Unternehmer ersteigern Ostsee-Plattform Ostervilm für 60.000 Euro

| Tourismus Tourismus

Die ehemalige Entmagnetisierungsstation Ostervilm im Greifswalder Bodden hat bei einer Auktion in Hamburg einen neuen Eigentümer gefunden. Wie die Nachrichtenagentur dpa und die Bild-Zeitung berichten, wechselte die künstliche, 250 Quadratmeter große Plattform südöstlich von Rügen für einen Betrag von 60.000 Euro den Besitzer. Das Mindestgebot für das in den 1950er-Jahren für die Nationale Volksarmee der DDR errichtete Bauwerk lag bei 39.000 Euro.

Nach insgesamt 20 Geboten erhielt das österreichische Unternehmen McCube, das auf modulare Fertighäuser spezialisiert ist, den Zuschlag. Geschäftsführer und Miteigentümer Oliver Pesendorfer gab an, sich kurz vor dem Termin spontan mit einem anderen Bieter zusammengeschlossen zu haben, um das Objekt gemeinsam zu erwerben. Der Vorstand des Auktionshauses, Kai Rocholl, berichtete im Vorfeld von einer intensiven Nachfrage mit täglich Dutzenden oder gar Hunderten von Anfragen aus der gesamten Bundesrepublik.

Umbau zu einem ökologischen Veranstaltungsort

Pesendorfer plant nach eigenen Angaben, die marode Anlage zwischen der Halbinsel Reddevitz und der Insel Vilm zu einem Kultur- und Veranstaltungsort umzugestalten. Auf der auf Pfählen errichteten Station sollen laut Medienberichten Möglichkeiten für Hochzeiten sowie ein Gastronomiebetrieb und ein Anleger für Taxiboote entstehen. Der 59-jährige Unternehmer zieht für das Projekt zudem die Errichtung eines Hubschrauberlandeplatzes auf dem Dach der Konstruktion in Betracht.

Für die Unterbringung von Urlaubern beabsichtigt der Betreiber, sechs bis acht ökologische Wohneinheiten seiner firma auf der Plattform zu platzieren, die als Mini-Hotel genutzt werden können. Da sich die Immobilie wenige Kilometer von einem Naturschutzgebiet befindet, soll die Infrastruktur autark über eine Solaranlage, eine Meerwasserentsalzungsanlage sowie Abwassertanks betrieben werden. 
 

Ungeklärte Rechte am Meeresboden

Die Realisierung des Vorhabens, für das der Eigentümer ein Investitionsvolumen von bis zu fünf Millionen Euro veranschlagt, unterliegt rechtlichen Unsicherheiten. Nach Angaben des Käufers erstreckt sich der Erwerb ausschließlich auf die bauliche Plattform, während der darunter befindliche Grund der Ostsee nicht Teil der Ersteigerung war. Das erforderliche behördliche Genehmigungsverfahren für den geplanten Umbau innerhalb des kommenden Jahres steht aus diesem Grund noch aus.

Unabhängig von der Entwicklung im Greifswalder Bodden strebt der Unternehmer die Expansion an einem weiteren Standort in Deutschland an. In den kommenden Wochen soll der Kauf einer wesentlich größeren, bislang unbebauten Insel in der Nordsee vor der Küste Ostfrieslands abgeschlossen werden. Auf diesem Areal beabsichtigt die in Düsseldorf ansässige Fertighaus-Firma die Errichtung einer Ferienanlage mit insgesamt 180 Häusern.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Städtische Klinikum Wolfenbüttel rät Allergikern mit Anaphylaxie-Risiko zur Mitnahme eines ärztlich verordneten Notfallsets im Reisegepäck. Für den Transport von Adrenalin im Flugzeughandgepäck ist eine mehrsprachige ärztliche Bescheinigung erforderlich.

Eine Untersuchung von Klarna belegt einen deutlichen Wandel im deutschen Urlaubsverhalten hin zu häufigeren und kürzeren Reisen im Jahr 2026. Dies bringt veränderte Anforderungen an die kontinuierliche Finanzplanung und das persönliche Reisebudget mit sich.

Millionen Fans werden zur Fußball-WM in Nordamerika erwartet. Die USA rechnen mit dem bestbesuchten Turnier der Geschichte. Für die Gastgeber geht es um weit mehr als Sport.

Fünf deutsche Gemeinden von den Alpen bis zur Ostsee bewerben sich bei der Welttourismusorganisation um die Auszeichnung als beste Tourismusdörfer der Welt. Die Orte folgen auf die Vorjahressieger Bad Hindelang und Schiltach.

Die dänische Hauptstadt will nachhaltigen Tourismus fördern. Dafür wurde das Programm CopenPay entwickelt, das es nach zwei Sommerdurchläufen künftig ganzjährig gibt. Wie kann man profitieren?

Kaum öffnet Terminal 3 am Frankfurter Flughafen, schließt Terminal 2. Der Bereich wird grundlegend erneuert und bleibt für einige Jahre außer Betrieb. Für Passagiere soll sich dann viel ändern.

Der Merian Verlag hat in München erstmals seine neuen Branchenpreise an sieben ausgewählte Destinationen, Hotels und Akteure der internationalen Tourismuswirtschaft verliehen. Unter den Preisträgern befinden sich unter anderem die Stadt Göteborg, das Brenners Park-Hotel und die MSC Group.

Eine Umfrage zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Generationen bei der Bewertung der Flugetikette. Während jüngere Passagiere bei Körperhygiene und Smartphone-Nutzung an Bord weitaus toleranter sind, weisen ältere Reisende eine wesentlich geringere Akzeptanz für dieses Verhalten auf.

Eine Auswertung der Gästebefragung T-MONA zeigt, wer im Sommer nach Österreich reist, wie hoch die Ausgaben ausfallen und welche Faktoren bei der Wahl von Reiseziel und Unterkunft eine Rolle spielen.

Schöne Marineschiffe, tolle Flugzeuge, imposanter Zug? Schnell ein Foto gemacht - und dann klicken die Handschellen? Warum Touristen Verbotsschilder im Urlaub unbedingt erst nehmen sollten.