Trotz Corona: Japan kurbelt Tourismus mit Staatszuschüssen an

| Tourismus Tourismus

Japans Regierung hat trotz wieder steigender Corona-Infektionszahlen eine umstrittene Tourismuskampagne mit Zuschüssen aus Steuergeldern für Reisende aufgelegt. Mit der Maßnahme, die am Mittwoch vor einem langen Wochenende mit vier freien Tagen startete, will Japan die schwer von der Corona-Krise gezeichnete Reiseindustrie stützen. Bis zur Hälfte der Tourismusausgaben wie Beherbergung und Transport sollen vom Staat bezuschusst werden.

Das Angebot gilt aber nur für Reisende innerhalb Japans, die Außengrenzen des Landes sind weiterhin geschlossen. Zudem wurde die Hauptstadt Tokio wegen der dort wieder deutlich steigenden Tageszahlen an Neuinfektionen ausgeschlossen.

Bereits vor dem Start dieser Förderkampagne regte sich Widerstand: Kritiker befürchten, dass sich das Virus weiter ausbreiten könnte, wenn die Menschen wieder in andere Regionen reisen. Doch der rechtskonservative Regierungschef Shinzo Abe trat Bedenken entgegen: «Wir werden Anti-Infektionsmaßnahmen gründlich umsetzen (...)», sagte er vor Reportern. «Wir werden die wirtschaftlichen Aktivitäten vorsichtig und in Zusammenarbeit mit den Menschen wieder aufnehmen.»

Noch vor etwa zwei Monaten hatte Abes Regierung im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus Menschen dazu aufgerufen, keine nicht absolut notwendigen Reisen über die Grenzen der Präfekturen hinweg zu unternehmen.

Japan bestätigte am Dienstag 631 neue Infektionsfälle, davon 231 in Tokio. In drei Präfekturen erreichten die Tageszahlen Höchststände seit Ausbruch der Pandemie. Etwa 27 000 Menschen infizierten sich nach Zahlen des Gesundheitsministeriums bisher mit dem Sars-CoV-2-Virus, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Etwa 1000 Menschen starben. Wegen der Pandemie wurden die Olympischen Spiele 2020, die in Tokio stattfinden sollten, auf das kommende Jahr verschoben. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Unter dem Motto „Heritage meets innovation in the Green Heart of Germany“ lädt die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) vom 20. bis 23. September 2026 gemeinsam mit der Thüringer Tourismus GmbH zum Thuringia Travel Summit nach Erfurt.

Eine aktuelle Datenanalyse beleuchtet die wirtschaftliche Bedeutung deutscher Touristen für die Gastronomie und Hotellerie in europäischen Reisezielen im Sommer 2026.

Auf dem Tegernsee ist das erste elektrische Passagierschiff in Betrieb genommen worden. Die neue „Gmund“ bietet Platz für bis zu 180 Fahrgäste und verfügt laut dpa über eine Batteriekapazität für rund zehn Stunden Fahrbetrieb.

 

Der Tourismus in Sachsen kommt nach neu berechneten Daten auf einen Bruttoumsatz von 9,8 Milliarden Euro und eine Wertschöpfung von rund 4,6 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen zudem Gästeankünfte und Übernachtungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Schiefe Turm von Bad Frankenhausen ist mittlerweile schiefer als der Turm von Pisa und nach einer Sicherung und dem Ausbau als Besucherzentrum für Gäste eröffnet worden. Das Projekt kostete rund 14,5 Millionen Euro und soll die touristische Entwicklung der Kyffhäuserregion stärken.

Uber bietet im September erstmals Tagesausflüge mit dem sogenannten Weintaxi von Frankfurt in den Rheingau an. An vier Wochenenden stehen täglich vier Fahrzeuge für Touren zu Weingütern im Rheingau zur Verfügung.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat Booking.com verklagt. Streitpunkt ist die Weiterleitung bei „Flug + Hotel“-Angeboten zu lastminute.com der COMVEL GmbH, die nach Auffassung der Verbraucherschützer nicht ausreichend deutlich gemacht wird.

Erstmals seit der Flutkatastrophe im Himalaya-Gebirge im Grenzgebiet zu Nepal haben chinesische Behörden Details zu den auf ihrer Seite vermissten Ausländern bekanntgegeben. Unter den 261 Vermissten sind auch drei Deutsche.

Camping gewinnt in Deutschland weiter an Bedeutung. Laut einer aktuellen Umfrage des ADAC zählt inzwischen jeder Vierte ab 16 Jahren zur Camping-Zielgruppe. Besonders stark gewachsen ist der Anteil in der Altersgruppe der 16- bis 39-Jährigen.

TUI will im Geschäft mit günstigeren Reisen wachsen und setzt dafür auf die neue Low-Cost-Marke Sundeals. Das Angebot ist zunächst auf Großbritannien ausgerichtet und wird ausschließlich online vertrieben. Beim Aufbau greift der Reisekonzern auf Erfahrungen von l’tur zurück.