So finden Urlauber ein günstiges Ferienhaus

| Tourismus Tourismus

Ferienhäuser sind seit Corona besonders beliebt. In einer aktuellen You-Gov-Umfrage haben 50 Prozent der Reisenden angegeben, dass sie auf jeden Fall oder wahrscheinlich mindestens einen Urlaub in diesem Jahr in einem Ferienhaus oder einer Ferienwohnung verbringen möchten. Zudem hält die Hälfte der Befragten (49 Prozent) der Befragten einen Ferienhausurlaub in diesem Jahr auf jeden Fall oder wahrscheinlich für günstiger als einen Hotelurlaub.

Um Reisenden eine Übersicht über Preissteigerungen und günstige Ziele zu geben, hat das Ferienhaus-Portal Holidu in einer Datenerhebung die diesjährigen Preise für Ferienhäuser und Ferienwohnungen in beliebten Reisezielen Deutschlands und Europas ermittelt. Zudem verraten die Ferienhaus-Experten Tipps für einen erschwinglichen Urlaub.

Im Durchschnitt kostet eine Ferienwohnung in Deutschland im August für zwei bis acht Personen 140 Euro pro Nacht und Unterkunft und ist damit rund zehn Prozent teurer als im letzten Jahr. Dies bestätigt auch eine Umfrage unter Ferienhausvermietern, die von Holidu durchgeführt wurde. 59 Prozent der befragten Vermieter haben angegeben, dass sie die Preise in 2023 erhöht haben oder erhöhen werden (teilgenommen haben 697 Vermieter in Deutschland, durchgeführt wurde die Umfrage von Holidu in Kooperation mit den Vermieterlösungen Bookiply und Lohospo).

Urlaub in Deutschland: Das sind die günstigsten Orte an der Ostsee

Die Preise innerhalb Deutschlands schwanken beachtlich: Die teuersten Gebiete liegen an der Ost- und Nordsee. An der Spitze stehen die Nordsee-Inseln (225 Euro). Ferienhäuser auf Rügen kosten im Durchschnitt 181 Euro, an der Ostseeküste 161 Euro pro Nacht und Unterkunft.

Wer jedoch etwas entfernt von den typischen Hotspots und beliebten Stränden sucht, kann deutlich sparen. Während Ferienunterkünfte in Kappeln im Durchschnitt stolze 250 Euro pro Nacht und Unterkunft kosten, liegt der Preis im 30 Kilometer entfernten Schleswig bei 105 Euro. Preiswerter sind zudem Wismar (136 Euro), Kiel (128 Euro) und Heiligenhafen (127 Euro).

Am Bodensee werden 152 Euro für ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung fällig, im Allgäu 151 Euro und im Schwarzwald 118 Euro. Mit tiefen Preisen locken die Lüneburger Heide (103 Euro), die Rhön (92 Euro) und das Vogtland (89 Euro). Mit viel Natur und Wandermöglichkeiten sind diese Regionen besonders für aktive Familien empfehlenswert und recht erschwinglich.

Kanaren statt Balearen: Auch im Ausland gibt es Sparpotenzial

Das Interesse an Auslandsreisen ist groß: In den letzten vier Wochen sind 41 Prozent der Buchungen auf Holidu.de auf nicht-deutsche Reiseziele entfallen. „Vor allem Länder, die mit dem Auto zu erreichen sind, stehen hoch im Kurs”, erklärt Heike Müller, Pressesprecherin von Holidu. Die derzeit auf Holidu meistgesuchten Länder sind (nach Deutschland) Kroatien, Italien, die Niederlande und Österreich. Der Verzicht auf eine Flugreise erfreut nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel: Ein Ferienhausurlaub in Österreich liegt mit 173 Euro preislich im Mittelfeld, ebenso in Italien (175 Euro). Ein Ferienhaus in Spanien schlägt mit 187 Euro pro Nacht im August zu Buche. Besonders gefragt und etwas teurer sind Ferienunterkünfte auf Mallorca (327 Euro) und auf Ibiza (544 Euro). Deutlich sparen kann man, wenn man sich statt für die Balearen für die Kanarischen Inseln (122 Euro) entscheidet. Als Geheimtipp könnte im Sommer 2023 Albanien gehandelt werden, wo eine Ferienunterkunft nur 69 Euro pro Nacht kostet.

Viele Ziele sind im Sommer schon zu 70 Prozent ausgebucht

An Nord- und Ostsee sind bereits über zwei Drittel der Unterkünfte für Anfang bis Mitte August gebucht worden. Auf Usedom und Sylt sind es sogar nur zehn Prozent. Auch am Tegernsee und am Bodensee sind 80 Prozent der Ferienwohnungen im Sommer belegt. Ähnlich verhält es sich auf Mallorca und an der niederländischen Küste.

„Die Leute trauen sich, wieder im Voraus zu buchen. Zum einen liegt das sicher an den Erfahrungen der letzten beiden Jahre, als viele Ferienregionen im Sommer schlichtweg ausgebucht waren. Zum anderen bieten jetzt immer mehr Ferienhausvermieter kostenlose Stornierungsoptionen an, sodass man flexibel bleibt“, so Müller. Storno-Möglichkeiten waren vor Corona im Ferienhausmarkt nicht üblich. Hier hat sich der Markt zugunsten der Reisenden deutlich verbessert. Auf Mallorca sind beispielsweise rund 60 Prozent der Unterkünfte nach Buchung kostenlos stornierbar, an der Ostsee immerhin ein Drittel der Ferienwohnungen und -häuser.

