Urlaubsregionen in Niedersachsen trotz verhaltenem Start mit Sommer zufrieden

| Tourismus Tourismus

Immer wieder Regen hat in Niedersachsen die erste Hälfte der Sommerferien geprägt. Die Gastgeber vermissten vor allem die Tagesgäste und sorgten sich um ihr Geschäft. Inzwischen sind die Ferien in Niedersachsen zu Ende gegangen. Auch in anderen Bundesländern, die für niedersächsische Urlaubsregionen wichtig sind, beginnt die Schule wieder. Rückblickend sind die Touristiker in den größeren Urlaubsregionen nun doch zufrieden, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Wie ist die Sommersaison abschließend ausgefallen?

Auf jeden Fall zufriedenstellend heißt es von den Tourismusagenturen im Harz und der Heide sowie an der Küste. In der Lüneburger Heide liegen die Gästezahlen auf dem Niveau des vergangenen Rekordjahres. Auf den Inseln habe die Auslastung teilweise bei 100 Prozent gelegen. Im Harz erholten sich die Buchungszahlen mit steigenden Temperaturen während der Sommerferien in Berlin, Brandenburg und Hamburg.

Die landesweiten Übernachtungszahlen bestätigen die Einschätzung aus den Tourismusregionen. So stieg die Zahl im Juni um 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf mehr als fünf Millionen Übernachtungen, wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen mitteilte. Generell war das erste Halbjahr 2025 für den Tourismus in Niedersachsen den Angaben nach gut. Von Anfang Januar bis Ende Juni wurden knapp 20,9 Millionen Übernachtungen gezählt - und damit 1,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Fehlten Tagestouristen?

Teilweise. «Wir haben dein Eindruck, dass es weniger Tagestouristen sind», teilte die Tourismusgesellschaft in der Lüneburger Heide mit. Im Harz und an der Küste heißt es, die Zahlen hätten sich im Verlauf der Sommerferien stabilisiert. «Aufgrund des besseren Wetters in der zweiten Sommerhälfte waren Tagesausflüge ans Wasser – das Meer und die Seen – sehr beliebt», teilte die Tourismusagentur Nordsee (Tano) mit.

Gerade wegen der fehlenden Tagesgäste hatten die Gastgeber zur Halbzeit des Sommers eine gemischte Bilanz gezogen. «Das durchwachsene Wetter in den letzten Wochen hat eher gebremst, insbesondere auch bei den Tagesgästen, da und dort stellt man aber aktuell eine verstärkte Nachfrage für die zweite Sommerhälfte fest», hieß es etwa von der Tano. Der Harz verwies auf Indoor-Angebote, die Heide auf wetterfeste Urlaubsgäste.

Sorgen sich die Gastgeber um den Jahresumsatz?

Nein, das kann man nicht sagen. Denn: In allen größeren Urlaubsregionen sind die Verantwortlichen trotz des verhaltenen Starts zufrieden mit der Sommersaison. Außerdem würde selbst ein schwächerer Sommer der Branche noch nicht das Geschäft verhageln. Im Harz etwa ist der Herbst noch eine besonders wichtige Urlaubszeit und auch die Adventswochenenden hätten großes Potenzial für viele Übernachtungen. «Somit hätte der Harz selbst nach einer mauen Sommersaison noch Chancen auf ein stabiles Jahresendgeschäft», teilte der Harzer Tourismusverband mit. Ähnlich äußert sich die Tourismusgesellschaft Lüneburger Heide.

Auch an der Küste gibt es nach der Sommersaison Chancen auf gute Übernachtungszahlen, wie Tano mitteilte. Etwa würden inzwischen viele konsumfreudige Gäste aus Bayern und Baden-Württemberg später im Jahr die Regionen an der Nordsee besuchen und dort beispielsweise Veranstaltungen besuchen. Das Binnenland werde im Herbst mittlerweile beliebter für Radfahrer und Wanderer.

Gab es Urlaubsangebote, die vom durchwachsenen Wetter profitiert haben?

