Rhein-Pegelstand sinkt: Bald Zwangspause für Hotelschiffe?

| Tourismus Tourismus

Die anhaltende Trockenheit im Hochsommer lässt die Pegelstände des Rheins in Hessen und Rheinland-Pfalz fallen und fallen - für Kabinenschiffe könnte es demnächst eng werden. Je nach Wetterlage komme irgendwann der Moment, «ab dem die Hotelschiffe nicht mehr fahren können», sagte Florian Krekel vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein in Bingen mit Blick auf die kommenden ein, zwei Wochen im Oberen Mittelrheintal der Deutschen Presse-Agentur. Bisherige Prognosen für die dortigen Pegelstände deuteten darauf hin. 

Viele Frachtschiffe könnten schon länger nicht mehr mit voller Ladung den Rheinabschnitt zwischen Budenheim bei Mainz und St. Goar gegenüber dem Loreley-Felsen bewältigen. Hier wird nur eine Mindesttiefe der Fahrrinne von 1,90 Metern garantiert - andernorts sind es oft 2,10 Meter. Die Fahrrinne soll zwar auch zwischen Budenheim und St. Goar vertieft werden - doch diese sogenannte Abladeoptimierung des Bundes wird sich noch Jahre hinziehen. 

«Ein paar Koffer weniger bringen ja nichts» 

Während bei Frachtschiffen die Ladung an niedrige Pegelstände angepasst werden könne, seien «Hotelschiffe weniger flexibler, ein paar Koffer weniger bringen ja nichts», ergänzte Krekel. Kabinenschiffe könnten bei zu niedrigen Wasserständen nur beispielsweise ihre Route ändern und etwa bei Koblenz die Mosel hinauffahren: Dieser Nebenfluss des Rheins verursacht mit seinen Staustufen und Schleusen weniger Probleme mit Niedrigwasser. 

Fabian Spieß vom Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt in Duisburg erläuterte: «Anders als bei Hochwasser verhängt die zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) keine amtlichen Sperrungen der Schifffahrt bei Niedrigwasser.» Die Binnenschifffahrt setze ihre Gütertransporte fort, «solange dies physikalisch und sicher möglich ist». 

Sondervereinbarungen mit Frachtkunden 

Mit ihren Kunden kommt es laut Spieß oft rechtzeitig vor weiter fallenden Pegelständen auch zu Vereinbarungen, «zum Beispiel die Anlieferungen größerer Mengen, solange die Wasserstände noch höher sind, um die Versorgung mit Rohstoffen und Gütern sicherzustellen». Bei ausgeprägtem Niedrigwasser könnten Schiffe auch etwa nur noch «mit 25 Prozent der möglichen Ladung unterwegs» sein.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

In Schweden sorgt eine Hütte mit Lärm-Limit für Aufsehen. Die PR-Aktion von Touristikern will auf die Dauerbeschallung des Alltags aufmerksam machen. Ist ruhiges Reisen der Schlüssel zum Abschalten?

Weniger USA-Reisen: In Deutschland und der Schweiz gehen die Buchungen deutlich zurück. An welcher Stelle die USA bei den beliebtesten Fernreisezielen in diesem Jahr voraussichtlich stehen werden.

Zum Oktoberfest erwartet die Bahn pro Tag etwa 100.000 Fahrgäste zusätzlich in München. Doch am Hauptbahnhof herrscht wegen Bauarbeiten ohnehin Platzmangel. Wie dieses Problem gelöst werden soll.

Der deutsche Sommer fand bei Airbnb vor allem in der Natur statt: Mehr als zwei Drittel (67,9 Prozent) der Buchungen in Deutschland entfielen im Sommer 2026 auf ländliche Regionen.

München führt ein Ranking von Fit Reisen zu 177 deutschen Reisezielen an. Auffällig schneiden mehrere kleinere Orte ab: Rottach-Egern und Ofterschwang erreichen die Plätze drei und vier, Bergisch Gladbach und Deidesheim folgen auf den Rängen fünf und sechs.

Die Züge der Deutschen Bahn waren im August zwar etwas pünktlicher unterwegs als zuletzt. Doch wetterbedingte Störungen bei Anlagen führten erneut zu erheblichen Verzögerungen für Fahrgäste.

Im Strandkorb über Sorgen sprechen, beim Spaziergang neue Gedanken fassen: Wie die Tourismusseelsorge Urlauber dabei unterstützen will, die Maske des Alltags abzulegen. Eine Sommerbilanz.

Uber will weltweit rund 3.300 Arbeitsplätze streichen. Besonders Führungskräfte sollen von dem Konzernumbau betroffen sein, während Mittel unter anderem in Fahrdienste, Essenslieferungen und Robotaxis fließen sollen.

Zwei Küsten, viele Seen, sattes Grün und sanfte Hügel. Nicht zu heiß und nur manchmal nass. Schleswig-Holstein gefällt Urlaubern. Doch ein Selbstgänger ist das nicht, wie die Halbjahresbilanz zeigt.

Unter dem Motto „Heritage meets innovation in the Green Heart of Germany“ lädt die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) vom 20. bis 23. September 2026 gemeinsam mit der Thüringer Tourismus GmbH zum Thuringia Travel Summit nach Erfurt.