Spar-Tricks für ein Schnäppchen-Ferienhausurlaub

Frühbucher profitieren von einem großen Angebot

Früh buchen lohnt sich auf jeden Fall, dann kann man noch aus einem großen Angebot wählen und findet Unterkünfte zu niedrigen Preisen. Wer etwa an die beliebte Ostsee reisen möchte, wird last minute nur schwer ein Ferienhaus zu einem günstigen Preis finden. Schon jetzt sind nur noch 30 Prozent der Ferienunterkünfte Anfang August 2023 an der Ostsee buchbar.

Kostenlos stornierbare Unterkünfte wählen

Gut zu wissen: Viele Vermieterinnen und Vermieter bieten ihren Gästen kostenlose Stornierungsoptionen an, sodass man auch bei einer frühen Buchung flexibel bleibt. Bei Holidu können Reisende mit einem Filter gezielt nach Unterkünften suchen, die ohne Gebühren oder Restkosten stornierbar sind.

Sich nicht auf einen bestimmten Ort festlegen

Urlauber sollten auch etwas entfernt von den typischen Hotspots und beliebten Stränden suchen, um günstige Preise zu finden. Während Ferienunterkünfte in Kappeln im Durchschnitt stolze 250 Euro pro Nacht und Unterkunft kosten, liegt der Preis im 30 Kilometer entfernten Schleswig bei 105 Euro.

Flexibilität beim Reisezeitraum

Wer beim Zeitraum etwas flexibel ist und nicht tagesgenau sucht, kann sich mit der „Flexibles Reisedatum”-Funktion bei Holidu verschiedene Optionen anzeigen lassen und sich so für ein günstiges Angebot entscheiden (Angebote für die Zeiträume „Wochenende”, „1 Woche”, „2 Wochen” oder individuell zwischen 1 und 31 Nächten). Viele Vermieter ermöglichen inzwischen einen Check-in unter der Woche. Der Samstag ist schon längst nicht mehr der klassische Anreisetag.

Energiekosten im Blick haben

Üblicherweise sind die Kosten für Strom und Wasser im Ferienhauspreis enthalten. Einige wenige Vermieter rechnen die Kosten jedoch extra ab. Wenn diese extra berechnet werden, muss dies bei der Buchung klar erkennbar sein – und auch die Preise müssen bei der Buchung festgelegt sein, etwa für die Kilowattstunde Strom.

Frühbucher-Rabatte

Frühbucher-Rabatte betragen meist zwischen 5 und 10 Prozent auf den nächtlichen Preis. Damit können „Early Birds” zusätzlich sparen. Das bestätigt die Holidu-Tochter Bookiply, ein Software- und Serviceanbieter für Ferienhaus-Vermieter.

Ab Mitte September purzeln die Preise

Wer kann, sollte eher in der Nebensaison statt in der Hauptsaison verreisen. So kosten Ferienhäuser ab Mitte September in Spanien und in Italien im Schnitt 20 Prozent weniger.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der aktuelle Kurtaxen-Check 2026 offenbart große preisliche Diskrepanzen zwischen deutschen Ferienregionen. Während die Nordseeinseln die preisliche Spitze anführen, haben über 60 Gemeinden ihre Abgaben teils drastisch erhöht.

Eine Auswertung von Google-Rezensionen zeigt die Qualitätsunterschiede an deutschen Hauptbahnhöfen. Während touristisch geprägte Stationen und Stadtstaaten glänzen, fallen einige Großstädte und regionale Knotenpunkte aufgrund von Sauberkeitsmängeln deutlich ab.

Sachsens Tourismus verzeichnet 2025 leichte Einbußen. Doch Chemnitz und Umgebung profitieren von einem Ass im Ärmel. Hoffnung macht steigendes Interesse aus Ostasien.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) hat das offizielle Programm für den 14. Tag des barrierefreien Tourismus bekanntgegeben. Die Fachveranstaltung findet am 4. März 2026 im Rahmen der ITB in Berlin statt.

Eine aktuelle Datenanalyse von SumUp belegt deutliche Umsatzsteigerungen in deutschen Skigebieten. Vor allem in Süddeutschland profitieren Hotellerie, Gastronomie und der touristische Handel massiv von der Kombination aus gutem Winterwetter und sportlichen Großereignissen.

Ein neuer Trendreport von Accor und Globetrender prognostiziert für 2026 einen Wandel im Reiseverhalten: Deutsche Urlauber suchen verstärkt nach emotionaler Resonanz, authentischen Erlebnissen und der Vereinbarkeit von gewohntem Lifestyle und Reisen.

Eine Reise nach Helgoland buchten 2025 weniger Urlauber als im Jahr davor. Die Tourismusdirektorin nennt die Gründe und gibt einen Ausblick auf zwei besondere Daten in diesem Jahr.

Der europäische Tourismus zeigt sich zum Jahreswechsel 2025/2026 widerstandsfähig. Während die Besucherzahlen moderat steigen, nehmen die Ausgaben deutlich zu. Trends wie Reisen in der Nebensaison und das Interesse an nordeuropäischen Zielen prägen das Bild, während für 2026 starke Impulse aus Asien erwartet werden.

Berlins Übernachtungszahlen sinken leicht auf 29,4 Millionen, während München und Hamburg ihr Vorkrisenniveau bereits übertreffen. Visit-Berlin-Chef Kieker und Senatorin Giffey führen die Stagnation auf die mangelnde internationale Anbindung der Hauptstadt zurück und kritisieren auch die Bundesregierung.

Frankreich bleibt das meistbesuchte Urlaubsziel der Welt: 102 Millionen internationale Gäste sorgten 2025 für Rekordeinnahmen – doch beim Umsatz liegt ein Nachbarland vorn.