Umfrage: Urlauber geben 130 Euro pro Person und Tag aus

| Tourismus Tourismus

Für ihren Haupturlaub haben die Deutschen im vergangenen Jahr im Schnitt 130 Euro pro Person und Tag ausgegeben. Das waren 8 Euro oder 6,6 Prozent mehr als im Jahr 2024, wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen von British American Tobacco ergab. 

Ihre Hauptreise ließen sich die Befragten im vergangenen Jahr im Schnitt 1.636 Euro kosten, knapp 100 Euro mehr als im Vorjahr. «Das ist wirklich ein enormer Sprung», sagte der wissenschaftliche Leiter der BAT-Stiftung, Prof. Ulrich Reinhardt, bei der Vorstellung der 42. Tourismusanalyse seines Instituts.

Hohe Ausgaben in Griechenland und Spanien

Die Tagesausgaben von Inlandsurlaubern legten nur um 5 auf 122 Euro zu, Urlauber im europäischen Ausland zahlten mit 128 Euro 12 Euro mehr pro Tag. Besonders stark zogen die Ausgaben in Griechenland - plus 42 auf 147 Euro - und Spanien - plus 34 auf 143 Euro - an. «Griechenland und Spanien müssen aufpassen, das Rad nicht zu überdrehen», sagte Reinhardt. 

Wesentlich günstiger waren die Türkei, wo die deutschen Urlauber mit 108 Euro pro Kopf und Tag 16 Euro weniger als im Jahr 2024 ausgaben, sowie Kroatien, wo der Betrag sogar um 28 auf 97 Euro schrumpfte. Das EU-Mitgliedsland hatte zum 1. Januar 2023 den Euro eingeführt.

«Letztes Refugium der Selbstbestimmung»

Die Reiselust ist trotz der Teuerung ungebrochen. 64 Prozent der Befragten gaben an, sie hätten im vergangenen Jahr mindestens eine fünftägige Reise unternommen. Das ist ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr und der höchste Wert seit 2006, das nach Angaben von Reinhardt wegen der Fußball-Weltmeisterschaft ein Ausnahmejahr war. 

«Man gönnt sich diese Auszeiten bewusst als Gegenpol zu beruflichen Belastungen und globalen Unsicherheiten», erklärte der Wissenschaftler. «Der Urlaub fungiert hierbei als eine Art letztes Refugium der Selbstbestimmung, an dem selbst bei knapperer Kasse zuletzt gespart wird.»

Die Reisedauer ist seit den 1980er Jahren gesunken, und zwar von 18 auf aktuell 13 Tage. Allerdings gaben 44 Prozent der Befragten an, sie würden zweimal oder öfter im Jahr verreisen. Zehn Jahre zuvor hatten das nur 18 Prozent gesagt.

Zwei Drittel wollen wieder verreisen

Für 2026 erwartet die Stiftung erneut ein Rekordjahr. 66 Prozent erklärten, sie hätten schon eine oder mehrere Urlaubsreisen von mindestens fünf Tagen geplant. 18 Prozent sind noch unentschlossen, 16 Prozent haben keine Reisepläne.

Die Urlaubsziele liegen für 25 Prozent der Befragten mit Reiseabsichten im Inland. Im vergangenen Jahr war Bayern das beliebteste Bundesland für Urlauber, vor Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg. 

42 Prozent wollen in diesem Jahr in das europäische Ausland reisen, 20 Prozent andere Kontinente besuchen. 13 Prozent wissen noch nicht, wohin ihre Reise geht. In Europa ist Spanien weiterhin das beliebteste Reiseziel, gefolgt von Italien, Skandinavien, Türkei, Griechenland, Frankreich, Österreich und Kroatien. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Seit 2024 verlangt die Lagunenstadt in der Hauptsaison Eintritt von Touristen - anfangs an 29 Tagen. Nächstes Jahr werden es 72 sein. Mehr als zehn Euro pro Tag sollen es aber nicht werden.

Heidelberg in Deutschland, Rom in Europa – diese Reiseziele erreichen in einer Auswertung von Meininger Hotels die höchsten Durchschnittsbewertungen von fünf KI-Modellen. Alle 200 untersuchten Ziele mit Platzierung und Punktzahl im Überblick.

Die deutsche Reisewirtschaft hat im Sommer 2026 mehr Umsatz und Reisende verzeichnet als im Vorjahr. Während Mittelmeerziele und Kreuzfahrten zulegten, blieb das Fernreisegeschäft deutlich zurück.

Die Lufthansa steht vor dem Einstieg bei der portugiesischen Fluggesellschaft Tap. Die Regierung in Lissabon wählte den deutschen Luftfahrtkonzern als bevorzugten Partner für den Erwerb von 44,9 Prozent der staatlichen Airline aus, wie Ministerpräsident Luís Montenegro mitteilte.

Kultur ist für viele Deutsche Bestandteil des Urlaubs, aber nur selten der Hauptreisegrund. Eine Studie zeigt, welche kulturellen Angebote Reisende interessieren und welche Rolle das lokale Leben am Urlaubsort spielt.

Deutschland hat in den Sommermonaten 2026 mehr Übernachtungen ausländischer Gäste verzeichnet als im Vorjahr. Damit bestätige der Incoming-Tourismus seine Widerstandsfähigkeit in einem unsicheren Marktumfeld, zog die DZT nun Bilanz.

Ob ETA oder ESTA: Wer für die Einreise notwendige Dokumente online beantragt, sollte genau hinschauen. Wie Urlauber offizielle Seiten erkennen - und was man tun kann, wenn man hereingefallen ist.

Eine Auswertung von Fit Reisen vergleicht Instagram-Beiträge zu 403 zertifizierten Wanderwegen in Deutschland. Der Rothaarsteig führt das Ranking vor dem Moselsteig und dem Heidschnuckenweg an.

Ein Ehepaar verpasst wegen eines verspäteten Zugs seinen Flug. Nach einem Urteil steht fest: Es bleibt auf den Kosten für den Ersatzflug sitzen. Wieso entschied das Gericht so?

Airbnb führt in zehn europäischen Ländern einen sogenannten „Wetterschutz“ ein. Die Versicherung greift, wenn der Niederschlag am Standort der Unterkunft eine festgelegte Schwelle erreicht oder überschreitet.