So zehren Iran-Krieg und Last-Minute-Trend am Tui-Gewinn

| Tourismus Tourismus

Der Reisekonzern Tui hat den Iran-Krieg und den Trend zu Last-Minute-Urlaub im Sommer deutlich zu spüren bekommen. Der gebuchte Umsatz lag im Pauschalreisegeschäft fünf Prozent niedriger als im Sommer zuvor, wie das Unternehmen auf Basis vorläufiger Zahlen in Hannover mitteilte. 

Für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr rechnet Vorstandschef Sebastian Ebel nun mit einem Rückgang des bereinigten operativen Gewinns auf währungsbereinigt 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro. Dies entspricht der Mitte der bisherigen Zielspanne. Ein Jahr zuvor waren es gut 1,4 Milliarden Euro. 

Ein Ende der Entwicklung ist bisher nicht in Sicht: Erste Trends für die Wintersaison deuten dem Konzern zufolge darauf hin, dass Kunden angesichts geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit ihre Reisen nach wie vor später buchen als in der Vergangenheit üblich. Daher lässt sich der Vorstand weiter Spielraum, um das Angebot kurzfristig an die Nachfrage anzupassen.

Keine Umsatzprognose wegen Iran-Kriegs

Obwohl das Geschäftsjahr 2025/26 fast zu Ende ist, nannte Ebel weiterhin keine Umsatzprognose. Das ursprüngliche Ziel hatte er wegen des Iran-Kriegs im April gestrichen und sein Gewinnziel gesenkt. Damals steckten zwei Schiffe der Kreuzfahrtlinie Tui Cruises wegen des Kriegsausbruchs im Persischen Golf fest, und viele Menschen verschoben ihre Urlaubsbuchungen. Die Tui-Führung strich das Reiseangebot daher in der Folge um fünf Prozent zusammen.

Im August hatte der gebuchte Pauschalreise-Umsatz noch sechs Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen. In den vergangenen Wochen dämmte sich das Minus etwas ein. Für den bevorstehenden Winter liegt der Rückgang dem Konzern zufolge derzeit bei sieben Prozent. Allerdings habe sich die Buchungsdynamik in den vergangenen vier Wochen verbessert.

Lichtblicke gab es trotz allem bei den konzerneigenen Kreuzfahrtschiffen und Hotels. Zwar ging die Auslastung der Häuser wie Riu und Tui Blue im Quartal von Juli bis September etwas zurück, doch der Konzern konnte nach eigenen Angaben höhere Preise durchsetzen. Und die Schiffe von Tui Cruises, Marella und Hapag-Lloyd waren bei höheren Preisen genauso stark ausgelastet wie ein Jahr zuvor. Die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025/26 will Tui wie geplant am 9. Dezember veröffentlichen. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Analyse untersucht das Suchinteresse an FKK-Themen in 78 deutschen Großstädten und zeigt deutliche Unterschiede zwischen Küstenregionen und Binnenland. Rostock belegt im Gesamtranking den ersten Platz.

TUI hält trotz geopolitischer Belastungen an seiner Jahresprognose fest. Insbesondere der Iran-Krieg und Sonderfaktoren beeinträchtigten die Ergebnisse in den einzelnen Geschäftsfeldern.

Anstatt auf Reiseverzicht zu setzen, bevorzugen Reisende zunehmend nachhaltigere Alternativen innerhalb ihrer Reiseplanung. Die Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Angebote wächst, Nachhaltigkeitssiegel gewinnen an Bedeutung.

Airbnb und die Tripadvisor Group kooperieren bei Touren, Aktivitäten und Attraktionen. Noch 2026 soll eine Auswahl aus dem Bestand von mehr als 425.000 Erlebnissen der Tripadvisor Group über Airbnb buchbar werden.

Wer verreist, lässt mehr zurück als den Arbeitsalltag. Das zeigt eine repräsentative Befragung von HolidayCheck. 86 Prozent der Befragten fassen während einer Reise konkrete Vorsätze für die Zeit danach. Besonders häufig geht es dabei um Erholung und Selbstfürsorge.

Der deutsche Incoming-Tourismus kann in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 trotz schwieriger Marktbedingungen Zugewinne erzielen. In der zweiten Jahreshälfte ist nach Einschätzung der Deutschen Zentrale für Tourismus weiteres Wachstum möglich.

Stark riechendes Essen, Videos ohne Kopfhörer und Selfie-Aktionen am Fenster: Für viele Flugreisende bedeuten nicht erst mögliche Flugverspätungen Stress, sondern auch das Verhalten der Mitreisenden an Bord, so eine neue Umfrage im Auftrag von Booking.com.

Die Beherbergungsbetriebe in Deutschland haben im Juni 2,9 Prozent weniger Übernachtungen verbucht als ein Jahr zuvor. Im gesamten ersten Halbjahr 2026 wurde mit 223,8 Millionen Übernachtungen dennoch ein neuer Höchststand für diesen Zeitraum erreicht.

Die Bahn registrierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 989 Übergriffe auf Mitarbeiter und reagiert mit der Einführung von Tonaufzeichnungen bei Bodycams sowie verstärkten Schutzmaßnahmen.

Die Heinz Sielmann Stiftung und der Deutsche Wanderverband haben die Wahl zum Naturwunder des Jahres 2026 gestartet. Bis Ende September stehen neun Naturschauplätze aus sieben Bundesländern zur Online-Abstimmung.