Reiseverhalten der Deutschen durch Pandemie nachhaltig verändert

| Tourismus Tourismus

Geschäftsreisen wird es in Deutschland auch nach dem Ende der Corona-Pandemie seltener geben. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag der NUMA Group. Nur zehn Prozent der Befragten waren während der Pandemie auf Geschäftsreise. 82 Prozent reisen hingegen nie geschäftlich oder haben dies während der Pandemie nicht getan. Derweil gaben 55 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass sich ihr geschäftliches Reiseverhalten auch nach der Pandemie nicht ändern wird. Lediglich fünf Prozent gaben an, nach der Pandemie wieder erheblich öfter verreisen zu wollen.

Christian Gaiser, CEO der NUMA Group: „Die Antworten der Befragten decken sich weitestgehend mit unserer Markteinschätzung. Der Geschäftstourismus wird auch mittelfristig noch unter dem Vorkrisenniveau verbleiben. Insbesondere die neue hybride Arbeitskultur – mehr Videocalls anstelle von persönlichen Meetings - in vielen Unternehmen verlangsamt die Erholung in diesem Bereich. Darüber hinaus verändert sich auch die Art von Geschäftsreisen. Viele Hotels sind noch nicht ausreichend auf die Anforderungen von Remote Work vorbereitet. Sie müssen sich zeitgleich auf weniger Reisende und eine längere durchschnittliche Aufenthaltsdauer einstellen. Bei NUMA haben wir unser Geschäftsmodell schon frühzeitig von Kurzzeitaufenthalten auf mittelfristige Aufenthalte umgestellt.“

Auch die privaten Urlaubspläne wurde in der Umfrage abgefragt: 34 Prozent der Befragten planen, ihren nächsten Urlaub im eigenen Land zu verbringen, weitere 23 Prozent wollen innerhalb Europas verreisen. Nur acht Prozent der Umfrageteilnehmer sind auf der Suche nach einem Urlaubsort außerhalb Europas. 27 Prozent aller Befragten planen hingegen gar keinen Urlaub. Das Budget für den nächsten Urlaub fällt derweil bei der Mehrheit der Befragten moderat aus: 58 Prozent von ihnen würden hierfür bis zu 2.000 Euro ausgeben, 13 Prozent bis zu 5.000 Euro. Nur drei Prozent der Teilnehmer können sich vorstellen, mehr als 5.000 Euro für ihren Urlaub auszugeben.

„Viele Reisende bevorzugen auch weiterhin die Anreise mit dem eigenen Pkw, weswegen Fernreisen an Bedeutung verlieren. In Städten mit einem Fokus auf Ferienreisen und vielen Besuchern aus der Europäischen Union wird sich der Tourismus vergleichsweise schnell erholen können“, erklärt Christian Gaiser hierzu.
Sowohl Geschäftsreisende als auch Urlauber wurden zudem nach ihren Präferenzen bei der Art der Unterkunft befragt. 37 Prozent der Umfrageteilnehmer können sich ihren nächsten Urlaub am ehesten in einem hochwertigen Serviced-Apartment vorstellen. 32 Prozent würden hingegen ein klassisches Boutique-Hotel mit Check-in an der Rezeption bevorzugen. 31 Prozent der Befragten wollten sich auf keine der beiden Varianten festlegen.

Bei kurzen Geschäftsreisen wiederum hält sich die Nachfrage nach Serviced-Apartments (23 Prozent) und Boutique-Hotels (22 Prozent) bei den Befragten in etwa die Waage. Ganze 47 Prozent der Befragten verreisen grundsätzlich beruflich nicht.

