Urlaub ohne Social-Media-Post? Ohne mich, sagt die Hälfte

| Tourismus Tourismus

Ob Strandtag, Poolparty oder Gletscherwanderung – das Teilen eigener Urlaubserlebnisse hat für viele eine ähnlich hohe Priorität wie das Reisen selbst: Für jede und jeden zweiten Urlauber mit Social Media (50 Prozent) gehört es zum eigenen Urlaub dazu, Bilder oder Videos davon in sozialen Netzwerken zu posten. Besonders ausgeprägt ist das bei den 30- bis 49-Jährigen (59 Prozent), dicht gefolgt von den 16- bis 29-Jährigen (56 Prozent). Bei den 50- bis 64-Jährigen gehört es für 40 Prozent dazu, aber auch in der Altersgruppe ab 65 Jahren ist mit 35 Prozent noch für mehr als ein Drittel ein Urlaub ohne entsprechenden Post kein Urlaub. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 1.006 Personen ab 16 Jahren, darunter 709 Urlauberinnen und Urlauber, die generell Social Media nutzen, im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. 

Soziale Netzwerke sind aber nicht nur Schaufenster für die eigenen Erlebnisse, sondern mittlerweile auch eine wichtige Quelle für die Gestaltung des Urlaubs: Insgesamt 64 Prozent bekommen durch soziale Netzwerke Inspiration für Ausflüge und Aktivitäten am Urlaubsziel. Allerdings war rund die Hälfte (49 Prozent) der Urlauberinnen und Urlauber mit Social Media auch schon einmal von einem Urlaubsort oder Ausflugsziel enttäuscht, weil es in sozialen Netzwerken schöner aussah als in Wirklichkeit. „Viele Reise- und Ausflugsziele profitieren davon, durch Social Media besondere Aufmerksamkeit zu bekommen. Das kann Tourismus fördern und neue Orte sichtbar machen“, so Konstantin Peveling, Referent für Plattformen beim Bitkom. „Aber man sollte sich bewusst sein: Was auf Instagram, TikTok und Co. zu sehen ist, zeigt oft nur die schönsten Ausschnitte. Ein zusätzlicher Blick in andere Quellen kann helfen, sich vorab ein realistischeres Bild zu verschaffen.“  

Urlaubsposts können dabei auch andere Nebeneffekte haben: Rund ein Drittel (35 Prozent) der Social Media nutzenden Urlauberinnen und Urlauber verbringt nach eigenen Angaben im Urlaub zu viel Zeit in sozialen Netzwerken. Fast ebenso viele (34 Prozent) geben an, sich beim Anblick von Urlaubsbildern bzw. -videos anderer in sozialen Netzwerken häufig unzufrieden mit dem eigenen Leben zu fühlen. Gleichzeitig inspiriert es aber auch viele, selbst die Koffer für ein bestimmtes Ziel zu packen: So hat die Mehrheit (53 Prozent) der deutschen Urlauberinnen und Urlauber, die generell Social Media nutzen, sich dort in den vergangenen 12 Monaten zu einer Reise inspirieren lassen: 24 Prozent haben im letzten Jahr einmal in Social Media eine Idee für ein Reiseziel bekommen, weitere 29 Prozent sogar mehrfach. Unter den 30- bis 49-Jährigen sind es mit insgesamt 58 Prozent die meisten, aber auch in der Altersklasse ab 65 Jahren noch 46 Prozent. 

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.006 Personen ab 16 Jahren in Deutschland telefonisch befragt, darunter 709 Personen, die in den Urlaub fahren und soziale Netzwerke nutzen. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 18 bis KW 21 2025 statt. Die Gesamtumfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: „Haben Sie in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram in den letzten 12 Monaten eine Idee zu einer Urlaubsreise bekommen?“ sowie „Inwieweit treffen die folgenden Aussagen zum Thema Urlaubserlebnisse und soziale Netzwerke auf Sie zu?“. 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Lufthansa startet ihr neues Servicekonzept FOX auf der Langstrecke. Mit einer Investition von 70 Millionen Euro werden die kulinarischen Angebote und die Ausstattung in allen Reiseklassen, von der Business Class bis zur Economy Class, umfassend erneuert.

Die WHO meldet mehrere Fälle einer Atemwegserkrankung auf einer Atlantik-Kreuzfahrt. Der Virus wird durch Nagetier-Kot übertragen, in seltenen Fällen auch von Mensch zu Mensch.

Im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb öffnen beliebte Berghütten wieder für die Sommersaison. Wo Wanderer jetzt einkehren und die Aussicht genießen können. Ein Überblick zu fünf möglichen Zielen.

Eine aktuelle Expedia-Studie belegt, dass Reisende pro Trip durchschnittlich 500 US-Dollar für Zusatzkäufe ausgeben. Besonders die Generation Z zeigt sich dabei kauffreudig und offen für neue Marken sowie flexible Zahlungsmodelle.

Der südlichste Kanton der Schweiz lockt mit alpiner Bodenständigkeit und italienischem Dolce Vita. Stiller Genuss und aufregender Glamour sind oft nur Minuten voneinander entfernt.

Festsitzenden Passagieren stehen Mahlzeiten und Erfrischungen zu. Doch was zählt als Erfrischung? Dazu urteilen Gerichte immer wieder. Eine Frage dabei: Was dient noch der Flüssigkeitszufuhr?

Düsseldorf richtet seinen Tourismussektor mit der neuen Strategie „Future of Tourism“ neu aus und setzt verstärkt auf Qualität statt Quantität. Ziel ist es, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste zu steigern.

Eine neue Auswertung zeigt die beliebtesten Radfernwege Deutschlands für das Jahr 2026. Während der Weserradweg seine Spitzenposition verteidigt, zeigt sich ein deutlicher Trend zu Flussradwegen und Routen im süddeutschen Raum.

Das Urlaubsbarometer 2026 zeigt eine ungebrochene Reiselust in Österreich, wobei Sicherheit und Kosten zu den entscheidenden Faktoren bei der Zielwahl werden. Während Italien und Kroatien als Favoriten gelten, gewinnt Künstliche Intelligenz massiv an Bedeutung.

Die Fluggesellschaft Ryanair hat nach eigenen Angaben angekündigt, ihre Berliner Basis zum 24. Oktober 2026 zu schließen. Betroffen sind sieben stationierte Flugzeuge, die an andere Standorte innerhalb Europas verlagert werden sollen. Gleichzeitig soll das Flugangebot im Winterflugplan um 50 Prozent reduziert werden, wie das Unternehmen mitteilt.