Rent a Skilift: Findige Idee in Bayern verboten, im Südwesten erlaubt

| Tourismus Tourismus

Unterschiedliche Ansichten in der Corona-Politik machen auch findigen Ideen schnell den Garaus. Einem Liftbetreiber im oberbayerischen Böbing wurde jetzt verboten, seinen Schlepplift stundenweise an einzelne Familien zu vermieten. In Baden-Württemberg dagegen boomt „Rent a Skilift“ derweil.

Ein Liftbetreiber im oberbayerischen Böbing im Landkreis Weilheim-Schongau ist mit einer findigen und grundsätzlich zunächst corona-konformen Idee gescheitert. Er hatte den Schlepplift stundenweise zur Miete angeboten - für jeweils nur eine Familie. Doch das bayerische Gesundheitsministerium machte ihm einen Strich durch die Rechnung: Der Betrieb von Seilbahnen sei nach der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung untersagt. Mehrere Medien hatten darüber berichtet.

 

Das Landratsamt stellte am Dienstagnachmittag dazu klar, es habe zu dem Betrieb nur eine Rechtsauskunft gegeben. Der Liftbetreiber hatte zuvor berichtet, das Landratsamt habe den Betrieb der Schlepplifts mit dem Ein-Haushalts-Konzept genehmigt. «Wir sind enttäuscht und können die Entscheidung nicht so gut nachvollziehen», hieß es bei der Familie des Liftbetreibers nach dem Aus für den Betrieb durch das Ministerium. «Letztes Jahr war kein einziger Skitag. Jetzt hätten wir Schnee.» Der Lift für die 500 Meter lange und 200 Meter breite Piste sei am Wochenende zur stundenweisen Miete gelaufen und habe vor allem bei den Einheimischen guten Zuspruch gefunden.

Beim Ministerium hieß es jedoch, auch bei Nutzung nur durch einen Hausstand erfolge der Liftbetrieb wohl zum Skifahren und Rodeln - und damit zum Zwecke der Freizeitaktivitäten, eventuell auch zu touristischen Zwecken. Freizeitaktivitäten dürften aber derzeit gewerblich auch unter freiem Himmel nicht angeboten werden.

Zunächst sei unklar gewesen, ob Schlepplifte unter den Begriff der Seilbahnen fallen, ob jeglicher Betrieb - etwa auch zum Lastentransport - untersagt sei und ob auch die Gebrauchsüberlassung eines Liftes ausschließlich zur Nutzung durch einen Hausstand untersagt sei. Die Stellungnahme des Ministeriums sei umgehend an den Betreiber gegeben worden, der den Betrieb sofort stoppte. Bisher sei niemandem ein Bußgeld angedroht worden, teilte die Behörde weiter mit.

In Baden-Württemberg ist das Konzept mit der stundeweisen Vermietung der Skilifte vor dem Hintergrund der Corona-Krise derzeit der Renner. Zwar sind, laut der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg Skilifte derzeit für den Publikumsverkehr geschlossen. Doch laden einige Skilifte zum exklusiven Schneevergnügen ein und vermieten den Lift und Piste eben stundenweise an Familien. Sogar die örtliche Tourismusorganisation hilft bei der Vermarktung. Derzeit zählt die Webseite schwäbischealb.de 18 Skilifte auf, die gemietet werden können. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Untersuchung belegt eine hohe Pünktlichkeits-Disziplin deutscher Reisender und zeigt deutliche Unterschiede beim Bedürfnis nach persönlichem Freiraum. Während Senioren die größte Gelassenheit an den Tag legen, fordert die jüngere Generation verstärkt Distanz.

Fit Reisen hat über 7,5 Millionen Google-Bewertungen analysiert, um die besten Stadtparks Europas zu ermitteln. Während Madrid den ersten Platz verteidigt, bleibt Hamburgs Planten un Blomen die bestbewertete Anlage in Deutschland.

In München entsteht mit der „Marina Monaco“ ein temporäres Freizeitareal auf einem ehemaligen Industriegelände. Die Eröffnung ist für Mai geplant, langfristig soll dort ein neues Stadtquartier entstehen.

Am Bodensee spitzt sich ein Streit zwischen deutschen und Schweizer Schifffahrtsunternehmen zu – mit spürbaren Folgen für Fahrgäste. Die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt (SBS) fährt in dieser Saison den Konstanzer Hafen nicht an. Hintergrund ist ein Streit über Ticketgelder.

Trotz wirtschaftlicher Schwäche stiegen die Geschäftsreisen in Deutschland deutlich an. Die VDR-Analyse zeigt mehr Reisen, sinkende Kosten und veränderte Strukturen im Markt.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus analysiert fortlaufend die Folgen des Iran-Konflikts für den Tourismus nach Deutschland. Berichte zeigen Auswirkungen auf Flugverkehr, Preise und Nachfrage.

Nach Wochen im Persischen Golf haben die «Mein Schiff 4» und «Mein Schiff 5» die Region verlassen können - zwei geplatzte Reisen können nun stattfinden. Auch andere Schiffe passierten die Meerenge.

In Rottweil wird am kommenden Freitag die neue Fußgänger-Hängebrücke „Neckarline“ eröffnet. Die Brücke überspannt das Neckartal auf einer Länge von 606 Metern und gilt damit als längste Hängebrücke ihrer Art in Baden-Württemberg.

Sylt, Usedom, Norderney: Mobiles Arbeiten mit Meerblick ist auch in SH, MV und Niedersachsen möglich. Neben strandnahen Coworking-Plätzen gibt es dafür mancherorts auch spezielle Strandkörbe.

Leere Betten in Wien, Stornowellen in Zürich, wenig Auswirkungen in Spanien und Italien: Warum der Iran-Krieg Asien-Reisende fernhält und welche Folgen das für Hotels und Händler in Europa hat.