Schweiz plant Transitgebühr für Durchreisende

| Tourismus Tourismus

Das Schweizer Parlament hat einer neuen Transitgebühr für ausländische Autofahrer zugestimmt, die das Land ohne Aufenthalt durchqueren. Wie aus den vorliegenden Informationen hervorgeht, votierte der Nationalrat im März 2026 mit 173 zu 13 Stimmen für die Einführung der Abgabe, nachdem bereits der Ständerat zugestimmt hatte.

Die geplante Gebühr soll zusätzlich zur bestehenden Autobahnvignette erhoben werden und betrifft Reisende, die die Schweiz lediglich als Transitland nutzen, etwa auf dem Weg von Deutschland nach Italien.

Gebühr von rund 21 Franken pro Durchfahrt vorgesehen

Nach Angaben aus den Vorlagen soll die Transitgebühr bei etwa 21 Schweizer Franken pro Durchfahrt liegen, was rund 23 Euro entspricht. Sie würde zusätzlich zur bereits bestehenden Vignettenpflicht anfallen, die derzeit bei etwa 44 Euro pro Jahr liegt.

Die Maßnahme richtet sich ausschließlich an ausländische Reisende, die sich nur kurzzeitig im Land aufhalten und nicht übernachten. Wie vorgesehen ist, könnten Fahrzeuge bei der Ein- und Ausreise automatisiert erfasst werden. Auf Basis der Aufenthaltsdauer würde anschließend eine entsprechende Gebühr berechnet.

Zudem wird diskutiert, die Höhe der Abgabe an Faktoren wie Verkehrsaufkommen, Tageszeit oder Wochentag anzupassen. Insbesondere zu stark frequentierten Reisezeiten, etwa an Feiertagen oder in den Sommerferien, könnte die Gebühr höher ausfallen.

Ziel: Entlastung der Verkehrswege in den Alpen

Hintergrund der Entscheidung ist die hohe Belastung der Verkehrswege durch den Transitverkehr. Laut Angaben des Schweizer Bundesamts für Statistik entfällt etwa ein Drittel des Personenverkehrs über die Alpen auf reine Durchfahrten. Dabei handelt es sich überwiegend um Freizeit- und Urlaubsreisen, die laut den vorliegenden Daten rund 87 Prozent der Fahrten ausmachen.

Besonders betroffen sind zentrale Routen wie die Verbindungen über den Gotthard- und den San-Bernardino-Tunnel. Vor allem an Wochenenden und während der Ferienzeiten kommt es dort regelmäßig zu Staus und Ausweichverkehr durch umliegende Ortschaften.

Die geplante Gebühr soll nach Angaben aus den parlamentarischen Beratungen dazu beitragen, den Verkehr zu steuern und Spitzenzeiten zu entzerren. Einnahmen aus der Abgabe sollen in den Nationalstraßen- und Agglomerationsverkehrsfonds fließen.

Umsetzung und rechtliche Prüfung stehen noch aus

Ein konkreter Zeitpunkt für die Einführung der Transitgebühr steht derzeit noch nicht fest. Die Schweizer Regierung wurde beauftragt, einen detaillierten Vorschlag zur Umsetzung auszuarbeiten. Dabei müssen laut den vorliegenden Informationen auch rechtliche Vorgaben, unter anderem im Verhältnis zur Europäischen Union, berücksichtigt werden.

Auch die technische Umsetzung, etwa die automatische Erfassung der Fahrzeuge und die Abrechnung der Gebühr, ist noch nicht abschließend geklärt.

Bereits in der Vergangenheit gab es ähnliche Vorstöße zur Entlastung stark frequentierter Verkehrsachsen. So scheiterten im Jahr 2024 Pläne, eine separate Gebühr für die Nutzung des Gotthardtunnels einzuführen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Ab sofort kostet der reguläre Eintritt in den Kölner Dom zwölf Euro. Mit dem neu eingeführten Eintrittspreis sollen die gestiegenen Kosten etwa für den Schutz des Denkmals gedeckt werden.

Mozarts Geburtsstadt ist ein touristisches Juwel. Entsprechend viele Reisende steuern die 160.000-Einwohner-Stadt speziell für einen Tagesausflug an. Oft gibt es Stau - das soll jetzt anders werden.

Kurz vor Beginn der Sommerferien in Schleswig-Holstein zeichnet sich im Tourismus ein uneinheitliches Bild ab. Während zahlreiche Küstenorte und Inseln bereits hohe Auslastungen melden, liegt die Buchungslage landesweit vielerorts noch unter dem Niveau des Vorjahres.

Eine aktuelle Studie von HolidayCheck analysiert das unterschiedliche Nachhaltigkeitsverhalten von Deutschen im Alltag und während der Urlaubszeit. Dabei zeigt sich eine deutliche Lücke zwischen Anspruch und tatsächlichem Handeln.

Das Fürstentum Monaco ist der 18. europäische Themenbereich im größten Freizeitpark Deutschlands. Zur offiziellen Eröffnung hat sich Prominenz angekündigt. Das hat auch Folgen für Besucher.

Mit der Freigabe neuer Kanäle werden im Lausitzer Seenland fünf ehemalige Tagebauseen zu einem zusammenhängenden Wasserrevier verbunden. Der neue Fünf-Seen-Verbund erweitert die Möglichkeiten für Urlauber, Wassersportler und den Wassertourismus der Region.

Die deutschen Reiseveranstalter müssen bei Pauschalreisen künftig weniger Vorsorge gegen Insolvenzen treffen. Der Deutsche Reisesicherungsfonds (DRSF) hat erneut die Entgelte gesenkt, die für jede Reise gezahlt werden müssen.

Reservieren, absagen - doppelt buchen, nicht erscheinen: Das sommerliche Hüttenchaos am Berg macht nicht nur den Wirten zu schaffen. Warum faire Planung auch für die anderen Wanderer unerlässlich ist.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass deutsches Fernsehen für Urlauber zunehmend an Bedeutung gewinnt. Insbesondere junge Reisende nutzen verstärkt digitale Streaming-Angebote während der Ferien.

Nach einer Flaute wegen des Iran-Kriegs zieht die Nachfrage nach Urlaub in der Türkei und Ägypten bei Tui wieder spürbar an. Besonders Antalya steht bei Sommerreisen hoch im Kurs.