das Urlaubsjahr 2021 entwickle, werde letztlich vor allem davon abhängen, welche Möglichkeiten die Maßnahmen gegen die Pandemie überhaupt zuließen. Schon im vergangenen Jahr sei das Angebot selbst der Hauptgrund für die schwache Nachfrage gewesen. Sprich: Es gab nicht viel, wohin man gekonnt oder gedurft hätte. Auch finanzielle Nöte hätten eine Rolle gespielt, allerdings nur für eher wenige. Sorgen vor einer Infektion, fehlendes Urlaubsgefühl oder auch sozialer Druck dagegen seien insgesamt kaum ausschlaggebend gewesen.

Mit etwa 400 Millionen internationalen Ankünften - mehr als eine Milliarde weniger als im Jahr davor - sei der Tourismus 2020 auf das Niveau von 1989 zurückgefallen, sagte Lohmann. Die Menschen in Deutschland allein machten laut Studie 43 Millionen Urlaubs- und dazu noch 37 Millionen Kurzreisen. Das war ein Rückgang um 40 beziehungsweise sogar 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (dpa)


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