Tourismuswirtschaft setzt auf CO2-neutrale Reisen durch Innovationen und Investitionen

| Tourismus Tourismus

Tourismus ist von Klima und intakter Umwelt abhängig und gleichzeitig zwingend mit Mobilität in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen verbunden. Deshalb werde es - nicht nur vor dem Hintergrund des Klimaschutzgesetzes - darum gehen, Reisen und Ausflüge möglichst zeitnah CO2-neutral zu ermöglichen, wie nun der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft mitteilte.

Die Branche gehe laut BTW in Sachen Klimaschutz bereits voran: Seit Jahren werde die Reduktion von CO2-Emissionen des Luftverkehrs über die Einbeziehung in das europäische Emissionshandelssystem festgelegt. Ab 2020 werde es mit Corsia sogar ein weltweites Instrument zur CO2-Bepreisung geben, womit die Luftverkehrsbranche weltweit der erste und bislang einzige Industriesektor mit einem eigenen Klimaschutzinstrument sein wird.

Immense Herausforderungen

Erste innerdeutsche Flugverbindungen wurden eingestellt. Die Zahl der LNG-angetriebenen Schiffe steigt. Busse als nachhaltiges erdgebundenes Verkehrsmittel erfreuen sich großer Nachfrage und die Deutsche Bahn fährt im Fernverkehr bereits seit langem mit Ökostrom. Und sowohl im Reisevertrieb als auch bei Airlines werden CO2-Kompensationen verstärkt in die Buchungsprozesse integriert. Trotz dieser erfreulichen Umstellungen und Investitionen liegen noch immense Herausforderungen vor der Branche.

„Hier brauchen wir auch den engen Schulterschluss mit der Politik und mehr Verständnis dafür, dass sich Klimaschutz und Reisefreiheit nicht ausschließen“, so der Generalsekretär des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft Michael Rabe. „Die grundlegende Frage darf nicht sein, wie viel und welche Form von Mobilität jeder einzelne Bürger wahrnehmen darf. Die Frage muss sein, wie diese Mobilität schnellstmöglich CO2-reduziert und schlussendlich sogar CO2-neutral möglich wird.“

"Innovationen müssen in den Fokus rücken"

Ein zentraler Ansatzpunkt dafür sei, verstärkt in Forschung und optimierte intermodale Mobilität zu investieren. Rabe: „Innovationen müssen viel stärker auch in den Fokus der politischen Lösungsansätze rücken. Kurzfristig können zudem seit langem angemahnte Maßnahmen wie der Single European Sky, durch den die bislang politisch motivierten Umwege auf Flugrouten ein Ende finden könnten, beim CO2-Einsparen helfen. Auch der CO2-neutrale Power to Liquid-Kraftstoff für Flugzeuge ist keine reine Zukunftsvision, sondern wartet im Wesentlichen auf einen energiepolitischen Rahmen, der seine industrielle Fertigung ermöglicht und internationale Wettbewerbsverzerrungen verhindert.“

Politik, die schlicht darauf setze, Alltag und Freizeit der Bürger zu verteuern und Konsum zu beschränken, werde das Weltklima nicht retten, so der Verband. Verbote und Steuern hätten wenig Potenzial, Exportschlager in alle Welt zu werden – ganz anders als innovative Produkte und Antriebsformen, deren Einsatz sich für Wirtschaft und Klimaschutz gleichermaßen lohnt. Solchen Lösungen gehöre die Zukunft, denn Deutschland werde fraglos Nachahmer rund um den Globus brauchen, wenn der europäische Klimaweckruf tatsächlich auch eine nachhaltige Wirkung haben soll.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Sächsische Weinwanderweg verbindet die Betriebe der zweitkleinsten deutschen Weinregion, die nach schwierigen Jahren zu DDR-Zeiten eine Renaissance feiert. Vor allem der Schaumwein startet durch.

Der Edersee ist mitten in den Ferien nur noch zu rund einem Fünftel gefüllt. Wassersport geht kaum noch, Betriebe melden teils 50 Prozent Umsatzminus. Entspannung ist vorerst nicht in Sicht.

Über Airbnb, Booking.com und Expedia wurden 2025 insgesamt 68,3 Millionen Übernachtungen in deutschen Ferienwohnungen und -häusern gebucht. Die Daten ergänzen die amtliche Tourismusstatistik insbesondere um kleinere Anbieter.

Mitten in der Hauptreisezeit fordern Tausende auf Mallorca ein Ende des Massentourismus. Es ist nicht der erste Protest. Warum die Inselbewohner auf die Barrikaden gehen.

Die Lagunenstadt macht 2026 mit Tagesbesuchern Einnahmen in Rekordhöhe. Nächstes Jahr geht es wohl weiter mit der Gebühr. Der neue Bürgermeister spricht sogar schon von noch höheren Preisen und bringt bis zu 50 Euro ins Gespräch.

Karls hat kürzlich sein erstes Erlebnisdorf in Nordrhein-Westfalen eröffnet. Der neue Standort in Oberhausen verbindet bekannte Attraktionen des Unternehmens mit eigens für das Ruhrgebiet entwickelten Angeboten.

Der österreichische Tourismussektor meldet zum Auftakt der warmen Jahreszeit historische Höchstwerte. Wie Statistik Austria mitteilte, belaufe sich die Gesamtzahl der Übernachtungen in den Monaten Mai und Juni auf exakt 22,35 Millionen.

Geschäfte und Tourismus in Dubai leben nicht zuletzt vom Image der Metropole als sicherer Hafen. Nach schweren Umsatzeinbrüchen im Iran-Krieg versucht die Stadt, wieder mehr Touristen anzuziehen.

Mubadala Capital treibt die Übernahme von Pierre et Vacances voran. Mehr als 80 Prozent der Aktionäre haben ihre Unterstützung zugesagt, der Abschluss der Transaktion wird für das erste Halbjahr 2027 angestrebt. Zu Pierre & Vacances gehören die Center Parcs und Adagio.

Deutsche Urlauber treffen in diesem Sommer in immer mehr Reisezielen auf KI-Helfer, die bei Orientierung, Planung und Alltagsfragen unterstützen sollen. Das ist praktisch, manchmal erstaunlich – und je nach Land ziemlich eigen im Ton und in der Art der Hilfe. Eine Auswahl.