Tui-Chef will noch mehr sparen

| Tourismus Tourismus

Der Tui-Konzern hat sein jährliches Sparziel auch angesichts einer enorm gestiegenen Verschuldung in der Corona-Krise verschärft, will dies aber nicht durch noch mehr Kürzungen beim Personal erreichen. Das von 300 Millionen auf 400 Millionen Euro pro Jahr angehobene Einsparziel ab 2023 solle nicht mit Hilfe eines zusätzlichen Stellenabbaus umgesetzt werden, sagte Vorstandschef Fritz Joussen am Donnerstag nach der Zahlenvorlage für 2019/2020.

Die angekündigte Streichung von weltweit 8000 Jobs ist laut Joussen im Wesentlichen bereits geschafft. Für die zusätzlichen jährlichen Einsparungen von 100 Millionen Euro sind ihm zufolge keine ergänzenden Maßnahmen notwendig. Vielmehr dürften die eingeleiteten Schritte bei der Digitalisierung sowie die Verkleinerung der Flugzeugflotte mehr Geld einsparen als bisher angenommen.

Tui muss jedoch auch mit den zugesagten Staats- und Kapitalhilfen von inzwischen rund 4,8 Milliarden Euro eng wirtschaften, um aufgrund der Pandemiefolgen finanziell nicht an den Abgrund zu geraten. Die Nettoverschuldung versiebenfachte sich im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr von knapp 910 Millionen auf mehr als 6,42 Milliarden Euro. Joussen wies darauf hin, dass dies aber nicht «alles reine Schulden» seien. So seien hier teils auch die neuen Kapitalmaßnahmen eingerechnet. «Wir werden unsere Bilanz reparieren», kündigte er an. Die ersten zurückzuzahlenden Kredite seien Mitte 2022 fällig.

«Wir werden uns alle möglichen Hebel zur Refinanzierung des Unternehmens anschauen», sagte der Tui-Chef. Für die Hotels etwa werde eine Beteiligung externer Investoren geprüft - bei anhaltendem Management der Häuser durch Tui. «Die Hiltons und die Hyatts finanzieren all ihre Hotels so», meinte Joussen. Die britische Kreuzfahrtlinie Marella Cruises solle in ein Gemeinschaftsunternehmen eingebracht werden, wie dies schon bei Hapag-Lloyd Cruises geschah. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Früher war der Sommerurlaub immer auch eine Selbstvergewisserung - im Ausland lief vieles nicht so gut wie zu Hause. Heute ist das oft anders. Ein Experte sieht sogar eine Gefahr für die Demokratie.

Im aktuellen PiNCAMP-Ranking für 2026 rücken deutsche Campingplätze stärker in den Fokus der Nutzer. Mit 39 Anlagen in den Top 100 stellt Deutschland die meisten Standorte im europäischen Vergleich.

Während der Branchenverband bundesweit von sinkenden Umsätzen berichtet, ziehen Freizeit- und Erlebnisparks im Norden eine positivere Zwischenbilanz des Sommers. Sie nennen dafür auch Gründe.

Urlaub kann manchmal hektisch werden. Deshalb setzen viele Reisende inzwischen auf Slow Travel. Das bedeutet, dass du weniger Orte bereist, aber dafür mehr Zeit an jedem einzelnen verbringst. Wir stellen dir das Konzept im Folgenden vor.

Die Zahl der Gäste und der Übernachtungen in Rheinland-Pfalz war im ersten Halbjahr so hoch wie in den vergangenen 20 Jahren nicht. Wirtschaftsminister Michael Ebling sieht sogar einen Boom.

Dänemark erlebt einen Urlauber-Ansturm: Im ersten Halbjahr gab es einen neuen Übernachtungsrekord. Besonders Deutsche zieht es ins Nachbarland – 7,5 Millionen Übernachtungen gingen auf ihr Konto.

Reisende sind der Tourismusbranche beim Einsatz Künstlicher Intelligenz nach Darstellung einer neuen Studie zwei Jahre voraus. Während 54 Prozent der befragten US-Reisenden KI bereits für die Reiseplanung genutzt haben, bieten 22 Prozent der befragten Destination Marketing Organizations entsprechende Funktionen auf ihren Internetseiten an.

Der dritte European Travel Trend Report der Dertour Group belegt das wachsende Interesse an Slow Travel, digitalen Auszeiten und Solo-Reisen. Besonders in Deutschland gewinnen entschleunigte Reiseformen und Alleinreisen stark an Bedeutung.

Manche sehen in der belgischen Stadt eine Stadt der Verlierer, doch Künstler machen aus der Not eine Tugend: Sie führen zu Lost Places und erschließen Kohlehalden als Wanderreviere.

In Österreich entfielen 2024 rund 36 Prozent aller Übernachtungen auf Gäste aus Deutschland – der höchste Anteil innerhalb der EU. Bei den absoluten Übernachtungszahlen deutscher Reisender lag dagegen Italien an der Spitze.