Reisewirtschaft verbucht mehr Gäste und Umsatz im Sommer

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Die deutsche Reisewirtschaft hat im Sommer 2026 vier Prozent mehr Umsatz erzielt als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Reisenden stieg um zwei Prozent. Besonders gefragt waren Reisen in den östlichen Mittelmeerraum und Kreuzfahrten, während das Geschäft mit Fernreisen zurückging. Das geht aus der vorläufigen Sommerbilanz des Deutschen Reiseverbands (DRV) hervor.

Die Auswertung basiert auf Buchungsdaten bis Ende August. Der DRV stützt sich dabei auf Zahlen von Travel Data + Analytics (TDA), die Buchungen über Reisebüros und Online-Reiseportale für Veranstalterreisen erfassen. Die touristische Sommersaison umfasst den Zeitraum von Anfang Mai bis Ende Oktober.

Last-Minute-Buchungen gleichen schwächeren Frühbucherabsatz teilweise aus

Nach einem starken Frühbuchergeschäft Ende 2025 und zu Beginn des Jahres 2026 habe die Nachfrage mit Beginn des Nahost-Konflikts im März nachgelassen, erklärt DRV-Präsident Albin Loidl. Im weiteren Verlauf hätten vor allem Last-Minute-Buchungen das Sommergeschäft gestützt. Die Kunden buchten teilweise später und wögen ihre Entscheidungen genauer ab.

„Die Menschen wollen reisen, der Urlaub steht in der Konsumpriorität auch weiterhin ganz weit oben. Gleichzeitig sehen wir, dass die Kundinnen und Kunden genauer abwägen und teilweise später buchen“, sagt Loidl. Auch im September sei die Nachfrage nach Herbstreisen hoch geblieben. Der noch nicht abschließend ausgewertete Monat verzeichnete beim Umsatz aus Neubuchungen einen höheren Wert als im Vorjahr. Rund die Hälfte dieser Buchungen entfiel auf Reisen in die östliche Mittelstrecke.

Die drei meistgefragten Reiseziele im Sommer waren Türkei, Spanien und Griechenland. Neben den klassischen Mittelmeerzielen gehörten Kreuzfahrten zu den nachgefragten Reisearten.

Griechenland und Türkei steigern ihre Reiseumsätze deutlich

Die Umsätze mit Reisen in den östlichen Mittelmeerraum stiegen im Sommer insgesamt um acht Prozent. Zu dieser Region zählt der DRV Griechenland, die Türkei, Ägypten und Tunesien. Für Griechenland weist die Auswertung ein Umsatzplus von zehn Prozent aus, für die Türkei von neun Prozent und für Ägypten von vier Prozent. Die Ziele des östlichen Mittelmeers vereinten zusammen die Hälfte des gesamten Umsatzvolumens im betrachteten Reisemarkt auf sich.

Auch die westlichen Mittelstreckenziele entwickelten sich positiv. Spanien und Portugal kamen zusammen auf ein Umsatzplus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahressommer. Für das spanische Festland fiel der Zuwachs mit elf Prozent besonders hoch aus. Kreuzfahrten verzeichneten ebenfalls ein Umsatzplus von fünf Prozent. Das Wachstum betraf sowohl Hochsee- als auch Flusskreuzfahrten.

Anders entwickelte sich das Fernreisegeschäft. Hier sank der Umsatz um 14 Prozent. Der DRV führt die Entwicklung insbesondere auf Flugstreichungen und Reisewarnungen im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt zurück.

Reisebüros verzeichnen ab Ende Mai wieder mehr Buchungen

Mit näher rückenden Sommerferien habe auch die Nachfrage nach persönlicher Beratung zugenommen. Die Buchungszahlen des stationären Reisevertriebs seien ab Ende Mai wieder gestiegen, berichtet der Verband. Loidl verweist zugleich auf die Veränderungen durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Reisebüros müssten ihre persönliche Beratung mit digitalen Vertriebskanälen und effizienten Abläufen verbinden.

Der DRV-Präsident hebt außerdem den erneuten Anstieg der Gästezahl bei Pauschal- und Bausteinreisen hervor. Diese Angebote umfassen nach Darstellung des Verbands unter anderem die Verantwortung des Veranstalters für die Reise, Unterstützung bei Krisen und Störungen sowie eine finanzielle Absicherung im Insolvenzfall.

Wintergeschäft bleibt hinter dem Vorjahresstand zurück

Für das am 1. November 2026 beginnende Touristikjahr 2026/2027 fällt die vorläufige Bilanz unterschiedlich aus. Der Umsatz für den Winter 2026/2027 liegt nach aktuellem Buchungsstand zwei Prozent unter dem Vorjahreswert. Besonders schwach entwickelt sich das Fernreisegeschäft, das im Winter einen größeren Anteil am Gesamtmarkt hat als in den Sommermonaten.

Bei Reisen in die Vereinigten Arabischen Emirate und die USA registriert der Verband eine besonders ausgeprägte Nachfrageschwäche. Für die Malediven, Thailand und die Dominikanische Republik zeigt sich dagegen eine vergleichsweise stabile oder teilweise über dem Vorjahr liegende Buchungsentwicklung. Der DRV verweist zudem auf den finanziellen Druck, unter dem insbesondere Familien bei zusätzlichen Urlaubsreisen stehen könnten.

Frühbuchungen für Sommer 2027 liegen über Vorjahresniveau

Für den Sommer 2027 liegt der Umsatz aus bisherigen Buchungen acht Prozent über dem vergleichbaren Vorjahresstand. Der Verband führt dies vor allem auf frühe Buchungen von Kreuzfahrten zurück. Loidl betont allerdings, dass die Buchungssaison erst begonnen habe. Wie sich Konsumstimmung, Preise und geopolitische Entwicklungen auf die Nachfrage auswirkten, werde sich erst in den kommenden Monaten zeigen.

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