Im Harz und an der Küste gab es durchaus Betriebe, die vom Wetter der ersten Sommerhälfte profitiert haben. In der Mittelgebirgsregion freuten sich etwa Bergwerke oder Thermen und Erlebnisbäder über mehr Besucher als üblich, teilte der Harzer Tourismusverband mit. «Auch Cafés und Restaurants profitierten, weil Gäste länger verweilen oder spontan einkehren.» Entlang der Nordsee profitierten Museen oder nahegelegene Städte, wie die Tourismusagentur mitteilte. In der Heide wichen die Urlauber hingegen eher weniger aus. Die Tourismusgesellschaft teilte mit: «Auswirkungen sehen wir nur im Tagestourismus».

Gab es Veränderungen bei den Urlaubern?

Der Harz ist in diesem Sommer internationaler geworden. Eine Sprecherin sagte: «In diesem Sommer war der Harz das Urlaubsziel erstaunlich vieler Dänen und Niederländer». Ein Grund dafür sei möglicherweise stärkere Werbung verschiedener Freizeiteinrichtungen. Beide Länder werden zudem auch schon seit längerem vom Tourismusverband selbst beworben. 

In der Lüneburger Heide stellten die Gastgeber mehr Radfahrer als üblich fest. An der Nordsee fielen vor allem preisbewusste Urlauberinnen und Urlauber auf. «Man hörte nicht nur einmal, dass sich diese teilweise zu zweit in Gericht oder eine Fischsemmel teilen», sagte eine Sprecherin. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen geht in die vierte Runde. Ab sofort können sich Tourismusorganisationen aus Orten, Regionen und Städten in ganz Deutschland bewerben, die an einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Destinationsentwicklung arbeiten.

Hilton hat seinen Trends Report 2027 veröffentlicht. Die Untersuchung beschreibt, wie sich das Reiseverhalten deutscher Urlauber im kommenden Jahr verändern könnte. Im Mittelpunkt stehen Flexibilität, Erholung, persönliche Entwicklung und Vertrauen.

Dass München für Deutschland ins Rennen um Olympische und Paralympische Spiele geht, hat im Freistaat eine Welle der Euphorie ausgelöst. Auch das Gastgewerbe begrüßte die Entscheidung als starkes Signal für die Landeshauptstadt und den Freistaat.

Die Deutschen planen für diesen Herbst weniger Urlaubsreisen als vor einem Jahr. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse des Urlaubsplanungsindex des Deutschen Instituts für Tourismusforschung in Kooperation mit dem Deutschen Tourismusverband.

Royal Caribbean Group hat eine Vereinbarung über eine 50-prozentige Beteiligung an Sandals und Beaches Resorts unterzeichnet. Der Abschluss der rund drei Milliarden US-Dollar teuren Transaktion wird für Anfang 2027 erwartet.

Das im Mai eröffnete temporäre Erlebnis-Dorf des Erdbeer-Unternehmens Karls in Wernigerode im Harz soll 2027 in die Verlängerung gehen. Zunächst wird es aber nach den Herbstferien Anfang November schließen.

Lonely Planet zählt Dessau zu seinen Reisezielen für 2027. Autor Anthony Ham stellt das Bauhaus und dessen Einfluss auf die Alltagsarchitektur in den Mittelpunkt.

Die Aktien mehrerer Reiseplattformen haben nach dem Start von Metas KI-Assistent Muse nachgegeben. Analysten befassen sich mit möglichen Folgen für das Geschäft mit Reisebuchungen.

Eine aktuelle Studie der Deutschen Zentrale für Tourismus bestätigt die Bedeutung der Vereinigten Staaten als wichtigsten Überseemarkt für den deutschen Tourismus. Trotz gestiegener Kostensensibilität bleiben die Ankünfte stabil auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Ferienparkkette Center Parcs prüft die Errichtung eines großen Ferienparks im Lausitzer Seenland. Das Projekt auf Brandenburger Seite solle zwischen Sedlitzer See und Partwitzer See auf rund 90 Hektar Fläche 500 bis 700 Ferienhäuser umfassen.