Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) beeinträchtigt die aktuelle wirtschaftliche Unsicherheit das Reiseverhalten der Menschen in Deutschland. Wie der Verband auf Basis einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov mitteilte, planen rund 40 Prozent der Befragten, im Jahr 2026 bei Reisen zu sparen. Als Hauptgrund für diese Zurückhaltung wird die persönliche wirtschaftliche Situation genannt, die im Vergleich zum Vorjahr an Bedeutung gewonnen hat. Steigende Reisekosten bleiben laut Mitteilung der am häufigsten genannte Einflussfaktor für die Konsumzurückhaltung.
Tourismus als Spiegel der Lage im Land
Der Verband verknüpft die Entwicklung der Branche direkt mit der allgemeinen Konjunktur. Laut Mitteilung erklärte Sören Hartmann, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft, dass der Tourismus ein Spiegel der gesamtwirtschaftlichen Stimmung sei. Wenn Menschen Angst um ihren Arbeitsplatz oder ihr Einkommen haben, verzichten sie nach seinen Angaben irgendwann auch auf Reisen und Genuss. Der Verbandschef forderte daher Maßnahmen zur Erzielung von Wirtschaftswachstum in Deutschland, um die Existenz der über 250.000 meist familiengeführten Tourismusbetriebe nicht weiter zu gefährden.
Verbraucher bevorzugen europäische Reiseziele
Aus der Erhebung geht hervor, dass geopolitische Konflikte zu Veränderungen bei den Reiseentscheidungen führen. Nach Angaben des Verbands entscheiden sich 35 Prozent der Befragten häufiger für Reiseziele innerhalb Europas. Zudem bevorzugen 22 Prozent bekannte oder bereits besuchte Orte, während 26 Prozent der Teilnehmer, insbesondere Personen mit geringerem Einkommen, teilweise ganz auf das Reisen verzichten. Um den Verbrauchern in der aktuellen Lage Sicherheit zu bieten, nennt der Verband flexible Buchungs- und Stornierungsmöglichkeiten sowie verlässliche Informationen vor Ort als wichtigste Faktoren.
Politische Maßnahmen und einheitliches Vorgehen in der Außenpolitik
Der Branchenverband unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors, der knapp vier Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt und rund 2,7 Millionen Beschäftigte zählt. Zur Unterstützung der Verbraucher und Betriebe fordert der BTW eine Ausweitung der Preisbremse bei Kraftstoffen, eine geringere Belastungen für den Flugverkehr sowie ein einheitliches und entschiedenes Vorgehen der Deutschen Bundesregierung im Management der Iran-Krise.
Hartmann abschließend: „Jeder weitere Tag, an dem die Straße von Hormus geschlossen ist, belastet die Menschen in diesem Land und gefährdet die Existenz unserer Betriebe mit knapp 2,7 Millionen Beschäftigten. So sollte die EU mit ihren internationalen Partnern sich aktiv in eine Befriedung des Konfliktes einbringen“.