Traumwinter ohne Tourismus

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Beste Wintersportbedingungen und doch bleiben die Besuchermassen im Thüringer Wald aus. Ausgerechnet in einem Jahr mit reichlich Schnee hat die Corona-Pandemie bislang dem Wintertourismus einen Strich durch die Rechnung gemacht. «Es ist schon bitter, dass die Lifte nicht offen haben», sagte eine Sprecherin für Wintertourismus vom Regionalverbund Thüringer Wald auf dpa-Anfrage. Die Skilifte zählen zu den Freizeitangeboten, die nach den aktuellen Corona-Regeln geschlossen bleiben müssen. Gerade auch die Betreiber der kleineren Lifte - oft lokale Wintersportvereine - treffe das Verbot hart, so die Verbundsprecherin. «Normalerweise steppt da der Bär, und nun haben sie kein Einkommen.»

Bislang sieht es auch nicht danach aus, als ob die Lifte in dieser Saison noch geöffnet werden können. «Seit November kämpfen wir darum, dass es eine Differenzierung bei den Corona-Regeln gibt, so dass Freizeitangebote unter freiem Himmel anders bewerten werden», sagte Axel Müller. Er ist der Geschäftsführer der Thüringen Alpin GmbH Skiarena Silbersattel in Steinach. Sie verfügt neben Heubach, Oberhof und Schmiedefeld über eine der großen vier Skilift-Anlagen in Thüringen. Doch die Bemühungen fruchteten nicht, so Müller. «Die Politik bringt noch nicht einmal die Sensibilität auf, bei dem Wetter eine Reaktion zu zeigen - auch in der aktuellen Diskussion wurden wir noch nicht einmal erwähnt.»

Manche Orte präparierten zwar Loipen und Rodelhänge für Tagestouristen, die die Hänge dann hoch liefen, statt den Lift zu nutzen. «Die Loipen sind punktuell auch gut besucht», so die Verbundsprecherin. Die Lage sei aber entspannter als Anfang Januar, als es in manchen Orten zu Gedränge auf Parkplätzen und Pisten kam.

Auch wenn teils immer noch viele Besucher etwa zum Rodeln kämen, helfe das aber der Gastronomie- und Hotellerie kaum, betonte die Verbundsprecherin. Zudem habe der heftige Schneefall in dieser Woche den Wintertourismus-Orten nicht unbedingt in die Hände gespielt: «Weil es im flachen Land ja auch geschneit hat, rodeln die Leute natürlich erstmal vor der Haustür.»

Dazu kommt, dass in manchen Wintertourismuszielen Thüringens Tagestouristen aufgrund der Corona-Regeln nicht erlaubt sind. Davon betroffen ist etwa Masserberg im Landkreis Hildburghausen. «Es ist schon ärgerlich und traurig, dass wir bei diesem schönen Winter keine Gäste empfangen können - Gastgeber warten auf Vermietungen», sagte Sylvia Grimm, Mitarbeiterin bei Masserberg Information. Für die Einheimischen werden Strecken zwar präpariert. Wenn aber doch einmal Tagestouristen kommen, die nichts vom Verbot wissen, müssten diese weggeschickt werden.

Ohne Frage sei das Virus gefährlich und Einschränkungen deshalb nachvollziehbar, betonte Müller. «Aber man muss doch differenzierter an die Sache herangehen.» So nützten die bislang beschlossenen Wirtschaftshilfen Liftbetreibern nur bedingt. «Die Novemberhilfen richten sich etwa nach dem Vorjahresmonat - aber da hatten wir keinen Umsatz.» Auch andere Hilfen, die den Dezember 2019 als Referenz nutzten, seien für die Branche kaum ergiebig. «Das war ein wirklich schlechter Winter damals.» Und nun sei mit der Wintersaison der einzige Zeitraum, in denen viele Betreiber überhaupt Geld verdienen könnten, ohnehin bald vorbei.

Für die Skiarena Silbersattel gebe es zwar ein kleines Sommergeschäft mit dem Bikepark. «Aber ich habe noch keinen finanziellen Spielraum, um auf die Sommersaison umzurüsten und weiß im Moment auch noch nicht, wie ich das Personal dann bezahlen soll», so Müller. An diesem Wochenende würden dennoch in Anbetracht des erwarteten guten Wintersportwetters Langlauf-Loipen, Skipisten und Rodelmöglichkeiten präpariert. «Dann können die Leute zumindest rausgehen.»

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