Tourismus von Normalität weit entfernt

| Tourismus Tourismus

Der Tourismus in Deutschland läuft schrittweise wieder an. Mit regional unterschiedlichen Regelungen und Standards ist es deutschen Gästen wieder erlaubt, in Deutschland Urlaub zu machen. Von einer Normalität und wirtschaftlicher Sicherheit ist der Deutschlandtourismus aber nach wie vor weit entfernt.

Dazu Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbands (DTV): „Zusätzliche Auflagen und Hygienemaßnahmen sowie die teilweise Beschränkung der Belegungskapazität führen zu enormem Mehraufwand und gleichzeitig zu Einbußen für die Anbieter. Wenn eine Umfrage dann auch noch zeigt, dass 50 Prozent der Deutschen diesen Sommer gar nicht erst in Urlaub fahren wollen, ist das alarmierend.“

Der DTV fordert daher die Wirtschaftsminister von Bund und Ländern auf, einen Rettungsschirm für den Deutschlandtourismus auf den Weg zu bringen. Er soll unter anderem ein Soforthilfeprogramm des Bundes mit nicht rückzahlbaren Zuschüssen für alle existenzbedrohte Tourismusakteure mit 11 bis 249 Arbeitnehmern enthalten, um Liquiditätsengpässen entgegenzuwirken und Arbeitsplätze zu erhalten. Darüber hinaus sieht der DTV auch den von Bundesfinanzminister Scholz ins Spiel gebrachten Rettungsschirm für die Kommunen als wesentlichen Baustein zum Erhalt der touristischen Infrastruktur in Deutschland.

Auch die vor Wochen angekündigten bundesweit einheitliche Regelungen von Standards und Vorschriften stehen immer noch aus. Deshalb ergänzt Norbert Kunz: „Auch wenn regionale Unterschiede vor Ort notwendig und richtig sind, braucht es gemeinsame Abstands- und Hygienekonzepte für die schrittweise Öffnung touristischer Betriebe – zum Wohl von Gastgebern wie auch zur Sicherheit und Klarheit der Gäste. Die Wirtschaftsminister haben es bei ihrer Konferenz am Donnerstag in der Hand, den Deutschlandtourismus, seine wirtschaftliche Bedeutung und seine Rolle als Arbeitgeber gerade auch in ländlichen Regionen zu sichern und zu stärken.“  


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Seit 2024 verlangt die Lagunenstadt in der Hauptsaison Eintritt von Touristen - anfangs an 29 Tagen. Nächstes Jahr werden es 72 sein. Mehr als zehn Euro pro Tag sollen es aber nicht werden.

Heidelberg in Deutschland, Rom in Europa – diese Reiseziele erreichen in einer Auswertung von Meininger Hotels die höchsten Durchschnittsbewertungen von fünf KI-Modellen. Alle 200 untersuchten Ziele mit Platzierung und Punktzahl im Überblick.

Die deutsche Reisewirtschaft hat im Sommer 2026 mehr Umsatz und Reisende verzeichnet als im Vorjahr. Während Mittelmeerziele und Kreuzfahrten zulegten, blieb das Fernreisegeschäft deutlich zurück.

Die Lufthansa steht vor dem Einstieg bei der portugiesischen Fluggesellschaft Tap. Die Regierung in Lissabon wählte den deutschen Luftfahrtkonzern als bevorzugten Partner für den Erwerb von 44,9 Prozent der staatlichen Airline aus, wie Ministerpräsident Luís Montenegro mitteilte.

Kultur ist für viele Deutsche Bestandteil des Urlaubs, aber nur selten der Hauptreisegrund. Eine Studie zeigt, welche kulturellen Angebote Reisende interessieren und welche Rolle das lokale Leben am Urlaubsort spielt.

Deutschland hat in den Sommermonaten 2026 mehr Übernachtungen ausländischer Gäste verzeichnet als im Vorjahr. Damit bestätige der Incoming-Tourismus seine Widerstandsfähigkeit in einem unsicheren Marktumfeld, zog die DZT nun Bilanz.

Ob ETA oder ESTA: Wer für die Einreise notwendige Dokumente online beantragt, sollte genau hinschauen. Wie Urlauber offizielle Seiten erkennen - und was man tun kann, wenn man hereingefallen ist.

Eine Auswertung von Fit Reisen vergleicht Instagram-Beiträge zu 403 zertifizierten Wanderwegen in Deutschland. Der Rothaarsteig führt das Ranking vor dem Moselsteig und dem Heidschnuckenweg an.

Ein Ehepaar verpasst wegen eines verspäteten Zugs seinen Flug. Nach einem Urteil steht fest: Es bleibt auf den Kosten für den Ersatzflug sitzen. Wieso entschied das Gericht so?

Airbnb führt in zehn europäischen Ländern einen sogenannten „Wetterschutz“ ein. Die Versicherung greift, wenn der Niederschlag am Standort der Unterkunft eine festgelegte Schwelle erreicht oder überschreitet.