Übernachtungszahlen in Hamburg stagnieren im ersten Halbjahr 2024

| Tourismus Tourismus

Der Tourismus in Hamburg kann im ersten Halbjahr keine Zuwächse verbuchen. Insgesamt zählten die Touristiker in den ersten sechs Monaten 7,54 Millionen Übernachtungen, wie die Hamburg Tourismus GmbH mitteilte. Das seien zwar 60 000 weniger als im ersten Halbjahr 2023, aber 386 000 oder 5,1 Prozent mehr als im letzten Vor-Corona-Jahr 2019. 

«Die wirtschaftlichen Bedingungen, unter denen die Hamburger Tourismuswirtschaft arbeitet, sind weiter herausfordernd», sagte Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD). Der Fachkräftebedarf und die Kosten seien weiter hoch und träfen auf ein zurückhaltendes Konsumverhalten infolge der Krisen in der Welt. «Umso mehr ist es aus unserer Sicht eine gute Nachricht, dass das Interesse an einem mehrtägigen Aufenthalt in Hamburg bei den allermeisten Menschen ungebrochen ist.»

Senatorin: sehr stabiles Ergebnis bei den Übernachtungszahlen

Leonhard sprach trotz leicht gesunkener Übernachtungszahlen von einem sehr robusten Ergebnis, vor allem, «wenn man ins Kalkül zieht, dass die Nachholeffekte nach Corona nicht mehr in Anrechnung kommen können». Außerdem habe die Fußball-Europameisterschaft eine Rolle gespielt. Durch sie seien zwar viele Fans, darunter etwa 45 000 Niederländer, in die Stadt gekommen. Genau deshalb seien aber auch viele «normale» Touristen weggeblieben. Denn die deutschen Reisenden - mit 78,2 Prozent im ersten Halbjahr Hamburgs wichtigste Gäste - «halten sich in EM-Monaten eher zurück, weil sie machen andere Dinge, zum Beispiel EM gucken», sagte Leonhard.

So sank die Übernachtungszahl deutscher Gäste während des EM-Monats Juni nach Daten des Statistikamts Nord um 10,8 Prozent auf 997 000, die ausländischer Gäste stieg dagegen um 14,4 Prozent auf 388 000. Unter dem Strich blieb damit im Vergleich zum Juni 2023 bei der Zahl der Gäste mit 663 000 ein Minus von zwei Prozent und bei der Zahl der Übernachtungen mit 1,385 Millionen ein Minus von 4,9 Prozent - ein Phänomen, das auch Hoteliers in Paris während der Olympischen Spiele erlebt hätten, hieß es. 

Die meisten ausländischen Gäste erneut aus Dänemark

Hamburgs Tourismuschef Michael Otremba sagte, die meisten ausländischen Gäste kämen weiter aus Dänemark, gefolgt von der Schweiz, Österreich und Großbritannien. «Und die Niederlande haben die USA verdrängt», sagte Otremba mit Blick auf die EM. Insgesamt waren während der EM fünf Spiele in Hamburg ausgetragen worden. Und je nach Partie stieg auch die Zahl der ausländischen Fans der jeweiligen Mannschaften. «Die Märkte mit den größten Dynamiken waren Niederlande, plus 28 Prozent, Polen, plus 37 Prozent, Türkei 78 und Tschechien 87 Prozent», sagte Otremba.

Generell beobachte er eine nachhaltige Erholung des Tourismus in der Hansestadt nach der Pandemie. «Die Branche ist in Hamburg sehr, sehr stark aus der Krise gekommen», sagte Otremba. Mit einem Zuwachs von 5,1 Prozent liege Hamburg weit vorn. Berlin etwa liege im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit bei einem Minus von 10,8 Prozent, Frankfurt am Main bei einem Minus von 0,3 Prozent und München bei einem Plus von 4,7 Prozent.

Leonhard: 100 Millionen Tagestouristen bringen 4,1 Milliarden Euro Umsatz

Mit Blick auf eine neue Studie zum Thema Tagestourismus sagte Leonhard, 88 Prozent der jährlich rund 100 Millionen Reisen ohne Übernachtungen würden aus Freizeit- oder Urlaubsgründen gemacht, nur zwölf Prozent aus geschäftlichen Gründen. Mit rund 4,1 Milliarden Euro Bruttoumsatz entfielen rund 50 Prozent der touristischen Konsumausgaben auf Tagesreisen. Unter Tagestourismus subsumierten die Studienmacher den Angaben zufolge auch private Tagesbesuche von Einheimischen, wenn sie etwa Freunde und Verwandte oder Cafés und Restaurants besuchen. Wer beispielsweise auf dem Kiez feiern gehe, nutze Clubs und Bars - «und dann sind Sie ein amtlicher Tagestourist», sagte Leonhard. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Fluggesellschaft Ryanair hat nach eigenen Angaben angekündigt, ihre Berliner Basis zum 24. Oktober 2026 zu schließen. Betroffen sind sieben stationierte Flugzeuge, die an andere Standorte innerhalb Europas verlagert werden sollen. Gleichzeitig soll das Flugangebot im Winterflugplan um 50 Prozent reduziert werden, wie das Unternehmen mitteilt.

Eine Untersuchung belegt eine hohe Pünktlichkeits-Disziplin deutscher Reisender und zeigt deutliche Unterschiede beim Bedürfnis nach persönlichem Freiraum. Während Senioren die größte Gelassenheit an den Tag legen, fordert die jüngere Generation verstärkt Distanz.

Fit Reisen hat über 7,5 Millionen Google-Bewertungen analysiert, um die besten Stadtparks Europas zu ermitteln. Während Madrid den ersten Platz verteidigt, bleibt Hamburgs Planten un Blomen die bestbewertete Anlage in Deutschland.

In München entsteht mit der „Marina Monaco“ ein temporäres Freizeitareal auf einem ehemaligen Industriegelände. Die Eröffnung ist für Mai geplant, langfristig soll dort ein neues Stadtquartier entstehen.

Am Bodensee spitzt sich ein Streit zwischen deutschen und Schweizer Schifffahrtsunternehmen zu – mit spürbaren Folgen für Fahrgäste. Die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt (SBS) fährt in dieser Saison den Konstanzer Hafen nicht an. Hintergrund ist ein Streit über Ticketgelder.

Trotz wirtschaftlicher Schwäche stiegen die Geschäftsreisen in Deutschland deutlich an. Die VDR-Analyse zeigt mehr Reisen, sinkende Kosten und veränderte Strukturen im Markt.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus analysiert fortlaufend die Folgen des Iran-Konflikts für den Tourismus nach Deutschland. Berichte zeigen Auswirkungen auf Flugverkehr, Preise und Nachfrage.

Nach Wochen im Persischen Golf haben die «Mein Schiff 4» und «Mein Schiff 5» die Region verlassen können - zwei geplatzte Reisen können nun stattfinden. Auch andere Schiffe passierten die Meerenge.

In Rottweil wird am kommenden Freitag die neue Fußgänger-Hängebrücke „Neckarline“ eröffnet. Die Brücke überspannt das Neckartal auf einer Länge von 606 Metern und gilt damit als längste Hängebrücke ihrer Art in Baden-Württemberg.

Sylt, Usedom, Norderney: Mobiles Arbeiten mit Meerblick ist auch in SH, MV und Niedersachsen möglich. Neben strandnahen Coworking-Plätzen gibt es dafür mancherorts auch spezielle Strandkörbe.