Teure Flugzeuge: Tui sucht Partner für Airline-Geschäft

| Tourismus Tourismus

Der von der Coronakrise schwer getroffene Reisekonzern Tui sucht einen Partner für sein Airline-Geschäft. Im Interview mit der «Börsen-Zeitung» (Mittwoch) hat Firmenchef Fritz Joussen das Ziel ausgegeben, die teuren Flugzeuge als Anlagegüter von der Tui-Konzernbilanz zu entfernen. Tui brauche zwar Zugriff auf Airline-Kapazität, was aber nicht zwangsläufig bedeute, dass die Flugzeuge auf der Bilanz sein müssten, erklärte der Vorstandschef.

Joussen äußerte sich nicht konkret zu möglichen gesellschaftsrechtlichen Konstruktionen einer künftigen Airline. Er schloss aber aus, die Flugzeuge künftig nur noch zu leasen. Modell könnte daher die Kreuzfahrt-Sparte stehen, bei der Tui ihre Schiffe in ein Joint Venture mit Royal Caribbean eingebracht hat.

Seine europäische Flugzeugflotte will der Konzern von derzeit rund 150 Maschinen deutlich verkleinern. Die deutsche Teilgesellschaft Tuifly soll von 39 auf 17 Maschinen schrumpfen, auch in Schweden und England werden Flugzeuge stillgelegt, bestätigte der Tui-Chef.

«Wir haben uns zum Ziel gesetzt, mit unserer Größe, Kostenstruktur und unserer Technik im Airline-Bereich auch partnerfähig zu werden», erklärte Joussen. Zu einer möglichen Partnerschaft mit dem angeschlagenen Ferienflieger Condor äußerte sich der Tui-Chef nicht.

Condor befindet sich derzeit in einem Schutzschirmverfahren und will nach überstandener Corona-Krise einen neuen Investor finden. Laut Medienberichten wird im politischen Raum über eine gemeinsame Zukunft der Ferienflieger nachgedacht.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Für den Wettbewerb „NaturMomente“ von Airbnb und dem Deutschen Tourismusverband sind 521 gültige Bewerbungen eingegangen, mehr als die Hälfte davon aus Ostdeutschland. Insgesamt steht eine Million Euro zur Unterstützung ländlicher Tourismusprojekte bereit.

Ryanair will ab April 2027 alle Bremen-Flüge einstellen und im Winter 2026 sein Sitzplatzangebot in Berlin halbieren. Insgesamt kündigt die Fluggesellschaft für Deutschland 700.000 Sitzplätze weniger als im Vorjahreswinter an.

Tagesgäste trugen 2025 einer dwif-Studie zufolge rund 2,72 Milliarden Euro und damit etwa die Hälfte zum touristischen Bruttoumsatz in Brandenburg bei. Insgesamt erzielte die Tourismus- und Freizeitwirtschaft des Landes 5,46 Milliarden Euro.

Soziale Medien beeinflussen die Reiseplanung der Deutschen zunehmend. Gleichzeitig posten sie seltener beschönigende Beiträge und verzichten im Urlaub häufiger vollständig auf soziale Netzwerke als Reisende in den übrigen untersuchten Ländern.

Reisepässe und Personalausweise haben persönliche Informationen nicht nur aufgedruckt, sondern auch auf einem Chip gespeichert. Manche Reisende machen sich Sorgen, ob genau dieser Chip nicht heimlich ausgelesen werden könnte.

Airbnb hat die Entwicklung der Suchanfragen nach naturnahen Reisezielen in Deutschland für den Herbst 2026 ausgewertet. Besonders stark gestiegen ist das Interesse an Orten im Schwarzwald, in der Eifel und an der Ostseeküste.

Der Flughafen Münster/Osnabrück führt 2026 das deutsche Flughafen-Ranking von Fit Reisen an. Auch im europäischen Vergleich schneiden kleinere Airports vielfach besser ab als große Drehkreuze.

Das Erstarken der AfD nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat Folgen für das Urlaubsland. Das zeigen Rückmeldungen von Gästen. Wie Touristiker darauf reagieren.

Die Nordseeküste meldet stabile Nachfrage, Usedom eine gute bis sehr gute Buchungslage. Im Harz fällt die Nachfrage regional schwächer aus. Nach Angaben der von dpa befragten Touristiker sind weiterhin Unterkünfte verfügbar.

 

Der Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen geht in die vierte Runde. Ab sofort können sich Tourismusorganisationen aus Orten, Regionen und Städten in ganz Deutschland bewerben, die an einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Destinationsentwicklung arbeiten.