Tourismusbranche blickt auf stabiles Reisejahr 2026

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Das Tourismusjahr 2026 verspricht eine anhaltend hohe Reisebereitschaft in Deutschland. Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) planen 62 Prozent der Bundesbürger in diesem Jahr mindestens eine private Urlaubsreise. Während 26 Prozent der Befragten einmal verreisen möchten, planen 36 Prozent sogar mehrere Aufenthalte ein. Lediglich 19 Prozent der Deutschen beabsichtigen derzeit keine private Reise, während 16 Prozent noch unentschlossen sind.

Stabilität bei der Urlaubsdauer und frühzeitige Buchungen

Hinsichtlich der zeitlichen Planung zeigt sich ein Trend zur Beständigkeit oder sogar Ausweitung. 41 Prozent der Teilnehmer geben an, die gleiche Anzahl an Urlaubstagen wie im Vorjahr nutzen zu wollen. 27 Prozent planen sogar einen längeren Urlaub als im Jahr 2025. Diese Tendenz ist besonders bei der jüngeren Altersgruppe bis 34 Jahre ausgeprägt, in der 29 Prozent der Befragten mehr Reisetage als zuletzt anvisieren.

Sören Hartmann, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft, ordnet die Ergebnisse ein: „Die Ergebnisse zeigen: Die Deutschen sind auch 2026 erkennbar reiselustig, trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten. Sie wollen reisen – und zwar gut geplant und mit klarem Fokus auf Preis-Leistung, Sicherheit und Komfort. Das ist ein gutes Signal für Anbieter im In- und Ausland. Unter anderem die Tatsache, dass die meisten genauso viele Tage oder sogar mehr als 2025 vereisen möchten, macht uns zuversichtlich.“

Beliebte Reiseziele und Verkehrsmittel

Europa bleibt die bevorzugte Region für die Urlaubsplanung. 56 Prozent der Befragten zieht es in das europäische Ausland, während 51 Prozent Reisen innerhalb Deutschlands planen. Bei der Wahl der Reiseart teilen sich der Badeurlaub und Städtereisen mit jeweils 38 Prozent den ersten Platz. Es folgen Natur- und Abenteuerreisen mit 24 Prozent sowie Kultur- und Rundreisen mit 21 Prozent.

Das Auto ist mit 55 Prozent weiterhin das am häufigsten genutzte Hauptverkehrsmittel für die Anreise. Dahinter folgen das Flugzeug mit 43 Prozent und die Bahn mit 23 Prozent. Bei der zeitlichen Verteilung bevorzugen 37 Prozent das erste Halbjahr und 35 Prozent das zweite Halbjahr außerhalb der Schulferien. In den Sommerferien planen 31 Prozent ihre Reise, wobei insbesondere Personen über 55 Jahre die Nebensaison bevorzugen.

Preis-Leistungs-Verhältnis als entscheidendes Kriterium

Für 62 Prozent der Umfrageteilnehmer ist ein angemessenes Verhältnis von Preis und Leistung das wichtigste Kriterium bei der Buchung. Weitere wesentliche Faktoren sind sommerliche Temperaturen (34 Prozent), die politische und wirtschaftliche Stabilität im Zielgebiet (31 Prozent) sowie eine unkomplizierte Erreichbarkeit (31 Prozent). Auch der Schutz vor Naturkatastrophen beeinflusst für 24 Prozent die Entscheidung.

Als primäre Inspirationsquelle dienen für 49 Prozent der Befragten eigene Erfahrungen, gefolgt von Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis (34 Prozent). Buchungsportale und Online-Empfehlungen spielen für knapp ein Viertel der Teilnehmer eine Rolle. Sören Hartmann betont dazu: „Hier zeigt sich deutlich: Authentizität und Vertrauen sind entscheidend – digitale Plattformen und soziale Medien spielen eine Rolle, aber persönliche Erlebnisse bleiben der wichtigste Treiber.“

Kombination von Arbeit und Urlaub bleibt Nische

Die Verbindung von Arbeit und Urlaub, die sogenannte Workation, hat sich bislang noch nicht als Massenmarkt etabliert. Lediglich 4 Prozent der Bevölkerung haben dieses Modell bereits genutzt. 40 Prozent der Deutschen ist der Begriff gänzlich unbekannt. Dennoch zeigt sich bei den 18- bis 34-Jährigen ein steigendes Interesse. Von den insgesamt 20 Prozent der Befragten, die sich für dieses Thema interessieren, plant knapp jeder Vierte für das Jahr 2026 eine solche Reise.

„Workation ist noch kein Massenphänomen, aber die Dynamik bei den 18- bis 34-Jährigen zeigt, dass sich hier ein Zukunftsmarkt entwickeln kann“, erklärt Hartmann. Er sieht hier Potenzial für die Branche, Angebote zu diversifizieren und die digitale Infrastruktur sowie Preispakete entsprechend anzupassen.

Hintergrund der Erhebung

Die Daten basieren auf einer repräsentativen Online-Befragung der YouGov Deutschland GmbH im Zeitraum vom 16. bis 18. Dezember 2025, an der 2.123 Personen ab 18 Jahren teilnahmen.


 

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