Reisekonzerne hoffen trotz Corona auf den Sommer

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Trotz steigender Corona-Zahlen, Lockdowns in Österreich und zuletzt schwächelnder Nachfrage ist die Zuversicht deutscher Reiseveranstalter nach zwei Krisen-Jahren ungebrochen. «Wir erwarten einen nachfragestarken Sommer 2022», sagte Ingo Burmester, DER Touristik-Zentraleuropachef am Mittwoch. Auch Branchenprimus Tui geht von einem starken Sommer-Geschäft aus und sieht das Vorkrisenniveau in Sicht. Zuversichtlich zeigen sich auch Spezialreiseanbieter.

Deutschlands zweitgrößter Reisekonzern DER Touristik erwartet aktuell keine nachhaltigen Bremseffekte wegen der zugespitzten Corona-Lage. Zwar hätten sich die Buchungseingänge seit einigen Tagen etwas abgeschwächt. «Die Menschen warten aktuell noch ab», berichtete Burmester. «Unsere Reservierungssysteme wirken einmal mehr wie ein Seismograph.»

Doch «die Phase der Zurückhaltung wird nur kurz sein», zeigt sich der Manager zuversichtlich. Die Buchungseingänge der letzten Wochen hätten deutlich gezeigt, dass der Reisewunsch ungebrochen hoch sei. «Wir rechnen mit einem nachfragestarken Sommer 2022 und hoffen, dass er ungefähr wieder das Vorkrisenniveau erreicht.»

Viele Ziele wurden Burmester zufolge vor der Verschärfung der Infektionslage stärker gebucht als zum selben Zeitpunkt vor Corona. «Wir rechnen insgesamt mit einer Rückkehr der Buchungsnormalität und einem sehr positiven Eingang ab April», sagte der Manager. «Ich gehe von großen Nachholeffekten aus, diese sehe ich insbesondere im Spätsommer und im Winter.» Das Gesamtjahr dürfte das Vorkrisenniveau «nicht ganz, aber fast erreichen.»

Branchenprimus Tui geht davon aus, dass im nächsten Sommer «ganz oder annähernd» das Vorkrisenniveau aus 2019 in Sicht ist. «Wir sind optimistisch, dass wir nächstes Jahr zur Normalität zurückkehren können», sagte Tui-Deutschland-Chef Stefan Baumert Anfang der Woche. Speziell für Mittelmeer-Ziele in Spanien, der Türkei oder Griechenland gelte: «All das, was wir an Vorausbuchungen sehen, ist sehr ermutigend».

Die Corona-Krise mit zeitweisen Lockdowns, Reisebeschränkungen und Reisewarnungen hat den Tourismus hart getroffen. Auf insgesamt etwa 24 Milliarden Euro beziffert der Reiseverband DRV den Umsatzausfall bei Reisebüros und Veranstaltern seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020. «Wir stellen uns auf ein weiteres schwieriges Jahr ein», auch wenn das Licht am Ende des Tunnels heller werde, sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig Ende Oktober. Aus seiner Sicht dürfte die Branche das Vorkrisenniveau frühestens erst 2023 in etwa wieder erreichen.

Die Zeichen scheinen dennoch auf Erholung zu stehen. So berichtet beispielsweise Christoph Führer, Geschäftsführer des auf Rund- und Gruppenreisen spezialisierten Veranstalters Leitner Reisen von einer sehr robusten Buchungslage für 2022. Angesichts der aktuellen Entwicklung habe sich die Nachfrage zwar etwas abgeschwächt. «Aus den Erfahrungen der letzten 18 Monate wissen wir aber, dass es sich auch hier um eine Verlagerung der Buchungen handeln wird, da der Reisewunsch unserer Kunden sehr ausgeprägt ist.» Der Veranstalter, der aktuell Reisen nur für Geimpfte und Genesene (2G) anbietet, stellt wie andere Anbieter einen Trend zu höherwertigen Produkten fest.

Der Fernreisespezialist und Veranstalter von Kleingruppen-Reisen, Chamäleon, hat nach eigenen Angaben bislang etwa 40 Prozent der Buchungen des Vorkrisenjahres 2019 für das gerade angelaufene Tourismusjahr in den Büchern. «Wir sind sehr zuversichtlich für 2022», sagte Firmen-Chef Ingo Lies. (dpa)


 

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