Wer sich im Rahmen einer Urlaubs- oder Geschäftsreise für ein Serviced-Apartment entscheidet, hat der Umfrage zufolge klare Prioritäten in Bezug auf Ausstattung, Lage und Komfort. Für 40 Prozent der Befragten ist eine zentrale Lage entscheidend. Weitere 40 Prozent legen Wert auf ein ansprechendes Design. 37 Prozent halten es für wichtig, dass im Apartment eine voll ausgestattete Küche vorhanden ist. Eine gute Verkehrsanbindung wiederum halten 36 Prozent der Umfrageteilnehmer für wichtig. Auch das Vorhandensein von schnellem WLAN zum mobilen Arbeiten halten 27 Prozent von ihnen für wesentlich. Immerhin 22 Prozent wünschen sich explizit, rund um die Uhr digital ein- und auschecken zu können. Gemeinschafts- und Wellnessbereiche, wie sie in vielen Hotels üblich sind, empfinden lediglich zehn Prozent der Befragten als wichtig.

„Bei kurzen und mittelfristigen Aufenthalten haben Serviced-Apartments zweifellos an Bedeutung gewonnen und werden als ernsthafte Alternative zum klassischen Hotel gesehen. Innerhalb dieses wachsenden Marktsegments richten wir uns mit unserem Angebot insbesondere auch an Urlauber. Der Wunsch von mehr als einem Fünftel der Befragten nach digitaler Unabhängigkeit ohne physisches Check-in zeigt die Wachstumsperspektive für unser Geschäftsmodell auf", so Gaiser.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Lufthansa startet ihr neues Servicekonzept FOX auf der Langstrecke. Mit einer Investition von 70 Millionen Euro werden die kulinarischen Angebote und die Ausstattung in allen Reiseklassen, von der Business Class bis zur Economy Class, umfassend erneuert.

Die WHO meldet mehrere Fälle einer Atemwegserkrankung auf einer Atlantik-Kreuzfahrt. Der Virus wird durch Nagetier-Kot übertragen, in seltenen Fällen auch von Mensch zu Mensch.

Im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb öffnen beliebte Berghütten wieder für die Sommersaison. Wo Wanderer jetzt einkehren und die Aussicht genießen können. Ein Überblick zu fünf möglichen Zielen.

Eine aktuelle Expedia-Studie belegt, dass Reisende pro Trip durchschnittlich 500 US-Dollar für Zusatzkäufe ausgeben. Besonders die Generation Z zeigt sich dabei kauffreudig und offen für neue Marken sowie flexible Zahlungsmodelle.

Der südlichste Kanton der Schweiz lockt mit alpiner Bodenständigkeit und italienischem Dolce Vita. Stiller Genuss und aufregender Glamour sind oft nur Minuten voneinander entfernt.

Festsitzenden Passagieren stehen Mahlzeiten und Erfrischungen zu. Doch was zählt als Erfrischung? Dazu urteilen Gerichte immer wieder. Eine Frage dabei: Was dient noch der Flüssigkeitszufuhr?

Düsseldorf richtet seinen Tourismussektor mit der neuen Strategie „Future of Tourism“ neu aus und setzt verstärkt auf Qualität statt Quantität. Ziel ist es, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste zu steigern.

Eine neue Auswertung zeigt die beliebtesten Radfernwege Deutschlands für das Jahr 2026. Während der Weserradweg seine Spitzenposition verteidigt, zeigt sich ein deutlicher Trend zu Flussradwegen und Routen im süddeutschen Raum.

Das Urlaubsbarometer 2026 zeigt eine ungebrochene Reiselust in Österreich, wobei Sicherheit und Kosten zu den entscheidenden Faktoren bei der Zielwahl werden. Während Italien und Kroatien als Favoriten gelten, gewinnt Künstliche Intelligenz massiv an Bedeutung.

Die Fluggesellschaft Ryanair hat nach eigenen Angaben angekündigt, ihre Berliner Basis zum 24. Oktober 2026 zu schließen. Betroffen sind sieben stationierte Flugzeuge, die an andere Standorte innerhalb Europas verlagert werden sollen. Gleichzeitig soll das Flugangebot im Winterflugplan um 50 Prozent reduziert werden, wie das Unternehmen mitteilt.